Lokalsport

EC Bad Nauheim: Déjà-vu in der Dauerschleife

Mit Harry Lange als Trainer schießt der EC Bad Nauheim mehr Tore und hat die Zahl der Gegentreffer reduziert. Am Ende erleben die Roten Teufel aber ein Déjà-vu in der Dauerschleife.
18. März 2021, 07:00 Uhr
Michael Nickolaus
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Willkommen in der Deutschen Eishockey-Liga 2: Neuzugang David Aslin vom EC Bad Nauheim (links) setzt sich hier gegen Branden Gracel vom ESV Kaufbeuren durch. FOTO: CHUC

Der EC Bad Nauheim spielt sich in der Deutschen Eishockey-Liga 2 von einem Déjà-vu-Erlebnis zum nächsten. Am Dienstagabend hatten die Roten Teufel wieder vieles richtig gemacht, und wieder waren am Ende Frust und Enttäuschung groß; zum Kopfschütteln, zum Verzweifeln. Zum sechsten Mal innerhalb der vergangenen vier Wochen war mindestens ein Punkt binnen der letzten 100 Sekunden verspielt worden. »Irgendwann ist’s dann eben auch eine Frage der Qualität«, sagt Harry Lange, der Trainer. »Das nichts mehr mit Glück oder Pech zu tun.« Nach einem trainingsfreien Mittwoch geht’s am Donnerstag (19.30 Uhr) gegen die Dresdner Eislöwen, den Tabellennachbarn.

Die Ausgangslage: Der EC Bad Nauheim trifft unter Trainer Harry Lange öfter das Tor als unter dessen Vorgänger Hannu Järvenpää, und die Roten Teufel haben Zahl der Gegentore reduziert. Was fehlt - das sind die Punkte. Am Dienstag haben die Roten Teufel zum sechsten Mal in den letzten zwölf Spielen ein Gegentor während der letzten beiden Minuten der regulären Spielzeit kassiert. 99 Sekunden fehlten nun im Spiel gegen den ESV Kaufbeuren. Zwei Punkte hat’s diesmal gekostet, da die Partie nach Verlängerung verloren wurde.

»Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minuten konzentriert und präsent sein - und das waren wir nicht«, sagt Harry Lange angesichts der Art und Weise, wie die Gegentore eingeleitet wurden.

Wie schon 48 Stunden zuvor in Bayreuth hatten die Roten Teufel mit vier offensiven Importspielern taktiert und Mark Richardson, den mutmaßliche Nummer-eins-Verteidiger als überzähligen Kontingentspieler aus dem Kader gestrichen. Erstaunlich: Zweimal gab lediglich zwei Gegentore in der regulären Spielzeit. Für die Partie gegen Dresden lässt Lange die Entscheidung noch offen. Fraglich ist zudem, ob Unterstützung von Kooperationspartner Köln kommt.

Ex-Teufel ist Sportdirektor-Kandidat in Dresden: Vieles deutet darauf hin: Matthias Roos, der als Geschäftsstellenleiter und Teammanager schon zweimal für den EC Bad Nauheim gearbeitet hat, wird bei den Eislöwen die Sportliche Leitung übernehmen, nachdem sich die Sachsen kürzlich von Marco Stichnoth getrennt haben. Zuletzt war Roos bis zum Abschluss der vergangenen Saison beim DEL-Klub Krefeld als Geschäftsführer tätig.

Im Kampf um Platz acht treten die Eislöwen derzeit auf der Stelle. Siege und Niederlagen wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Am Dienstag in Frankfurt unterlag die Mannschaft von Andreas Brockmann mit 2:5. Der Trainer war nur mit den ersten 20 Minuten zufrieden. »Danach waren wir zu passiv und haben nach der Verletzung von Torwart Riku Helenius auch den Faden verloren. Unsere Führungsspieler haben viel Eiszeit. Irgendwann macht sich das bei unserem Spielrhythmus natürlich bemerkbar«, sagt der Coach, der während der Saison Rico Rossi abgelöst hatte. In Frankfurt fehlten neben dem Letten Elvjis Biezais noch der US-Amerikaner Even Trupp sowie Dennis Swinnen, Tom Knobloch und Steve Hanusch. Wer für die Partie in Bad Nauheim in den Kader zurückkkehrt, ist noch offen.

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