12. Juni 2021, 07:00 Uhr

Handball-Landesliga Mitte

Kein Wetterauer Landesliga-Derby mehr: Kritik an Einteilung durch den Verband

Nach der Oberliga werden auch die Landesligen der hessischen Handballer für die neue Saison in zwei Gruppen aufgeteilt. Kritik gibt es dabei vor allem am Vorgehen des Verbandes.
12. Juni 2021, 07:00 Uhr
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Von Peter Hett
Auf dem Sprung: Die Landesliga-Handballer der TG Friedberg um Henning Kiel (r.) gehen in der neuen Saison in der Süd-Gruppe der Landesliga Mitte an den Start. (Foto: MERZ_N)

Am 4. Juni hatte der Hessische Handball Verband darüber informiert, dass alle Spielrunden am Wochenende des 30./31. Oktober beginnen sollen. Der späte Beginn der Runde sei bewusst spät gewählt worden. Nach der langen Spielpause von 18 Monaten erachte man eine längere Eingewöhnungszeit als nötig, begründete der Verband. Gleichzeitig wurden die Vereine darüber informiert, dass sowohl die Oberliga als auch die drei Landesligen nach regionalen Gesichtspunkten in zwei Gruppen aufgeteilt werden sollen. In den Gruppen werden zunächst eine Hin- und Rückrunde gespielt. Die bestplatzierten Mannschaften spielen dann in einer Playoff-Gruppe Meister und Aufsteiger, die restlichen Mannschaften in einer Playdown-Gruppe die Absteiger aus. Die Ergebnisse gegen Vereine die auch in der neuen, finalen Gruppe stehen, werden mitgenommen.

Soweit so gut: Die Vereine schienen zunächst froh einen Termin für den Start zu haben, auf den sie hinarbeiten können. Die heiß diskutierte Frage blieb zunächst noch offen: Wie die Gruppeneinteilung aussehen wird. Auflösung findet man inzwischen auf »nuLiga«, der Kommunikationsplattform des Hessischen Handball Verbands. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Die Einteilung: Aus dem Wetteraukreis spielen derzeit drei Mannschafzen auf Landesliga-Ebene. Bei den Männern sind dies die TG Friedberg und der TSV Griedel, dessen Frauenmannschaft ebenfalls in der Landesliga beheimatet ist.

Bei den Männern sind die 14 teilnehmenden wie folgt aufgeteilt: Gruppe 1: HSG Hungen/Lich, HSG Lumdatal, HSG Lollar/Ruttershausen, HSG Linden, TSF Heuchelheim, TSV Griedel, TV Hüttenberg II. - Gruppe 2: TG Friedberg, HSG Goldstein/Schwanheim, HSG VfR/Eintracht Wiesbaden, TV Idstein, TuS Holzheim, HSG EppLa (Spielgemeinschaft der TSG Eppstein und der TGS Langenhain), TG Kastel.

Bei den Frauen sieht die Aufteilung für die 13 Verein wie folgt aus: Gruppe 1: HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, HSG Wettenberg II, TV Hüttenberg II, HSG Eibelshausen/Ewersbach, TSG Leihgestern II, TSV Griedel, HSG Kleenheim-Langgöns II. - Gruppe 2: HSG Goldstein/Schwanheim, HSG Sindlingen/Zeilsheim, HSG VfR/Eintracht Wiesbaden, TSG Eddersheim II, TV Idstein, TSG Oberursel II.

Der Spielplan: Die Gruppenspiele sollen sowohl bei Männern als auch bei Frauen am Wochenende des 19./20. Februar 2022 abgeschlossen werden. Die ersten drei Teams jeder Gruppe kommen in die Aufstiegs-, die restlichen vier in die Abstiegsrunde. Letztere beginnt bei den Herren am Wochenende des 5./6. März, die Aufstiegsrunde eine Woche später am 12./13. März. Die Termine für den Beginn der Entscheidungsrunden bei den Frauen liegen noch nicht vor.

Die Bewertung: Lobenswert ist die Tatsache, dass der Verband im Vergleich zur Vergangenheit zügig Fakten geschaffen und den Vereinen Planungssicherheit ermöglicht hat. Diskussionswürdig ist eine Einteilung, die offenbar auf dem Reißbrett vollzogen wurde. Sicherlich war die große Anzahl der Vereine grundsätzlich für diese Lösung, die jedoch das Leistungsprinzip außer Acht lässt. Gerade bei den Männern erscheint die »Nord-Gruppe« wesentlich spielstärker als die im Süden. Aus Sicht der Wetterauer Handballfans ist es schade, dass die beiden Männer-Landesligisten nicht gemeinsam in einer Gruppe spielen und so auch zwei »Wetterau-Derbys« ausbleiben. Die Hoffnung aller Vereine besteht nun vor allem darin, dass mit dem Wiederbeginn auch Zuschauer wieder zugelassen werden.

Die heimischen Stimmen: Jürgen Weiß, Männerwart beim TSV Griedel, sagt: »Mit der Art- und Weise der Entscheidungsfindung bin ich nicht einverstanden. Ich hätte mir gewünscht, dass die Vereine im Vorfeld angesprochen werden, um deren Meinung einzuholen. Ich bin eben jemand der denkt, eine Einteilung sollte nach Leistungsgesichtspunkten geschehen. Danach hätte man einteilen sollen und dafür die Abschlusstabelle der letzten gespielte Runde 2019/2020 als Grundlage nehmen können. Wie es jetzt ist, gehe ich davon aus, dass die Gießener Vereine stärker sind als die aus dem Bezirk Frankfurt/Wiesbaden. Im Handballsport wird zu sehr beengt gedacht. Den Blick über den Tellerrand hinaus vermisse ich. Aber jetzt ist es halt nun mal so. In Bezug auf das ausbleibende Derby kann es sicherlich sein, dass es uns Zuschauer kostet. Aber ich stelle in vielen Hallen fest: Es ist nicht mehr so wie früher und dass man da automatisch vor 300 oder mehr Zuschauern spielt, ist nicht mehr gegeben.

Uli Kaffenberger, Abteilungsleiter Handball bei der TG Friedberg, sagt: »Wir sind zunächst einmal alle froh, dass es losgeht und wir jetzt auch wissen, wann. Der späte Termin ist nachvollziehbar, da zum Beispiel in einigen Bezirken die Hallen noch nicht alle offen sind. Als einziger Verein des Bezirks Gießen spielen wir in der Südgruppe. Mit dieser Einteilung können wir leben, auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten. Als ärgerlich empfinde ich aber, dass wir im Vorfeld nicht nach unserer Meinung gefragt wurden. Nachdem bei der Online-Konferenz vor Pfingsten durch einen Verein interveniert wurde, habe ich Klassenleiter Manfred Leber noch einmal angeschrieben und unsere Einwände angemeldet. Aber die Mehrheit der Vereine war für die regionale Einteilung.«



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