Eishockey

EC Bad Nauheim verliert in Freiburg

(mn) Petri Kujala, der Trainer, sprach von »Schönspielerei«, von »dämlichen Scheibenverlusten« und erkannte trotz reichlich Spielverlagerung in die offensive Zone auch »keine echte Torgefahr.«
25. September 2016, 22:13 Uhr
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Alle gegen einen: Marcus Götz, Eugen Alanov und Nick Dineen stürzen sich auf Enrico Saccomani, der Torwart Jan Guryca attackiert hatte.

Dass es für den Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim am Sonntagnachmittag dann am Ende in Freiburg beim 2:5 (1:1, 1:2, 0:2) sogar noch deutlich geworden war, weil in der Schlussphase die Disziplin gefehlt hatte: Sei’s drum. Aber: Dieses Spiel vor 2005 Zuschauern in der Franz-Siegel-Halle hätten die Roten Teufel nicht verlieren müssen. Zweimal hatten die Hessen durch Dusan Frosch und Juuso Rajala einen knappen Rückstand ausgeglichen, dem dritten Gegentreffer rannten die Gäste dann aber vergeblich hinterher und brachten sich durch Hinausstellungen in der Schlussphase um die Ausgleichschance und ein statistisch besseres Resultat. »Da hätten wir einfach cleverer agieren müssen«, sagt Kujala, während sich Leos Sulak über den ersten Heimsieg gegen die Hessen seit dem Aufstieg der Wölfe freuen konnte. »Bad Nauheim hat sehr gute Einzelspieler. Aber meine Mannschaft hat sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und die Positionen sehr gut gehalten.«

Bad Nauheim hatte über 60 Minuten hinweg deutlich mehr vom Spiel. Freiburg zog sich als Heimmannschaft weit zurück, überließ den Gästen die neutrale Zone und hielt die Roten Teufel aus der unmittelbaren Tornähe fern. Den Hessen fehlte offensiv die Zielstrebigkeit, Freiburg wiederum nutzte jede sich bietende Gelegenheit, um den Puck irgendwie in Richtung Tor zu bringen. Dieses wurde gestern von Jan Guryca gehütet, um Mikko Rämö eine Verschnaufpause zu ermöglichen. Der Führungstreffer der Hausherren fiel aus dem Nichts, als ein Schlenzer von Lutz Kästle irgendwie den Weg ins Tor fand (5.). Den frühen zweiten Gegentreffer verhinderte Guryca, als er einen Penalty von Enrico Saccomani parierte. Der Ausgleich durch den Ex-Freiburger Frosch war hochverdient. Im Slot hatte er ein Zuspiel von Nick Dineen genutzt (13.).

Bad Nauheim blieb auch im zweiten Abschnitt tonangebend, verteilte aber Geschenke. Dem 2:1 durch Saccomani (30./ins kurze Eck) ging ein Turnover in der Vorwärtsbewegung voraus, später beim dritten Treffer hatten die Roten Teufel offenbar das Ende einer Wölfe-Hinausstellung übersehen. Dennis Meyer bediente Jannik Herm - und der traf zum 3:2 (39.). Dazwischen lag der Ausgleich durch Rajala (35.). Trotz der optischen Überlegenheit auch im Schlussabschnitt: Echte Torgefahr strahlten die Gäste nicht aus. Freiburg stellte die Schusswege zu, Bad Nauheim wirkte zu umständlich, fand keine Mittel und brachte sich durch zwei Hinausstellungen (56./58.) um die letzte Chance, zum dritten Mal einen Ausgleich zu erzwingen.

Wölfe Freiburg: Mensator - Mund, Brückmann, Vas, Rießle, Kästle, Meyer - Haluza, Linsenmeier, Kunz, Duda, Christian Billich, Wittfoth, Herm, Bräuner, Saccomani, Airich, Hynes, Schlenker.

EC Bad Nauheim: Guryca - Pfänder, Johansson, Kohl, Gerstung, Ketter, Götz, Erk - Frosch, Dineen, Alanov, Hofland, Rajala, Krestan, Aab, Lange, Pauli, Lascheit, Meisinger, Niederberger, Pauker.

Steno: Tore: 1:0 (5.) Kästle (Billich, Duda), 1:1 (13.) Frosch (Dineen), 2:1 (30.) Saccomani (Herm), 2:2 (35.) Rajala (Götz - 5-4), 3:2 (39.) Herm (Meyer, Vas), 4:2 (58.) Haluza (Brückmann, Mund - 5-4), 5:2 (59.) Linsenmeier (Mund - 5-3). - Schiedsrichter: Göran Noeller. - Strafminuten: Freiburg 14, Bad Nauheim 14. - Zuschauer: 2005.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-wz/eishockey/Eishockey-EC-Bad-Nauheim-verliert-in-Freiburg;art1834,180441

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