25. Januar 2021, 19:21 Uhr

In die Knie gezwungen

25. Januar 2021, 19:21 Uhr
Für Miriam Oberhofer und die Rodheimer Landesliga-Damen ist die Saison vorbei. FOTO: CHUC

Badminton, Kegeln und nun Volleyball: Der nächste Verband hat den saisonalen Spielbetrieb auf Landesebene für beendet erklärt und damit Klarheit geschaffen. Die Spiel-Kommission des Hessischen Volleyball-Verbandes (HVV) entschloss sich auf einer Sitzung zu diesem Schritt, der ab sofort für alle Klassen von der Oberliga abwärts gilt. Jugend- und Seniorenmeisterschaften sind von dieser Entscheidung vorerst nicht betroffen.

Laut HVV hätten sich bereits bei einer Vereinsbefragung im Dezember 40 Prozent für eine komplette Beendigung ausgesprochen und 55 Prozent für eine Verkürzung auf eine Einfachrunde. Aktuell ist durch die anhaltenden Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis Mitte Februar kein Mannschaftstraining möglich - und vermutlich auch darüber hinaus. Einige Sporthallen sind langfristig nicht nutzbar, da sie zu Impfzentren umfunktioniert wurden. Da eine sehr rasche Entspannung nicht absehbar sei, sieht die Kommission eine verkürzte Saison nicht länger als durchführbare Option an.

Noch Aussicht auf eine Fortführung des Spielbetriebs gibt es derweil in den länderübergreifenden Klassen, wie z. B. in der 3. Liga (mit den Frauen des SSC Bad Vilbel) und der Regionalliga (mit den Männern der SG Rodheim). »Da sind wir im Moment im Austausch mit den Gremien in den entsprechenden Bundesländern«, gab Nicole Fetting, die Geschäftsführerin des Deutschen Volleyball-Verbandes in Frankfurt, zu verstehen. »Wir möchten das gerne einheitlich lösen. Nicht dass in einer Regionalliga weitergespielt wird, und in der anderen ist Schluss.« So geschieht es derzeit im Fußball. Eine Entscheidung in dieser Sache erwartet Fetting im Februar, wenn auch die Bundesregierung mit den Länderchefs wieder über das weitere Vorgehen berät.

Auf vollstes Verständnis trifft der endgültige Saisonabbruch derweil in der Wetterau. Peter Stößinger, der zum Abteilungsvorstand der SG Rodheim gehört und in der dritten Mannschaft um Landesliga-Punkte spielt, erinnert sich dabei an die Begegnung beim FSV Bergshausen Ende September: »Beim Wechsel der Spielfeldhälfte musste der Boden gereinigt werden, Auswechselbänke wurden desinfiziert. Und die Hygienebeauftragte hat uns den einen oder anderen vernichtenden Blick zugeworfen«, sagte Stößinger. »Das hat nichts mit dem Sport zu tun, den wir normalerweise betreiben. Deswegen halte ich persönlich den Abbruch jetzt für absolut richtig.«

Und dann ist da noch die Sache mit der Verletzungsgefahr. Kaum ein Volleyballer hat seit Oktober auch nur einmal gegen den Ball geschlagen. »Ich könnte mir nicht vorstellen, mich innerhalb von vier Wochen fit zu machen. Eine gewisse Aufbauphase müsste schon gegeben sein«, meinte Stößinger, der der Freiluftsaison schon eher optimistisch entgegenblickt. »Beim Beachvolleyball hat man nur vier Leute auf dem Feld. Das ist alles an der frischen Luft. Das ist gut zu verantworten.« Noch nicht abgesagt sind auch die Jugend- und Seniorenmeisterschaften in der Halle. Diese sollen »nach jetzigem Stand im Laufe des Jahres noch stattfinden«, schrieb der HVV auf seiner Homepage.

»Unabhängig von den ganzen organisatorischen Aspekten für eine Hallen-Saison müssen wir auch einfach an die Gesundheit aller direkt und indirekt beteiligten Personen denken«, sagte Timo Geppert, Vorsitzender der Landesspiel-Kommission. »Daher blieb leider nur die Möglichkeit, die Saison ohne Durchführung einer Wertung zu beenden. Das bedeutet, es wird 2021 weder Auf- noch Absteiger geben. Die daraus resultierenden organisatorischen und finanziellen Fragestellungen werden derzeit vom HVV-Vorstand bearbeitet.«

So bedauerlich der Abbruch ist, möchten es der Verband und die Kommission nicht versäumen, sich bei den Bezirksspielwarten, den Staffelleitungen, dem Corona-Team und vor allem bei den Mannschaften und den verantwortlichen Personen in den Vereinen für deren Arbeit, verantwortungsvolles Engagement und Durchhaltevermögen zu bedanken. »Es wurden unglaubliche Anstrengungen unternommen, um den Volleyballsport auch in solch schwierigen Zeiten zu ermöglichen«, äußerte sich Geppert. »Egal, ob es Hygienekonzepte, kurzfristige Spieltagsverlegungen oder neue Regularien betraf, stets haben alle ihr Bestes gegeben und Lösungen gesucht. Auch wenn wir hier alle in einem Boot sitzen, so möchten wir nochmals explizit sagen: Herzlichen Dank für die konstruktive Mitarbeit!«

Der Landesverband teilte weiter mit, aktuell »mit Hochdruck an alternativen Spielformen« zu arbeiten, »um den Volleyballerinnen und Volleyballern bei einem Rückgang des Infektionsgeschehens auch abseits von Auf- und Abstieg eine Möglichkeit zur Ausübung ihres Sports geben zu können«. Andere Verbände brachten bereits eine Beschäftigungsrunde ins Spiel.

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