01. Mai 2016, 13:13 Uhr

Alexander Baum: »Davon können viele nur träumen«

(mn) 53 Tore, 185 Vorlagen, 238 Punkte, 593 Strafminuten - 463 Pflichtspiele. Eckdaten einer Epoche, Zahlen aus neun Jahren beim EC Bad Nauheim. Alexander Baum, der dienstälteste Spieler des Eishockey-Zweitligisten, beendet seine Karriere nach seiner vielleicht stärksten DEL 2-Saison; der beruflichen Perspektive wegen.
01. Mai 2016, 13:13 Uhr
Alexander Baum. spielte neun Jahre lang für den EC Bad Nauheim.

Beim Nachwuchsverein, wo der 34-Jährige seit zweieinhalb Jahren zum Kaufmann für Büro-Management ausgebildet wird, erhält der Verteidiger einen unbefristeten Vertrag als hauptamtlicher Trainer. »Diese Perspektive kann mir der aktive Sport nicht bieten«, erklärt »Baumi« im Gespräch mit der WZ-Sportredaktion seine Entscheidung gegen die Offerte einer Vertragsverlängerung als Spieler der Spielbetriebs GmbH. Im Nachwuchs wird er künftig die Schüler- und U10-Mannschaft betreuen.

Alexander Baum, wussten Sie beim Playoff-Aus in Ravensburg bereits, dass Sie Ihre Laufbahn beenden werden?

Alexander Baum: Nein. Generell gab es diese Überlegungen, aber eben keinen bestimmten Zeitpunkt. Das Thema ist erst nach dem Oster-Wochenende richtig aufgekommen, da im Nachwuchsbereich ein Trainer-Engpass abzusehen war. Von einem langfristigen Arbeitsverhältnis zum Ende der Karriere können viele nur träumen. Insofern musste ich auch nicht lange nachdenken, ist mir die Entscheidung doch recht einfach gefallen. Wir hatten ein sportlich gutes Jahr – das ist ein schöner Abschluss. Und wer weiß, wie die Konstellation im Nachwuchsverein im kommenden Sommer ausgesehen hätte?

Was bleibt hängen aus 16 Profi-Jahren, aus neun Spielzeiten in Bad Nauheim?

Baum: Es gibt unzählige tolle Momente, die mir in Erinnerung bleiben werden. Ich hatte das Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf hatte machen können und habe diese Zeit genossen. Einerseits war sie entbehrungsreich, andererseits auch mit viel Freizeit verbunden. Ich kann sagen, dass ich über all die Zeit in der Kabine von Jungs umgeben war, mit denen ich viel Spaß haben konnte. Und spontan fällt mir auch kein Stinkstiefel ein.

Eishockey-Profis verbringen während der Saison viel Zeit mit den Teamkollegen; manche mehr als mit der Familie. Werden Sie das Kabinenleben nicht vermissen?

Baum: Klar, die Kameradschaft und der Zusammenhalt, diese besondere Atmosphäre in der Kabine, das wird mir bestimmt fehlen. Andererseits: Ich bin ja auch nicht ganz weg. Als Trainer habe ich da einen sanften Übergang.

Und Sie könnten die Ib-Mannschaft in der Regionalliga verstärken?

Baum: Das weiß ich noch nicht. Es ist zu früh, darüber nachzudenken. Ich schaue jetzt erst mal, wie alles anläuft, auch zeitlich und organisatorisch – und wenn’s mit zu sehr in den Füßen juckt, kann ich mir darüber Gedanken machen.

Beschränkt sich Ihre Tätigkeit auf das Eis, oder sind Sie in administrative Aufgaben eingebunden?

Baum: Ich werde Daniel Heinrizi im Tagesgeschäft unterstützen. Schulbesuche, der Kids-Club – es gibt viele Projekte, die wir intensivieren wollen.

Haben Sie in Ihre Entscheidung schon richtig realisieren können?

Baum: Manchmal ist man schon noch so in seinem Trott. Da habe ich mich gefragt, wann es Zeit wäre, mit dem Sommertraining zu beginnen. Ein bisschen Gewöhnungszeit brauche ich wohl noch.

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