19. Februar 2021, 07:00 Uhr

Amateursport

Eine Ampel für den Wiedereinstieg

Ein Stufenplan-Konzept des Landessportbundes soll Sportlern und Klubs eine Perspektive geben.
19. Februar 2021, 07:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Fitnessstudios sollten - so die Darstellung im Eckpunkte-Papier - öffnen dürfen. SYMBOLFOTO: IMAGO

Die Sehnsucht nach der Rückkehr des Amateursports ist groß. Aber erst möglich, wenn es die Pandemie-Lage und die Bestimmungen der Politik zu lassen. Der Landessportbund (LSB) Hessen hat nun ein Papier mit Eckpunkten für den Wiedereinstieg des Sports herausgebracht. Wir beantworten wichtige Fragen zu dem Schreiben.

? Worum geht es dem Landessportbund?

Es geht darum, den Sportlern und Vereinen in Hessen eine Perspektive zu geben. Daher hat sich der LSB mit einem Vorschlag für einen Wiedereinstieg in einzelnen Stufen an die Politik gewendet. Aus Sicht des LSB-Präsidenten Rolf Müller würdigt diese auf Bundesebene die positiven gesellschaftlichen und gesundheitsfördernden Wirkungen des Sports im Verein zu wenig. »Wir stellen keine Forderungen bezüglich des Zeitpunkts der Lockerungen«, sagt Müller. »Wir sind aber überzeugt, dass es langfristiger Planungen und mittelfristiger Perspektiven bedarf, an denen sich die rund 7600 hessischen Vereine orientieren können.« Der LSB schlägt der Politik eine Sportampel vor, die den Stufenplan verdeutlichen soll.

? Was muss man sich unter der Sportampel vorstellen?

Die Idee hinter der Ampel wird in dem LSB-Papier erklärt: »Je geringer das Infektionsgeschehen, desto mehr soll Sportaktivität in Vereinen erlaubt werden - so können Sportvereine diese Stufen kontrolliert umsetzen.« Die Klubs verfügten zudem über Hygienekonzepte, die sich 2020 bewährt haben, und handelten schon da verantwortungsbewusst. »Vereine bieten Sport unter Beachtung der staatlichen Vorgaben, unter Anleitung, mit festen Regeln sowie an festen Orten und in definierten Gruppen an«, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Ampel hat vier Stufen beziehungsweise Farben - vom aktuellen Rot über Orange und Gelb bis zu Grün.

? Wofür stehen die einzelnen Stufen?

Der Plan geht davon aus, dass die aktuelle Verordnungslage die Stufe Rot darstellt. Das heißt: Sport kann grundsätzlich auf Sportanlagen im Freien oder in Hallen allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand stattfinden. So sind beispielsweise schon jetzt Tennis, Tischtennis, Schießen oder Rudern möglich, wenn die Anlagen offen sind. Bei der Farbe Orange soll Sport in festen Gruppen mit der Obergrenzen von maximal zehn Personen zulässig sein. Bei dieser Stufe ist Körperkontakt erlaubt. Es soll zudem möglich sein, dass zwei Zehner-Gruppen getrennt auf zwei Spielfeldhälften trainieren. Jenseits der Obergrenze von zehn Personen soll Sport erlaubt sein, wenn er kontaktfrei und mit Mindestabstand ausgeübt wird. Dieselben Vorgaben gibt es bei der Stufe Gelb, hier darf die Gruppe aber maximal 25 Personen groß sein. Wenn die Ampel auf Grün springt, ist Sport wieder ohne Kontakt-, Zahlen- und Gruppenbegrenzung möglich.

? Was wird für den Jugendsport vorgeschlagen?

»Kinder leiden besonders unter dem Bewegungsmangel. Um die Langzeitfolgen abzumildern, sollte die Politik daher eine prioritäre Öffnung des Kinder- und Jugendsports in Betracht ziehen«, sagt Müller. Bei den Vereinsrücktritten fallen 25 Prozet auf die Altersgruppe bis 14 Jahre. Der LSB schlägt vor, dass »in gleicher Weise wie Kitas und Schulen wieder geöffnet werden, sollte dies auch für den Kinder- und Jugendsport im Verein erfolgen«. Das Corona-Risikoniveau sei in Schulen und Vereinen vergleichbar - bei Letzterem meist sogar niedriger.

? Welche weiteren Punkte kommen im Papier noch vor?

In seinem Papier geht der LSB auf weitere Themen ein. Dazu zählt, dass eine Unterscheidung in Kategorien der Sportanlagen nicht sachgerecht sei. Für die Kontrolle des Infektionsgeschehens seien Kontakte und Abstände relevant, daher sollten auch Schwimmbäder und Fitnessstudios wieder öffnen dürfen. Außerdem schlägt der Verband für alle Sportstätten eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen Landesregierung, kommunalen Spitzenverbänden und LSB vor. Das Problem derzeit sei, dass zwar eingeschränktes Sporttreiben möglich sei, aber viele Sportstätten aufgrund von kommunalen Entscheidungen geschlossen sind. Und das, obwohl die Landesregierung dies grundsätzlich nicht vorsieht. MKO



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