02. November 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: So erlebte Marc El-Sayed sein Comeback

300 Tage Wettkampfpause - eine Ewigkeit im Profi-Sport. Marc El-Sayed vom EC Bad Nauheim hat nun sein Comeback gefeiert und blickt auf einen emotionalen Tag zurück.
02. November 2021, 07:00 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Marc El-Sayed hat wieder gut lachen. Nach 300 Tagen Wettkampfpause hat der 30-Jährige am Freitag sein Comeback beim EC Bad Nauheim feiern können. Die Fans haben den Kapitän entsprechend gefeiert. FOTO: CHUC

Ein Tor Unterschied nur. Immer und immer wieder. Acht der bislang zehn Saisonspiele des EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 wurden durch nur einen Treffer Differenz entschieden, dazu kommen die Empty-Net-Goal-Partie gegen Kassel (1:3) und der deutliche Erfolg in Bad Tölz (7:3). Mehr Spannung konnten die Roten Teufel ihren Fans im Oktober 2021 im Grunde kaum bieten. Ärgerlich aber: Gerade zu Hause - und Bad Nauheim hat ebenso ungewohnt wie erfreulich weiter den drittbesten DEL2-Zuschauerschnitt - ist die Mannschaft von Trainer Harry Lange in vier von sechs Spielen als Verlierer vom Eis gegangen.

»Die Liga ist eben brutal ausgeglichen. Du kannst nur punkten, wenn über 60 Minuten hinweg alles stimmt. Das ist uns wieder nicht gelungen«, sagte der Trainer nach dem Sonntag-Spiel. In Frankfurt am Freitag (3:2) war dies noch der Fall, gegen Dresden am Sonntag (1:2) konnte die Leistung nicht bestätigt werden. Mit der Partie in Selb (Dienstag, 19.30 Uhr) beginnt nun eine Serie von drei Auswärtsspielen (Freitag in Landshut, Sonntag in Freiburg), ehe der Spielbetrieb auf Grund des Deutschland-Cups tradtionell unterbrochen wird.

Im Fokus am Wochenende stand Marc El-Sayed. 300 Tage - im Profi-Sport eine gefühlte Ewigkeit - hatte der Kapitän, der Roten Teufel auf Grund einer Herzmuskelentzündung gefehlt. Beachtliche 39 Pflicht- und acht Testspiele hatte er verpasst. In Frankfurt - und damit etwas früher als prognostiziert - stand der 30-Jährige am Freitagabend dann überraschend im Kader. »Ich hatte gut trainiert und mich gut gefühlt. Und die letzten Prozentpunkte erreicht man ohnehin nur über Wettkampfpraxis. Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um diesen Schritt zu gehen, ist vorab schwer zu beantworten«, sagt El-Sayed. »Im Training kannste Du Dir mal einen Bock leisten, im Spiel eben nicht. Ich habe aber großes Vertrauen innerhalb des Klubs gespürt. Das war wichtig. Und dieses Glück hat nicht jeder«, sagt El-Sayed, der auf Erfahrungen aus zehn Spielzeiten und 450 Einsätzen in der DEL zurückgreifen kann.

Aufgeregt sei er trotz all seiner Routine gewesen. »Eine positive Nervosität. So krass war’s schon lange nicht mehr.« Körperlich und auch die Psyche betreffend, habe die Erkrankung keine Rolle mehr gespielt. »Aber ich konnte nicht so recht einschätzen, wie ich denn mit zunehmender Spieldauer so unterwegs sein werde.« El-Sayed führte die vierte Reihe mit Leon Köhler und Förderlizenzspieler Robin van Calster, gab dem Trainer die Möglichkeit, die vorderen Reihen zu entlasten. Und schließlich gehörte El-Sayed zur Gruppe derer, die ganz am Ende auf dem Eis gestanden haben, um den knappen Vorsprung zu verteidigen, eine seiner Qualitäten.

»Ich denke, schon mit seinem ersten Schritt auf das Eis hat man gesehen, welche Stabilität er seiner Reihe gibt«, sagt Lange über die Rückkehr des in der Vor-Saison so vermissten Mittelstürmers.

Es fühle sich sehr gut an, »samstags endlich wieder genauso müde wie die Teamkollegen« in der Kabine zu sitzen, das sei einfach etwas anders, wenn man zuvor gemeinsam auf dem Eis gestanden habe, schmunzelte El-Sayed am Rande des Auslaufens zwischen den beiden Wochenend-Partien.

Heute in Selb

Am Dienstag geht’s für die Roten Teufel nun in Selb weiter. Auf ein Sechs-Punkte-Wochenende war beim Neuling nun eine Nullnummer gefolgt (2:6 in Dresden, 1:4 gegen Ravensburg). Die Wölfe, mit dem Kanadier Evan Weninger zwischen den Pfosten, haben nach zehn Spielen bereits 49 Gegentore in ihrer Bilanz stehen; mehr als jeder andere Zweitligist. Mit Siegen gegen Kassel oder auch Crimmitschau hat der Tabellen-13. mit Ex-Teufel Lanny Gare in seinen Reihen aber auch für schon im positiven Sinne überraschen können.



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