02. Februar 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Krisen-Gipfel

Beim EC Bad Nauheim werden nach der enttäuschenden Leistung vom Sonntag klare Worte gesprochen. Jetzt geht’s zum Krisen-Gipfel zum ESV Kaufbeuren.
02. Februar 2021, 07:00 Uhr
nickolaus_mn
Von Michael Nickolaus
Das ist das 0:4. Nach einem Stockfehler von Marvin Ratmann (links) trifft Robert Kneisler für Bietigheim. Daniel Ketter kann nicht mehr eingreifen. Torwart Felix Bick ist beim Schuss in den Winkel chancenlos. FOTO:CHUC

Kaufbeuren. Ausgerechnet Kaufbeuren. Dort, im Allgäu, haben die Roten Teufel zuletzt gleich 13 Spiele in Serie verloren. Dort, beim Tabellen-Vorletzten der Deutschen Eishockey-Liga 2, will sich der EC Bad Nauheim am Dienstag (19.30 Uhr) für den enttäuschenden Heim-Auftritt gegen Bietigheim (2:6) rehabilitieren.

Im Rückblick: Die Kritik an den Roten Teufeln wird lauter. Der erste Auswärts-Dreier der Saison (4:2 am Freitag in Ravensburg) kann das Stimmungsbild im Umfeld nicht aufhellen. Die Leistung gegen das Mini-Aufgebot aus Bietigheim war über weite Strecken DEL2-unwürdig. Als »inakzeptabel«, bezeichnete Matthias Baldys, der Sportliche Leiter die Darbietung in den ersten 20 Minuten. Geschäftsführer Andreas Ortwein, der die Partie mit ernster Miene aus dem D-Block verfolgt hatte, meinte am Morgen danach: »Da gibt’s keine Ausreden und auch nichts Schönzureden. Das geht so nicht.« In der Pressekonferenz hatte sich Hannu Järvenpää geradezu entwaffnet ehrlich geäußert. »49 Prozent muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich habe mein Bestes versucht, der Mannschaft die Umstände klar zu machen und darauf hinzuweisen, was uns erwartet. Offenbar ist meine Botschaft nicht angekommen«, sagte der Trainer. »Die anderen 51 Prozent müssen die Führungsspieler auf sich nehmen. Das sind schließlich gestandene Männer mit klarem Verstand.« Er fühle sich leer, fügte der Finne an. »Die Mannschaft hat Potenzial und nicht einmal die Hälfte der Runde ist absolviert. Das stimmt mich positiv.«

Die gute Nachricht am Montagmorgen: Simon Gnyp und Julian Chrobot, die am Samstag zu den Roten Teufeln zurückgekehrt sind, werden auch beim Spiel in Kaufbeuren zur Verfügung stehen. Darüberhinaus ist bezüglich der U20-Nationalspieler mit Kooperationspartner Köln noch keine Vereinbarung getroffen worden. Fehlen wird erneut Mark Richardson, bislang noch ohne Eistraining nach der Qurantäne. Ob Luis Üffing wieder zu Verfügung steht, war am Montag noch offen. »Wir als Rote Teufel werden kein Spiel gewinnen, wenn wir nicht über 60 Minuten mit 100 Prozent spielen. Da macht’s auch keinen Unterschied, ob wir - wie gegen Bietigheim nur gegen elf - oder aber 18 Spieler antreten«, sagt Matthias Baldys. Die Teufel hatten den Bietigheim Steelers stattdessen in die Karten gespielt. Ohne Feuer, ohne Tempo, Zweikampfhärte und Aggressivität.

Den Hessen ist sogar das seltene Kunststück gelungen, in beiden Wochenend-Spielen ohne Strafzeit zu bleiben. Die Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet.

Formtief in Kaufbeuren: Vier der letzten fünf Spiele hat der ESV Kaufbeuren verloren. Platz 13 erinnert an eigentlich schon vergessene Abstiegskampf-Zeiten, nachdem die Allgäuer zuletzt als Playoff-Halbfinal-Kandidat gehandelt worden waren. Mit Torwart Stefan Vajs und dem herausragenden Topscorer Sami Blomqvist (nur fünf Spiele) fehlen Trainer Rob Pallin zwei elementare Persönlichkeiten. Hinter dessen Wunschspielern John Lammers (37 Punkte aus 21 Spielen) und Tyler Spurgeon (32 Punkte aus 24 Spielern) sind Leistungsträger wie Denis Pfaffengut, Joe Lewis oder auch Brando Gracel nicht in der Form, wie man das erhofft hatte. ESVK-Geschäftsführer Michael Kreitl hatte kürzlich von einer »Wohlfühl-Oase« gesprochen. »Einige Spieler zeigen sich nicht. Wenn es helfen sollte, dann spielen wir mit vier bis fünf Verteidigern und nur acht oder neun Stürmern«, sagte Pallin am Sonntag. Er sei »sehr enttäuscht«. Auffallend: In den vergangenen vier Spielen hat die Mannschaft allein zehn Gegentore in Unterzahl bekommen.

Dem Lichtblick, einem Sieg gegen Heilbronn, sind dann aber Niederlagen in Bietigheim und gegen Dresden gefolgt. Torwart Vajs wird von Jan Dalgic und dem aus Füssen nachverpflichteten Max Meier vertreten. Der Blomqvist-Ausfall wurde hingegen nicht kompensiert. Am Freitag hat sich nun Daniel Oppolzer verletzt. Dem Ex-Teufel und Sympathieträger droht angesichts des Verdachts auf Schlüsselbeinbruch das vorzeitige Saisonende.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos