23. März 2016, 09:33 Uhr

Lars Osadnik: Der Multi-Funktionär

Am Samstag ist Lars Osadnik aus Echzell zum Stellvertretenden Kreisfußballwart gewählt worden. Im Ausschuss war er schon zuvor vertreten, außerdem ist der 48-Jährige Trainer des A-Ligisten FCO Fauerbach II. Im Interview spricht Osadnik (rechts im Bild) über Fußball, Familie, seine zahlreichen Ämter, das Trainerdasein und Talente wie Tobias Varadi (im Bild links)
23. März 2016, 09:33 Uhr

Lars Osadnik, Sie sind nun neben dem Koordinator für Qualifizierung auch als Stellvertreter des Kreisfußballwarts im Kreisfußballausschuss vertreten. Darüber hinaus sind Sie zweifacher Klassenleiter, Trainer eines A-Ligisten und Schiedsrichter. Was macht Ihnen am meisten Spaß?

Osadnik: Ich spiele auch noch bei den Alten Herren in Fauerbach, dadurch bin ich vor zehn Jahren in den Verein gekommen. Alles hat mit Fußball zu tun, daher macht alles Spaß. Ich habe gerne mit Fußball zu tun und nehme jeden Posten ernst. Die Schiedsrichterei habe ich allerdings auf ein Minimum zurückgefahren. Mein Verein, für den ich pfeife, der SKV Beienheim, weiß das. Ich erfülle die erforderliche Anzahl von Spielen, damit dem Verein kein Punktabzug droht.

Wie kriegen Sie all diese Tätigkeiten unter einen Hut?

Osadnik: Priorität hat, dass die Familie nicht zu kurz kommt. Ich habe eine elfjährige Tochter, und meine Frau möchte mich auch ab und zu sehen (lacht). Wie gesagt, meine Tätigkeit im Schiedsrichterwesen ist nicht sehr aufwendig. Als Klassenleiter bei den A-Junioren und in der B-Liga Nord habe ich auch nicht so viel Arbeit, außer bei schlechter Witterung. Bei den A-Junioren bin ich nur noch bis Saisonende tätig. Ich bin stramm organisiert und ich habe festgelegte Zeiten für die Familie. Ein fixer Termin ist natürlich die Arbeit, und da habe ich 78 Kilometer einfache Fahrt nach Darmstadt, wo ich für eine Vertragsfirma von Merck arbeite.

Was reizt Sie an der Arbeit im Kreisfußballausschuss?

Osadnik: Verbandsmitarbeiter wollen oft nur die Interessen des Verbandes vertreten und durchsetzen. In einem Kreisfußballausschuss brauchen wir aber auch Leute, die in den Vereinen tätig sind und die Probleme an der Basis kennen. Wir haben davon viele Leute, dennoch reizt es mich. Denn ich habe im KSV Bingenheim schon viele Funktionen bekleidet, war unter anderem Vorsitzender und Schriftführer, dazu im Spielausschuss. Ich möchte im KFA die Interessen der Vereine vertreten – weil ich sie kenne.

In Ihrem Bericht für den Kreisfußballtag aus der Sicht des Koordinators für Qualifizierung ist zu entnehmen, dass es Ihnen gelungen sei, dem Qualifizierungswesen in Friedberg hessenweit wieder Ansehen zu verschaffen. Wie ist Ihnen dies gelungen?

Osadnik: Vor meiner Amtszeit, in der jüngeren Vergangenheit vor dem Jahr 2012, gab es in Friedberg keine Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen. Ich habe das Amt übernommen, mich selbst in Grünberg schulen lassen und Jahr für Jahr das Angebot im Kreis Friedberg ausgeweitet. Relativ gesehen sind wir nun hessenweit unter den Top drei Kreisen. Ich arbeite eng mit Dörthe Wacker zusammen, der Jugendbildungsbeauftragten. Dieses Amt hatte ich auch mal inne, vielleicht kann ich den Koordinator für Qualifizierung auch irgendwann an sie abgeben. Dörthe ist sehr motiviert und interessiert.

Was sind die Kernaufgaben als Koordinator für Qualifizierung?

Osadnik: Es geht hauptsächlich um die Aus- und Fortbildung im C-Lizenzbereich, die dezentral organisiert wird. Wir können also im Kreis Friedberg Schulungen anbieten, die für die Teilnehmer kostenlos sind. Es gibt mittlerweile viele Bereiche, die wir abdecken. Ich denke, wir haben ein sehr breites Angebot.

Sie sind Trainer beim FCO Fauerbach II. Wie fällt die aktuelle Zwischenbilanz mit Platz acht aus?

Osadnik: Wir sind sehr zufrieden. Als Aufsteiger liegen wir über den Erwartungen. Nach Anfangsschwierigkeiten haben wir uns akklimatisiert. Zumal wir ohne Hilfe aus der Ersten spielen. Wir müssen bis Saisonende hellwach sein, denn nach unten wird es immer enger. Saisonziel ist der Klassenerhalt.

Dies ist sicherlich auch im Interesse des Vereins, damit der Gruppenligist einen guten Unterbau hat.

Osadnik: Richtig. Wenn die Zweite oberhalb der B-Liga spielt, ist es einfacher, Perspektivspieler für den Gruppenliga-Kader zu gewinnen. Nächste Saison wollen wir den nächsten Schritt machen und uns in der A-Liga höhere Ziele setzen. Ich hoffe, dass ich das Spielermaterial dazu haben werde.

Welche Spieler aus Ihrem Kader sehen wir vielleicht bald in der Gruppenliga?

Osadnik: Unser Torjäger Dominik Mosler ist immer eine Alternative. Aber wir brauchen ihn natürlich bei uns. Zudem spielt er lieber bei uns, als sich bei der Ersten 85 Minuten auf die Bank zu setzen. Verteidiger Manuel Michel hat auf jeden Fall das Zeug. Unser Eigengewächs Tobias Varadi wird immer besser. Er ist 19 Jahre alt, hat sich zum Stammspieler auf der Sechserposition gemacht und trainiert öfter bei der Ersten mit.

Wer ist Ihr größter Lehrmeister?

Osadnik: Von der Trainingslehre her weniger, aber von der Mannschaftsführung in jedem Fall Heribert Görtz. Er war mein Coach beim KSV Bingenheim.

Wie sind Sie eigentlich Fan des VfL Bochum geworden?

Osadnik: Ich bin dort geboren. Im Alter von vier Jahren bin ich in die Wetterau gekommen. Erst nach Bingenheim, und seit 16 Jahren wohne ich in Echzell. Ich bin aber auch Mitglied beim FC Bayern.



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