09. September 2021, 12:00 Uhr

Handball

Ein eigenständiger »Dino«: Der TSV Södel feiert sein 125-jähriges Bestehen

Vor nunmehr 125 Jahren, im Mai 1896, begann die Geschichte des TSV Södel. In einer Gründungsversammlung wurde von 27 Männern ein Verein ins Leben gerufen. Jetzt feiert der Klub stolz sein Jubiläum.
09. September 2021, 12:00 Uhr
Die Kreismeister-Meistermannschaft von 1950, die den Aufstieg in die Bezirksklasse Frankfurt feiern konnte (hintere Reihe von links): Ernst Lind, Wilhelm Pirl, Reinhold Maurer, Kurt Füg, Karl Batsch, Werner Lux, Erich Reeb, Kurt Weber; (vorne) Willi Falk, Helmut Mludek, Adolf Geller.

Das 75-jährige wie auch sein 100-jährige Bestehen waren vom TSV in mehrtägigen Jubiläumsveranstaltungen gewürdigt worden. Unter normalen Umständen hätte man auch in diesem Jahr die Korken knallen lassen und erneut ausgiebig gefeiert. »Leider macht uns die Corona-Pandemie einen Strich durch unsere Planungen«, bedauert der Vorsitzende Thomas Roth. Mit seinen Vorstandskollegen, entschloss er sich stattdessen, das Jubeljahr im Rahmen eines »Tag des Vereins« am kommenden Samstag zu würdigen.

Im Jahr seines 125-jährigen Bestehens zählt der Verein annähernd 500 Mitglieder. Herzstück ist die Handball-Abteilung, die in der anstehenden Spielzeit mit drei Aktiven Mannschaften (2x Herren, 1x Frauen), neun Jugend- und zwei Minimannschaften an den Start gehen wird. Regen Zulauf verzeichnen die Minis, bei denen kurzfristig ein Aufnahmestopp ausgerufen wurde.

Daneben gibt es noch eine gut aufgestellte Gymnastik-Abteilung, während die Gründung einer Tischtennis-Abteilung in Planung ist.

Der »Dino« aus dem Wölfersheimer Ortsteil hat in seiner Historie vielen Widrigkeiten getrotzt und ist stolz darauf, auch heute noch ohne jegliche Spielgemeinschaft auszukommen und mit all seinen Mannschaft als TSV Södel aufzulaufen.

Wir stellen den Jubilar vor und blicken auf die Vereinshistorie zurück.

Weichenstellung: Ende der 1920er Jahre kommt Geräteturnen zum Erliegen, und Rasensport gewinnt an Bedeutung. Mit der Entwicklung wollte man in Södel Schritt zu halten, darüber bestand Einigkeit. Uneinig war man sich darüber, ob Handball oder Fußball gespielt werden sollte. Im Juli 1932 fand daher eine Abstimmung statt. Man sprach sich nach kontroversen Diskussionen für Handball und die Gründung einer entsprechenden Abteilung aus, obwohl andernorts reihum der Fußball dominierte. Auf gepachtetem Ackerland wurde in den Jahren 1933 und 1934 ein Sportplatz hergerichtet und im Augst 1934 eingeweiht.

Aufbruch: Nachdem der gesamte Sportbetrieb während des Zweiten Weltkriegs ebenso zum Erliegen gekommen war, wie auch bereits zuvor während des Ersten Weltkriegs, war der Neubeginn nicht einfach. Ein Erlass der Siegermächte bedingte den Zusammenschluss sämtlicher Ortsvereine, und so ging es im Oktober 1945 zunächst unter dem Namen Kultur- und Sportbund der Gemeinde Södel wieder los. Im Januar 1950 machten sich Turner und Handballer wieder selbstständig, und nennen sich jetzt TSV Frisch Auf 1896 Södel.

Eckpfeiler: Zu Zeiten, als der Feldhandball noch domminierte, erfuhr der Södeler Handballsport im Juli 1966 durch die Einweihung und Inbetriebnahme eines neuen Sportplatzes Aufwind. Wesentlich weitreichender war jedoch der Bau einer neuen Sporthalle, die im Juli 1971 eingeweiht wurde. Rechtzeitig genug, um einer neuen aufstrebenden Variante des Handballs, dem Hallenhandball, Raum zu geben.

Als einer der ersten Kreisvereine war der TSV Södel damit in der Lage, hier, in einer eigenen Halle, Fuß zu fassen. Als logische Folge aus dieser Entwicklung fand 1975 die Ära des Feldhandballs ihr Ende, mit einem letzten Erfolg als Kreismeister.

Hallenhandball: Die Anfangsjahre verbrachte Södel noch in den Spielklassen auf Kreisebene. Nachdem ab 1975 die volle Konzentration dem Spiel in der Halle galt, stellte sich der Erfolg schnell ein. In der Saison 1975/1976 wurde auch in der Halle die A-Klassen-Meisterschaft errungen, die endlich den Weg zur Bezirksebene ermöglichte. Was zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorauszusehen war: In den folgenden 41 Jahren (!) spielte der TSV Södel ohne Unterbrechung überregional. Eine einzigartige Leistung, die erst in der Saison 2014/2015 mit dem Abstieg aus der Bezirksoberliga ihr Ende fand.

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelang in der Spielzeit 2010/2011 mit dem Aufstieg in die Landesliga. Nachdem zu Beginn des neuen Jahrhunderts zuvor bereits dreimal in Folge der zweite Platz erreicht worden war, gelang endlich der große Wurf. Das Glück währte jedoch nicht lange, denn bereits nach einem Jahr musste Södel wieder den Weg in die Bezirksoberliga antreten.

Namen: Obwohl in Södel ein ständig sprudelnder Quell an Nachwuchsspielern existierte, machte der TSV im Streben nach Erfolg immer wieder von sich reden, indem illustre Namen mit außergewöhnlichem Klang in der Szene, als Trainer und auch als Spieler verpflichtet wurden. Abwanderungen eigener Spieler gab es fast ausschließlich zu höherklassigen Vereinen. Einige Familiennamen tauchen in der Historie in den verschiedensten Mannschaften immer wieder auf und prägten über Generationen hinweg das Vereinsgeschehen: Arnold, Langer, Geller, Lind, Lux, Preuß und Väth sind einige davon.

Stellvertretend für unzählige Menschen, die den Verein über lange Jahre begleiteten, beinflussten und gestalteten, seien hier die bereits verstorbenen Hermann Hild und Wilhelm Hofmann erwähnt. Hild war in der 1960er Jahren einer der ersten, der es verstand eine Mannschaft zielgerichtet, systematisch aufzubauen und zu Meisterschaften zu führen. In späteren Jahren unterstützte er den Verein mit großem Engagement auf vielfältige Art und Weise, auch durch seine Arbeit im Förderverein. Ebenso unvergessen ist Wilhelm Hofmann. Er war nicht nur über lange Jahre, von 1973 bis 1989, Vereinsvorsitzender, sondern für den TSV als Schiedsrichter unterwegs und fungiere auch als Betreuer der ersten Herrenmannschaft.

Perspektiven : Selbst bei vorsichtiger Betrachtung sind sie mehr als hoffnungsvoll. Die erste Herrenmannschaft zählt sich in der neuen Saison zu den Anwärtern auf oberen Tabellenplätze und nimmt den Aufstieg in die Bezirksoberliga ins Visier. Der TSV-Vorsitzende Thomas Roth berichtet von einem »super intakten Vereinsleben« und betont, dass »vieles stimmt«.

Die jährlich ausgerichteten Jugendsommercamps sind ausgebucht, und nicht zuletzt eine Kooperation mit der Singbergschule sorgt für einen regen Zulauf von handballbegeisterten Kindern. Die treibt auch die Mitgliederzahl nach oben, die sich der Zahl 500 nähert. Mit 1800 Schülerinnen und Schüler ist in Wölfersheim großes Potential für künftigen Zuwachs vorhanden.

Weiteren erheblichen Aufwind für den TSV versprechen die Planungen des Gemeindevorstands. Mit dem Bau eines Beachhandballplatzes, liegt man jetzt voll im Trend. Als Sahnehäubchen wird jedoch der Bau einer neuen, zeitgerechten und nachhaltigen Sporthalle angesehen. Die geplante Dreifeldhalle versetzt den Verein in die Lage, unter hervorragenden Bedingungen sein Angebot zu optimieren, neue Kräfte freizusetzen und einen starken Motivationsschub auszulösen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Erfolge
  • Fußball
  • Handball
  • Handballabteilungen
  • Södel
  • TSV Södel
  • Tischtennisabteilungen
  • Vereinsgeschichte
  • Vereinsvorsitzende
  • Weltkriege
  • Wilhelm Hofmann
  • Peter Hett
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos