24. April 2021, 07:00 Uhr

Fussball-Hessenliga

FV Bad Vilbel: Auftakt bei »minus Null«

Amir Mustafic geht beim Fußball-Hessenligisten FV Bad Vilbel in seine zehnte Saison. Der Trainer sieht nach langer sportlicher Pause eine erhöhte Verletzungsgefahr.
24. April 2021, 07:00 Uhr
ACE
Niklas Biehrer viom FV Bad Vilbel (links) legt den Ball an Mirko Freese vom FSV Fernwald vorbei. FOTO: JAUX

Am 24. Oktober 2020 bestritt der FV Bad Vilbel sein letztes Pflichtspiel in der mittlerweile abgebrochenen und annullierten Meisterschaftsrunde 2020/21 der Fußball-Hessenliga. Im Auswärtsspiel bei Viktoria Griesheim nahm der Klub aus dem Wetterauer Süden ein torloses Remis mit und festigte mit Saisonpunkt Nummer 13 den zwölften Tabellenplatz. Am Sonntag wäre übrigens das Rückspiel gegen die Südhessen am Niddasportfeld über die Bühne gegangen, aber dazu kommt es ja bekanntlich nicht mehr. »Ich hätte nie im Leben gedacht, dass wir ein halbes Jahr später immer noch nicht spielen, geschweige denn trainieren dürfen«, stellt Trainer Amir Mustafic klar.

Der 46-jährige hat den Verantwortlichen an der Huizener Straße seine Zusage gegeben, auch in der kommenden Saison als Cheftrainer bei den Grün-Weißen zu fungieren. Der Bosnier geht damit in seine zehnte Saison bei den Vilbelern und möchte dann wieder ein Team präsentieren, welches auch in der dann vierten Hessenliga-Runde nach dem Wiederaufstieg im Jahre 2018 konkurrenzfähig sein soll.

Planen kann Mustafic dabei mit dem Großteil des Kaders, der in den Saisonmonaten September und Oktober die Farben der Brunnenstädter hessenweit vertrat plus dem in der Wintertransferperiode vom Frankfurter Verbandsligisten SG Bornheim Grün-Weiss zurückbeorderten langjährigen Stammspieler Alexander Bauscher und dem Ende April aus den USA zurückerwarteten Jeff Thielmann. Was die sonst zu dieser Jahreszeit üblicherweise schon fortgeschrittenen Planungen hinsichtlich der Vorbereitung auf die nächste Saison betrifft, steht auch Mustafic derzeit auf dem Schlauch. Es ist alles offen, sprich es ist so gut wie kaum etwas vorhersehbar.

»Wir haben keinen Zeitrahmen, somit sind solche Planungen nicht nur ganz schwierig voranzutreiben, sondern eigentlich nicht planbar«, beschreibt Mustafic die für alle Beteiligten nicht befriedigende Situation. Auch die Beobachtung potenzieller Neuzugänge sei derzeit natürlich nicht möglich, auch die sonst üblichen Einladungen zum Probetraining fallen in der frühsommerlichen Phase aus.

Das Vorhaben, weiteren talentierten Spielern aus der Rhein-Main-Region in der Brunnenstadt die Plattform Hessenliga-Fußball anzubieten, gestaltet sich durch die Pandemie und die dadurch noch eingeschränkter zur Verfügung stehenden Finanzmittel schwieriger als sonst.

Überzeugt ist Mustafic weiterhin von seinem im letzten Sommer stark verjüngten und umgebauten Team: »Ich denke, wir hätten die Klasse sportlich gehalten, wenn alles ausgespielt worden wäre. Die Jungs haben einen guten Charakter und wurden immer stabiler.«

Verlassen kann sich der FV weiter auf sein solides Vereinsumfeld sowie auf kompetente Funktionäre wie Klubchef Willi Eckhardt, seinen Stellvertreter Andreas Schlatter, Pressesprecher Alexander Juli und den für administrative Angelegenheiten zuständigen Harald Wilke. Zum Funktionspersonal zählen ferner neben Co-Trainer Ajdin Maksumic auch Betreuer Zlatan Salihagic sowie Mustafics 16-jähriger Sohn Muris, der seit dem Kindesalter zum Umfeld der Mannschaft dazugehört.

Vorfreude herrscht bei den Grün-Weißen beim Gedanken, im Spätsommer wieder die traditionellen Flutlichtspiele am Freitagabend austragen zu dürfen. Mit dem Bad Vilbeler Stammpublikum, denn »ohne Zuschauer macht es keinen Spaß. Was vor allem in der jetzigen Phase fehlt sind die sozialen Kontakte«, erinnert sich der Coach gerne an das Beisammensein im Vereinsheim

Nach dann rund neun Monaten ohne geregeltes Training erwartet Mustafic, »dass wir bei minus Null anfangen. Viele Jungs haben zwar in dem Zeitraum viel gemacht, aber ich kann verstehen, wenn bei anderen die Motivation ohne den Ball abhanden gekommen ist. Ich gehe davon aus, dass es bei den Amateuren nach so einer langen Pause vermehrt zu Verletzungen kommen wird.« Der im Februar nach schwachen Leistungen als Abgang gemeldete Stürmer Dalibor Pandza wurde übrigens vor wenigen Tagen beim osthessischen Ligakonkurrenten SV Neuhof mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet.

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