06. Mai 2021, 07:00 Uhr

Fußball

FCO Fauerbach: Keine kurzen Hosen mehr für Andreas Baufeldt

Ex-Profi Andreas Baufeldt freut sich auf die Aufgabe als reiner Trainer in Fauerbach. Spielender Coach will er nicht mehr sein. Der 37-Jährige hat eine beeindruckende sportliche Vita vorzuweisen.
06. Mai 2021, 07:00 Uhr
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Dieses Bild wird es nicht mehr geben. Ex-Profi Andreas Baufeldt steht beim FCO Fauerbach »nur« noch als Trainer zur Verfügung. Dennoch ist die Freude auf den Restart groß. FOTO: CHUC

Andreas Baufeldt hat viel erlebt in seiner Spielerkarriere. Sollte der Ball auf den heimischen Fußballplätzen demnächst wieder unter normalen Bedingungen rollen dürfen, wird der 37-Jährige beim Gruppenligisten FC Olympia Fauerbach allerdings nur noch von außen einwirken. Die Rolle des Spielertrainers, die der Stürmer seit Ende September 2019 als Nachfolger von Virginio Bazzoli eingenommen hatte, ist dann beendet.

Auch wegen der langen Corona-Pause schließt Baufeldt nach dann fast einem Dreivierteljahr ohne Training ein Comeback in kurzen Hosen aus: »Ein klares Nein! Ich hätte gerne bis 50 gespielt, muss aber auf meinen Körper hören und werde nur noch als Trainer fungieren.« Einst war er auf Regionalliga-Niveau für den TSV 1860 München II und den SV Darmstadt 98 aktiv und absolvierte für die Lilien und die Zweitvertretung der Löwen zwischen 2007 und 2009 55 Punktspiele, markierte dabei acht Tore.

Zu den Highlights seiner Karriere zählt das DFB-Pokal-Spiel der ersten Hauptrunde mit den 98ern gegen den damaligen Zweitligisten Wehen Wiesbaden. Am 10. August 2008 unterlagen die Darmstädter in diesem Derby mit 0:2, und Baufeldt stand in der Anfangsformation. Auch wenn es nicht zum ganz großen Sprung in den Profifußball reichte, ist der Mittelstürmer in der Rückschau froh, bei diesen renommierten Vereinen gespielt zu haben: »Das Trikot vom Pokalspiel hängt noch an der Wand. Auch wenn ich heute keinen Bezug mehr zu den Vereinen habe, bin ich froh, das mitgemacht zu haben.«

Für den Wechsel nach München in die damals noch drittklassige Regionalliga Süd hatte sich Baufeldt in den vier Jahren zuvor als Torjäger der Oberliga Hessen empfohlen. Bei den Amateuren der Frankfurter Eintracht, aber insbesondere beim KSV Klein-Karben, wo der Angreifer sich mit 24 Toren in 29 Partien in der Spielzeit 2006/07 in den Blickpunkt spielte. Unter Trainer Alexander Conrad war das, »der mich auf fußballerischer und taktischer Ebene sehr weit gebracht hat. Aber auch bei der Eintracht konnte ich von Coach Bernhard Lippert viel mitnehmen«. Die später in Hessenliga umbenannte Klasse war »seine Liga«, 2009/10 spielte er noch mal für eine Saison in Klein-Karben und war dann noch bei Eintracht Wetzlar und dem RSV Würges aktiv. Beeindruckende 84 Tore in 179 Hessenliga-Spielen stehen in der Vita des gebürtigen Bad Homburgers. Über den damaligen Verbandsligisten VfB 1900 Gießen ging es dann in die Gruppenliga zur SG Ober-Erlenbach und dann 2014 zu seinem jetzigen Club an das Elachfeld. »In jenen Jahren hat sich der Fokus vom Fußball mehr ins Berufsleben verschoben«, erinnert sich Baufeldt.

Im Friedberger Stadtteil ist der Ex-Profi in den letzten sieben Jahren zu einer Identifikationsfigur geworden, errang unter der Regie von Trainer Matthias Tietz in der ersten Saison im weiß-schwarzen Dress die Gruppenliga-Vizemeisterschaft und verpasste dann mit Olympia in denkwürdigen Aufstiegsrundenspielen im Frühsommer 2015 den Sprung in die Verbandsliga Süd.

Gruppenliga-Status genießt der FCO seit 2013 fast durchgehend, lediglich in der Saison 2017/18 musste Fauerbach nach einem vermeidbaren Abstieg eine »Ehrenrunde« in der Kreisoberliga Friedberg drehen und kehrte auf Anhieb als Vizemeister über die Aufstiegsrunde auf die überregionale Ebene zurück.

Stabile Defensive als erste Aufgabe

Nach zwei elften Plätzen belegte die Olympia in der annullierten Runde 2020/21 zum Zeitpunkt des Abbruchs Ende Oktober mit zehn Punkten den 15. Platz. Bester Torschütze war natürlich Baufeldt mit acht Treffern. Mit einem Fazit der kurzen Saison tut sich der Coach indes schwer: »Der Faktor Corona und die vielen Spiele in kurzer Zeit waren zu viel für uns Amateure. In vielen Spielen zeigten wir gute Ansätze, hatten aber auch Ausreißer nach unten.« Wie das 0:8 beim FC Karben, das die Anzahl der Gegentore auf 41 steigen ließ. Das will Baufeldt nicht überbewerten, immerhin wurden ja auch 21 Tore erzielt. Dennoch gelte es, dank der Verpflichtung neuer Defensivspieler, taktisch daran zu arbeiten, um mehr Stabilität zu erlangen.

Hinter den Kulissen haben die Klubverantwortlichen unter Federführung des Spielausschussvorsitzenden Jürgen Güssgen und seines Mitstreiters Tobias Mosler gute Arbeit geleistet. Mit Jan Dombrowsky (SV Nieder-Mockstadt), Inacio Teixeira (TSG Ober-Wöllstadt), Daniel Blum (Spvgg Bad Nauheim), Benjamin Shakoory (SV Bonames), Danilo Pantic (Türk Gücü Friedberg II), Emre Altuncicek (SV Rosbach) und Simon Kammer (Germania Ockstadt) stehen sieben Zugänge fest. »Wir wollten mit der Kaderplanung ein Zeichen setzen und bis Ostern Klarheit schaffen«, erklärt Baufeldt. Seine Devise lautet: »Jungen Spielern in einem familiären Verein die Plattform Gruppenliga zu bieten.« Die Verjüngungskur mit Akteuren aus der Kreisebene senkt den Altersdurchschnitt auf rund 24 Jahre, auch weil der langjährige Kapitän Michael Walther (Ziel noch unbekannt) und Ignat Chekmazov (Türk Gücü Friedberg II) nicht mehr an Bord sind.

Führungsrollen verteilen sich neu

Mit dem spielenden Co-Trainer Jamel Atkinson, Alexander Sarkisjan und Paul Wischtak fällt die Führungsrolle dann den verbliebenen »Ü30«-Spielern zu. Nachdem man sich im Lockdown strikt an die Vorgaben gehalten und »alles auf Eis gelegt hat, wollen wir bei einer dauerhaften Inzidenz unter 100 in Zweiergruppen mit Ball auf den Platz«. Baufeldt ist sich bewusst, dass eine gewisse Eingewöhnungszeit nötig sein wird: Er will beim Neustart viel mit dem Ball arbeiten, um das Personal wieder an die Normalität zu gewöhnen. Tugenden wie Kampf und Leidenschaft sind dann am Elachfeld gefragt, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Eine Teilung der Klasse in zwei Zehner-Gruppen hält der 37-Jährige für eine gute Idee: »Viele Derbys, weniger Spiele. Klar ist: 38 Partien plus Pokal wären Wahnsinn.« Fest dazu gehören für Baufeldt die Olympia-Fans, sie erzeugen mitunter rund um den Platz eine einzigartige Stimmung. Neben dem Zusammengehörigkeitsgefühl sei das auch eine finanzielle Sache. Die Einnahmen aus Eintrittskarten und Verkauf von Speisen und Getränken seien fundamental für einen Amateurklub.

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