15. Mai 2021, 10:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Von Stadion- und Personal-Planungen

Das Thema Stadion, die Kader- und Saisonplanung, die Besetzung der Position des Sportlichen Leiters: Beim virtuellen Fan-Talk des EC Bad Nauheim wurde viele Fragen beantwortet.
15. Mai 2021, 10:00 Uhr
Virtueller Fan-Talk: Rund 80 Teilnehmer waren zugeschaltet; unter anderem Tobias Wörle (unten links), der als Neuzugang präsentiert worden ist. FOTO: SCREENSHOT

Der EC Bad Nauheim hatte Neugier geweckt. Am Mittwochabend waren rund 80 Anhänger des Eishockey-Zweitligisten zum virtuellen Fan-Talk des Fördervereins Teufelskreis zugeschaltet. Geschäftsführer Andreas Ortwein, Geschäftsleiter Dag Heydecker und Trainer Harry Lange sprachen über die Fortschritte bei der Stadion-Planung, über den Kader für die Saison, die vakanten Positionen in der sportlichen Führung und präsentierten mit Tobias Wörle (zweifacher deutscher Meister, über 700 DEL-Spiele) den zweiten Neuzugang (wir berichteten). - Die wichtigsten Themen des Fan-Talks im Überblick:

Dauerkarten: Rund 200 Bestellungen sind in der ersten Woche nach dem Vorverkaufsstart in der Geschäftsstelle eingetroffen. »Das zeugt von Interesse und einer großen emotionalen Verbundenheit. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich viele Fans danach sehnen, wieder in das Stadion gehen zu können«, sagt Geschäftsleiter Dag Heydecker. Bad Nauheim zählt DEL2-weit zu den ersten Klubs überhaupt, die bereits ein Saison-Ticket anbieten.

Das Stadion: Der EC Bad Nauheim übernimmt eigenständig die Arena-Vorplanung und entlastet damit die Stadt. Mögliche Investoren und Werbepartner wurden eingebunden, um den einst auf rund 180 000 Euro kalkulierten nächsten Schritt umsetzen zu können; immer in enger Absprache mit Bürgermeister Klaus Kreß und Stadtrat Peter Krank.

Die Ergebnisse dieser Vorplanung sollen im September vorliegen und zu einem politischen Grundsatzbeschluss führen. »Im Herbst wünschen wir uns eine positive Perspektive«, sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein, der dieses Projekt während der vergangenen Monate in vielen Gespräche vorangetrieben hat.

Nachgefragt wurde im Fan-Meeting auch bezüglich des Standorts. Man sei nach vielen Gesprächen zu einem Ergebnis gekommen, »mit dem wir einen sehr großen Teil der Menschen mitnehmen können«. Details bezüglich des Standorts hat sich Ortwein nicht entlocken lassen.

Der Sportliche Leiter und Assistenz-Trainer: Beide Positionen - zuletzt durch Matthias Baldys und Patrick Strauch besetzt - sind derzeit vakant. »Ich hätte Patrick sehr gerne an meiner Seite gehabt. Das weiß jeder. Es gibt aber auch viele Gründe, die für dessen Rückkehr nach Köln sprechen«, sagt Coach Harry Lange, der sich mit einer Handvoll Co-Trainer-Kandidaten in den vergangenen Tagen ausgetauscht hat. Eine Entscheidung, wer ihm künftig assistiere, sei noch nicht gefallen.

Die Position des Sportlichen Leiters will die Spielbetriebs GmbH erst zur neuen Saison besetzen. Der Sport an sich solle dabei im Aufgabenfeld des neuen Mannes künftig eine größere Rolle spielen als bisher, sagt Ortwein. Den Bereich Wohnungen/Autos beispielsweise habe man bereits intern verteilt.

Die Saison 2021/22: Die DEL2-Hauptrunde soll am 1. Oktober starten. Das ist drei Wochen später als üblich. Bis Mitte März sollen über (Pre-)Playoff- und Playdown-Teilnahme entschieden sein, bis Ende April der Meister feststehen. Die Spieler der Roten Teufel werden zum 15. August in Bad Nauheim erwartet. Rund eine Woche ist für den »Check-in« - darunter fällt beispielsweise Wohnungs- und Auto-Übergabe, Medizin-und Fitness-Check, Formalitäten - veranschlagt.

In der letzten August-Woche will Lange eine fünfwöchige Vorbereitung auf dem Eis beginnnen. Denkbar ist, aufgrund der aktuell besseren Planbarkeit, ein Trainingslager in Bad Nauheim durchzuführen.

Lange würde seinen Kader gerne im Vergleich mit höherklassigen Klubs sehen, was bei einem möglichen DEL-Start im September aber nur schwer umzusetzen sein dürfte.

Die Kooperation mit Köln: Das Konstrukt mit Köln und die Chance, die jungen Spielern geboten werde, bezeichnet Lange als »sehr gut«. Die Umsetzung war in der Saison 20/21 - auch aufgrund der Hürden durch die Corona-Pandemie - allerdings misslungen. Die Roten Teufel haben mit der Verpflichtung von U21-Spieler Fabian Herrmann unterstrichen, sich auf den U-Stellen nicht völlig vom Kooperationpartner abhängig machen zu wollen. Man hoffe auf mehr Konstanz und weniger Fluktuation, sagt Lange. Wünschenswert sei natürlich, mit Spielern fest planen zu können. Zwar stehe mit der U20-Mannschaft aus Köln ein Pool an alternativen Nachwuchsspielern zur Verfügung, doch besuchen viele der Talente noch die Schule, können oft nur am Wochenende zur Verfügung stehen. »Da muss man jeweils abwägen, ob das Sinn macht.« DEL- und DEL2-Klub werden ihre Partnerschaft auch im kommenden Jahr fortsetzen.

Mit den Oberligisten Limburg und Herne werde man ebenfalls in den Dialog treten, um die Kooperationen fortzusetzen.

Das Jubiläum: Das »75-Jährige« ist im Winter 20/21 fast untergegangen. Man habe Ideen in der Schublade, die man hervorhole, wenn Verantaltungen gesichert planbar seien, sagt Ortwein. Insgeheim hofft man, die A-Nationalmannschaft mal wieder in Bad Nauheim zu einem Länderspiel präsentieren zu können. Der Haken: Der Deutsche Eishockey-Bund muss in der Saison 2021/22 zunächst seine Verpflichtungen aus dem Vor-Winter eingehen, als die verbeinbarten Spiele auf Grund der Pandemie ausgefallen waren.

Rund um das Colonel-Knight-Stadion wolle man die Menschen zudem visuell auf eine Zeitreise einladen und die Geschichte des Eissport in Bad Nauheim veranschaulichen. »Da müssen wir schauen, was machbar ist und sich umsetzen lässt«, sagt Heydecker.

Die Kaderplanung: Harry Lange, der Trainer und Kaderplaner, sieht sich auf einem guten Weg. Auf den vier Importpositionen werde man sich Zeit lassen. »Da muss jeder Schuss sitzen.« Ziel sei es zunächst, die Defensive solide aufzustellen. »Wenn uns das gelingt, dann bin ich auch mutig genug, um mit vier Ausländern vorne spielen zu lassen. Und ich glaube, ich kriege das hin.«

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