29. Oktober 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Wie die Roten Teufel ins Derby gehen wollen

Der Erste empfängt den Dritten, und der direkte Vergleich spricht für den EC Bad Nauheim. In Frankfurt sind die Roten Teufel am Freitag aber in der Außenseiterrolle. Sonntag geht’s dann gegen Dresden.
29. Oktober 2021, 07:00 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Tobias Wörle hat vier DEL-Spielzeiten lang (2006 bis 2010) das Trikot der Löwen Frankfurt getragen. Am Freitag kehrt er mit dem EC Bad Nauheim an die Eissporthalle am Ratsweg zurück. FOTO: CHUC

Harry Lange, der Trainer des EC Bad Nauheim, weiß um die Bedeutung des Löwen-Spiel. »Und wer’s bislang noch nicht verinnerlicht hat, der spürt’s dann spätestens beim Warmup.« 5000 Zuschauer werden am Freitag (19.30 Uhr) in der Eissporthalle am Ratsweg in Frankfurt erwartet, in hoher dreistelliger Zahl waren die Roten Teufel in der Vergangenheit dort unterstützt worden. Die Bilanz spricht für den Außenseiter aus der Kurstadt. 16 von 28 direkten Duellen in der Deutschen Eishockey-Liga 2 haben die Wetterauer gewonnen. In den Schatten des Top-Spiels (Erster gegen Dritter) rückt das Heimspiel am Sonntag (18.30 Uhr, Colonel-Knight-Stadion) gegen die Dresdner Eislöwen.

Wie gehen die Roten Teufel in das Wochenende? Man müsse zunächst einmal auf sich selbst schauen, sagt Harry Lange, der Trainer. »Die letzten drei Spiele haben mir über 60 Minuten nicht gefallen. Da müssen wir uns verbessern.« Die Aufgabe in Frankfurt sei »riesig. Wir müssen von Minute eins an bereit sein, laufen, Zweikämpfe annehmen und Lösungen finden«. Die Löwen seien eine »richtig gute Truppe, die zum Start richtig gutes Eishockey« gespielt habe.

Dresden bezeichnet Lange derweil als »unangenehmen Gegner«. Läuferisch stark, tief besetzt - »nicht das Dresden aus der Vor-Saison. Und die Eislöwen waren in der Vergangenheit immer ein unangenehmer Gegner.«

Von Kooperationspartner Köln wird Robin van Calster wie am vergangenen Wochenende den Roten Teufeln wieder zur Verfügung stehen. Ob der zuletzt fehlende Christoph Körner als Außenstürmer neben den Top-Scorern Taylor Vause und Tristan Keck wieder dabei ist, entscheide sich erst am Spieltag.

Löwen setzen Bestmarken: Die Löwen hatten DEL2-Start-Rekord von sieben Siegen in Serie noch eingestellt. Dann kam die Niederlage in Bayreuth, die eine neue, alleinige Bestmarke verhindert hatte. Superlative jagt der Kader von Bo Subr dennoch reichlich. Angefangen über individuelle Statistiken wie beispielsweise bei der Fangquote und den Gegentorschnitt von Neuzugang Jake Hildebrand (beide Werte sind in der DEL2 derzeit unerreicht) bis zu den Kennzahlen der kompletten Mannschaft. Kein Team spielt erfolgreicher im Powerplay, kein Team ist erfolgreicher in Unterzahl. Keine Mannschaft braucht weniger Schüsse, um einen Treffer zu erzielten.

Selbst die Kritiker im näheren Umfeld waren beeindruckt von den bisherigen Auftritten der Löwen, deren Transfers sich auf den Ausländer- und den deutschen Schlüsselpositionen gleichermaßen von der Konkurrenz abgehoben haben. Mit Rylan Schwartz und Dylan Wruck stehen zwei (eingdeutschte) Ex-DEL-Profis an der Spitze der Scorerliste, darunter folgt mit Ryan Moser ein weiterer gebürtiger Kanadier. Auf den Kontingentpositionen überzeugen neben Torwart Hildebrand auch die letztjährigen DEL-Stürmer Matt Carey und Carson McMillan sowie Vorjahres-DEL-Verteidiger Bobby Raymond als Kopf der Defensive.

Kuriosität in Dresden: Den Eislöwen - mittelfristig gewiss DEL-Ambitionen hegend - fehlte in den ersten Wochen die Konstanz, um eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Insbesondere fehlt der Reihe um Topscorer Jordan Knackstedt die Entlastung. Die beiden Schweden-Stürmer Johan Porsberger (zwei Tore, zwei Assists) und David Rundqvist (ein Tor, ein Assits) können dem Team von Andreas Brockmann noch nicht den Stempel aufdrücken, wie man dies von Kontingentspielern erwartet. Die Verteidiger Simon Karlsson (aus Bayreuth gekommen) und David Suvanto (zuletzt Frankfurt) ergänzen das Skandinavien-Quartett an der Elbe. Zusammengestellt wurde der Kader unter anderem von Matthias Roos, der zweimal auch schon für den EC Bad Nauheim gearbeitet hat. Mit Niklas Mannes und Jussi Peterson finden sich auch zwei ehemalige Förderlizenzspieler von den Roten Teufel im Team der Sachsen. Kurios: Die Eislöwen haben bei eigener Unterzahl mehr Treffer erzielt (vier) als erhalten (zwei).



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