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FSV-Trainer Görner: »Langfristiger Verjüngungsprozess«

Der FSV Frankfurt steht vor einer anspruchsvollen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. In der Sommerpause vollzog der Traditionsverein einen großen personellen Umbruch mit 18 Abgängen und setzt fortan verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Nach dem gerade so verhinderten Abstieg gehen die Bornheimer 2022/23 mit Realismus und dezentem Optimismus an. Der Klassenerhalt ist das primäre Ziel, betont Cheftrainer Tim Görner im Gespräch mit Stefan Fritschi vor dem Saisonauftakt am Samstag mit dem Heimspiel gegen die TSG Balingen (14 Uhr)..
04. August 2022, 20:33 Uhr
Redaktion
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Trainer Tim Görner muss beim FSV Frankfurt einen personellen Umbruch vollziehen. FOTO: IMAGO

Der FSV Frankfurt steht vor einer anspruchsvollen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest. In der Sommerpause vollzog der Traditionsverein einen großen personellen Umbruch mit 18 Abgängen und setzt fortan verstärkt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Nach dem gerade so verhinderten Abstieg gehen die Bornheimer 2022/23 mit Realismus und dezentem Optimismus an. Der Klassenerhalt ist das primäre Ziel, betont Cheftrainer Tim Görner im Gespräch mit Stefan Fritschi vor dem Saisonauftakt am Samstag mit dem Heimspiel gegen die TSG Balingen (14 Uhr)..

Herr Görner, erstmals konnten Sie die komplette Vorbereitung der Regionalliga-Mannschaft auf eine neue Saison als Cheftrainer absolvieren. Wie lief diese Zeit?

Insgesamt sehr ordentlich, ich bin zufrieden mit der Entwicklung. In den Wochen eins und zwei hatten wir noch viele Gast- und U19-Spieler dabei, dann kamen einige Transfers zustande. Das Niveau war zunächst überschaubar, seit Mitte Juli machen wir im festen Kreis kontinuierlich Fortschritte, die Abläufe stimmen mehr und mehr. Unser Spielkonzept, unsere Spielidee ist losgelöst von Systemen wie 3-5-2, 4-2-3-1 oder 4-4-2. Jeder soll sich bestmöglich einbringen.

Im Winter war das noch anders. Da musste sich der FSV mit Abstiegskampf befassen.

Keiner konnte mit der vergangenen Saison zufrieden sein, wir sind glücklich, es noch mit dem Klassenerhalt geschafft zu haben. Die Mannschaft ist nun deutlich williger, hungriger. In ihr ist mehr Spirit, Feuer und Zug drin. Aber wir haben uns auch Ende der vorherigen Runde brutal reingehängt und wichtige Spiele in Gießen und Homburg gewonnen und gegen Meister und Aufsteiger Elversberg den entscheidenden Punkt geholt.

Damals war die halbe Mannschaft älter als Sie. Nun sind es in Cas Peters und Ahmed Azaouagh nur noch zwei Spieler. Sie haben bisher zwölf Externe geholt, alle sind jünger als Sie.

Es ist kein Zufall, hängt aber weniger mit meiner Person zusammen, sondern mit einer Vereinsidee. Wir haben nach jungen Spielern Ausschau gehalten, die aus der Region stammen und vielleicht sogar schon mal beim FSV gespielt haben. Wir brauchen allerdings auch noch erfahrene mit Qualität. Dies ist nicht so einfach umzusetzen.

Haben die alten Hasen Ihnen als 26-Jährigen zu sehr zugesetzt und vertrauen nun lieber auf pflegeleichte Youngster?

Jung bedeutet nicht gleich pflegeleicht. Ich hatte auch zu Daniel Endres und Marcel Heller einen guten Draht (Endres ist 37, Heller 36 Jahre alt, d. Red.). Der Umgang miteinander ist das A und O.

Wie schätzen Sie das Leistungsvermögen des Teams ein? Wo liegen die Stärken, wo hapert es noch?

Wir haben eine talentierte Mannschaft, sind qualitativ gut besetzt. Uns fehlt es nach den Abgängen von Leonhard von Schroetter, Lukas Gottwalt und Dusan Crnomut noch an Größe, physischer Stärke und Erfahrung. Auch noch ein Lenker wie Azaouagh wäre nicht verkehrt, ein Bonus.

Welche Ziele haben Sie sich mit ihren Spielern vorgenommen?

Es wäre absolut vermessen, etwas anderes zu sagen als der Klassenerhalt. Wir werden uns sicher nicht vor Gegner verstecken. Jeder kann jeden schlagen in der Regionalliga. Wir wollen Fußball spielen, der die Fans mitreißt.

Was muss geschehen, damit der FSV wieder eine Perspektive hat, in die 3. Liga aufzusteigen?

Das ist jetzt der falsche Zeitpunkt. Der Verjüngungsprozess ist langfristig angelegt. Wenn alles gut läuft, könnten wir in diese Lage wieder mal kommen, nach oben zu schauen. Wir bewegen uns finanziell in ganz anderen Sphären wie die Offenbacher Kickers, die für mich nach diesen Neuzugängen der Topfavorit für den Aufstieg sind, oder auch Ulm, Steinbach Haiger und Homburg. Das heißt aber nicht, dass wir sie nicht sportlich ärgern können.

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