24. November 2020, 17:50 Uhr

Gefährliche Tigers

24. November 2020, 17:50 Uhr
Andreas Pauli (M.) hadert zwar derzeit mit seiner Chancenverwertung, will aber mit dem EC Bad Nauheim die guten Ergebnisse im Nachholspiel gegen die Bayreuth Tigers bestätigen. FOTO: HEIDE

Mit dem Siegtreffer in der Verlängerung ging eine Durststrecke zu Ende. Es war der Elfte im Elften 2016, als der EC Bad Nauheim letztmals ein Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga 2 bei den Dresdner Eislöwen gewann. Den entscheidenden Penalty verwandelte damals Andreas Pauli, nachdem zuvor schon Juuso Rajala und Dusan Frosch getroffen hatten. Lange ist es her.

Am Sonntag entschied Simon Gnyp die Partie mit seinem Tor zum 3:2 in der Verlängerung. Wie schon in der Vorwoche beim 4:3 in Kassel, als Julian Chrobot den Siegtreffer in der Overtime schoss, war es ein Förderlizenzspieler. »Für Simon freut es mich besonders«, sagt Pauli über seinen Nachfolger, »auch für Julian natürlich. Das zeigt, dass es der richtige Weg ist, auf die jungen Spieler zu setzen und ihnen Verantwortung zu übertragen«, sagt Pauli.

Er weiß, wovon er redet. »Es erinnert mich an meine Zeit in Garmisch, dort mussten wir als junge Spieler auch Verantwortung übernehmen. Das hat mir persönlich viel gebracht«, sagt der 27-Jährige, der selbst noch auf den platzenden Knoten wartet: »Ich bin mit meinen Abschlüssen nicht zufrieden, zumal ich im Sommer hart daran gearbeitet habe. Aber Hauptsache ist, dass das Team gewinnt.«

Am heutigen Dienstag (19.30 Uhr) geht es weiter, die Bayreuth Tigers kommen mit Ex-EC-Trainer Petri Kujala quasi direkt aus der Quarantäne nach Bad Nauheim zum Nachholspiel des dritten Spieltages.

Der kleine Knacks: 40 Minuten zeigte der EC in Dresden eine abgeklärte Leistung. Einziges Manko waren die wenigen Minuten vor und nach der zweiten Drittelpause. »Durch die Strafzeiten im zweiten Drittel haben wir unseren Rhythmus verloren und Dresden das berühmte Momentum bekommen«, sagt EC-Trainer Hannu Järvenpää. »Was dann passiert, haben wir im dritten Drittel gesehen.« Innerhalb von 20 Sekunden hatte Dresden den 0:2-Rückstand ausgeglichen. Umso zufriedener war der Finne mit dem Sieg in der Verlängerung. »Klar sind drei Punkte immer das Ziel, aber ich bin glücklich mit den zwei Zählern.«

Bloß keine Überzahl: So stark wie die Roten Teufel im Spiel fünf gegen fünf sind, so sehr lässt die Erfolgsquote im Powerplay zu wünschen übrig. Järvenpää merkte schon vor zwei Wochen an, dass man Geduld haben müsse und man mit mehr Spielpraxis in Überzahlsituationen bald erfolgreicher sei. Beim 6:3-Sieg gegen Bietigheim gelangen kurz vor Schluss zwar zwei Treffer mit einem Mann mehr auf dem Eis, seither sind aber elf Powerplay-Situationen verpufft. Nur der heutige Gegner aus Bayreuth hat eine schlechtere Quote, allerdings auch zwei Spiele und Dutzende Trainingseinheiten weniger absolviert. Umso besser funktionierte das Unterzahlspiel: »Damit war ich in Dresden sehr zufrieden«, sagt Järvenpää.

Bayreuth Tigers - Zurück im Geschäft: Zwei Spiele. Mehr haben die Bayreuth Tigers bislang noch nicht absolvieren können. Ein 3:2-Sieg nach Penaltyschießen in Weißwasser und eine 1:4-Heimniederlage gegen Crimmitschau stehen seit dem Auftaktwochenende in den Büchern. Positive SARS-CoV 2-Tests haben den Trainings- und Spielbetrieb danach erneut gestoppt. Schon in der Vorbereitung setzte ein positiver Test das Team für zwei Wochen außer Gefecht. Nur zwei Tage nach dem Ende der häuslichen Quarantäne bereits wieder spielen zu müssen, ist ein hartes Los für das Team von Ex-EC-Trainer Petri Kujala. Überhaupt kehren mit Kujala einige Spieler an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Torwart Timo Herden, Verteidiger Niklas Mannes sowie die Stürmer Juuso Rajala, und Dani Bindels haben bereits für Bad Nauheim gespielt, Dominik Meisinger fällt jedoch für das Duell mit seinem Ex-Verein aus. Beim EC lassen sie sich von den ungleichen Voraussetzungen aber nicht beeinflussen. »Uns ist es egal, ob Bayreuth in Quarantäne war oder nicht. Wir spielen nach über zwei Wochen wieder zu Hause und wollen gewinnen«, sagt Pauli. Sein Trainer beschreibt die Tigers mit einem Wort: »Gefährlich.«

Funkstille auf Finnisch: Derzeit herrscht zwischen den beiden Finnen, dem derzeitigen EC-Trainer und seinem Vorvorgänger Funkstille. Das hat aber einen guten Grund. Järvenpää kommt aus Oulu, Kujala aus Forssa, dazwischen liegen rund 600 Kilometer. »Wir haben zwei völlig unterschiedliche Dialekte, deswegen ist es besser, sich persönlich zu unterhalten, damit wir den anderen auch wirklich verstehen«, sagt Järvenpää augenzwinkernd.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Deutsche Eishockey-Liga
  • Dresdner Eislöwen
  • EC Bad Nauheim
  • Eishockey
  • Erfolge
  • Juuso Rajala
  • Petri Kujala
  • Zufriedenheit
  • Erik Scharf
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen