12. Februar 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Jetzt müssen Taten folgen

Der EC Bad Nauheim ist in der Tabelle durchgereicht worden. Jetzt wächst der Druck. Personell gibt’s vor der Reise nach Dresden ein Fragzeichen.
12. Februar 2021, 07:00 Uhr
Maximilian Glötzl vom EC Bad Nauheim blockiert vor dem Tor von Felix Bick den Schussweg von Ville Järvelainen (Bayreuth). Nach seiner Rückkehr von der U 20-WM zählt Glötzl zu den beständigsten Verteidigern der Roten Teufel. (Foto: Florian Dehn (https://chuc.de))

Analysieren, diskutieren, abwägen. Die kommunikativen Mittel beim Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim sind inzwischen ausgereizt. In den Wochenendspielen in Dresden (Freitag, 19.30 Uhr) und zu Hause gegen Landshut (17 Uhr) müssen jetzt Taten folgen; das Auftreten, wie auch die Punktausbeute betreffend. Eine Bilanz von nur vier Siegen aus 16 Spielen hat die Roten Teufel aus den Playoff-Positionen gespült und in Verbindung mit einer zugleich enttäuschend leidenschaftslosen Darbietung eine Trainer-Diskussion im Umfeld entfacht. Von Geschäftsführer Andreas Ortwein gab’s Rückendeckung für Hannu Järvenpää. Jetzt muss der Finne aber auch Mittel finden, um die Mannschaft auf der Krise zu führen. »Ich glaube an die Qualität der Mannschaft und dass sie für das Wochenende bereit ist«, sagt Järvenpää.

Die personelle Situation: Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Julian Chrobot. Der Förderlizenzspieler war am Donnerstag Corona-Test-Turnus von Kooperationspartner Köln. Ob er im DEL-Spiel der Haie am Freitag gegen Bremerhaven zum Einsatz kommt, oder am morgen doch noch mit den Roten Teufeln nach Dresden reist, soll kurzfristig entschieden werden. Für Chrobot könnte Leon Köhler (zuletzt beim Oberligisten Limburg im Einsatz) wieder in den DEL2-Kader rotieren.

»Wir hatten zwei gute Trainingseinheiten, haben unsere Fehler angesprochen und kleinere Veränderungen vorgenommen«, sagt Trainer Järvenpää. »Wir haben gestandene Spieler im Kader, die jetzt Verantwortung übernehmen und vorangehen müssen.«

Die Anfangs-Erfolge hatten die Roten Teufel mit einer Vier-Reihen-Rotation gefeiert. Im Dezember wurden Niederlage unter anderem mit dem dünnen besetzten Kader begründet, jetzt bleiben die erhofften Resultate aber trotz »voller Kapelle«, wie es oft so schön heißt aus. Schon gegen Bayreuth am Sonntag wie in Frankfurt am Dienstag haben die Schlüsselspieler mehr Eiszeit und damit mehr Verantwortung bekommen - und wirkten am Ende ausgepowert. Eine Gratwanderung angesichts des eng getakteten Programm auf der einen Seite und der Pflicht, Ergebnisse liefern zu müssen, auf der anderen.

Verteidiger Aaron Reinig - am vergangenen Wochenende überzählig nur Zuschauer - stand in Frankfurt zwar wieder im Kader, blieb aber ohne Eiszeit. »Er wird auch wieder Eiszeit bekommen«, sagt Järvenpää. Ob am Wochenende oder erst in Zukunft - da wollte sich der Trainer noch nicht festlegen.

Brockmann-Effekt in Dresden: Kurz vor dem Jahreswechsel hatten die Eislöwen Rico Rossi beurlaubt und Andreas Brockmann als dessen Nachfolger präsentiert. Die Rechnung ist aufgegangen. In 15 Spielen unter Brockmann wurden 24 Zähler gewonnen (mit Rossi gewann Dresden elf Punkte in 14 Partien). Der Anschluss zu den Playoff-Rängen konnte hergestellt werden. Vier der letzten fünf Spiele konnten die Eislöwen gewinnen. Aus der Reihe fällt der 2:10-Ausrutscher in eigener Halle gegen die Löwen Frankfurt. Als überzähliger Kontingentspieler ist Elvijs Biezais auf der Tribüne zu erwarten. Aus den bisherigen zwei Saisonspielen holten die Roten Teufel fünf von sechs Spielern.

Niederlagen-Serie in Landshut: Der EVL ist aktuell aus den Top Acht heraus gerutscht. Zuletzt kassierte Landshut drei knappe Niederlagen in Serie; allesamt Resultate der Kategorie »vermeidbar«. Der Deutsche Meister von 1970 und 1983 hat mit Zach O’Brien den Top-Torschützen und -scorer der Liga in seinen Reihen. Ein Wiedersehen gibt’s mit dem früheren Teufel-Kapitän Maximilian Brandl sowie Pascal Steck. Der Stürmer war in der Adventszeit als Förderlizenzspieler für Bad Nauheim am Puck, ist vor vier Wochen aber in seine Heimat gewechselt, wo zuletzt in der vierten Reihe zum Einsatz gebracht wurde.

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