12. März 2021, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: »All-in« oder alles beim Alten?

Stürmer David Aslin hofft auf sein Debüt beim EC Bad Nauheim. Ob es dazu am Wochenende kommt, ist auch von Kooperationspartner Köln abhängig.
12. März 2021, 07:00 Uhr
Hofft auf seinen ersten Einsatz für den EC Bad Nauheim: Der schwedische Stürmer David Aslin trainiert seit vergangenen Samstag mit dem Eishockey-Zweitligisten. FOTO: CHUC

Sie kommen nach einem Rückstand inzwischen wieder zurück ins Spiel. Sie sind immer wieder dran. So nah dran. Doch am Ende stehen die Roten Teufel meist mit leeren Händen da. Acht von neun Spielen unter Cheftrainer Harry Lange hat Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim verloren, davon sechs Partien mit nur einem Tor Unterschied und eine weitere Begegnung erst in der Schlussminute deutlich. Nur einmal, in Crimmitschau, enttäuschte die Mannschaft so richtig. »Die Jungs glauben wieder an sich, holen Rückstände auf. Aber wir müssen das eben auch vom ersten bis zum letzten Wechsel durchziehen«, sagt Lange. Sein Team erwartet am Freitag (19.30 Uhr) den wohl größten Brocken der Liga, die Kassel Huskies, den souveränen Tabellenführer. Weiter geht’s in der kommenden Woche im Zwei-Tage-Rhythmus; beginnend mit der Partie in Bayreuth (Sonntag, 17 Uhr).

Der Last-Minute-Knockout: Der Dienstag war trainingsfrei. Viel Eiszeit war am Vorabend beim 4:5 in Freiburg auf sehr wenige Schultern verteilt worden. »Fehler passieren. Das gehört dazu. Dann muss ich eben noch mehr für meinen Nebenmann mitlaufen, um solche Tore zu vermeiden«, sagt Harry Lange. Von Pech wolle er nach dem Gegentor 0,4 Sekunden vor der Schlusssirene nicht reden, vielmehr von einer Fehlerkette innerhalb der letzten elf Sekunde nach dem Bully im Angriffsdrittel. »Pech ist allenfalls der Zeitpunkt, an dem dies passiert ist.«

Der Blick nach vorne : »All-in«, sprich vier Kontingentspieler in der Offensive, oder bleibt auf den Importstellen alles beim Alten? Diese Frage wird erst am Spieltag entschieden; und dürfte zu einem großen Teil auch von Kooperationspartner Köln abhängen. Der DEL-Klub hatte am Mittwochabend gegen Berlin (3:6), sieben Verteidiger im Aufgebot; insgesamt standen sechs Förderlizenzspieler im Kader (sogar ohne Marvin Ratmann und Julian Chrobot, beide bis Samstag in Quarantäne). Kommen Simon Gnyp (8:32 Minuten Eiszeit in diesem Spiel) oder Maxi Glötzl (5:54) nach Bad Nauheim zurück, könnte am Abend David Aslin sein Debüt bei den Roten Teufeln geben. Der Schwede war am Montag vergangener Woche als fünfter Kontingentspieler verpflichtet worden. »Wenn wir ein Spiel gewinnen wollen, werden wir vier Tore schießen müssen, weil uns hinten einfach die Stabilität fehlt«, meint der Coach. In den letzten zwölf Spielen hat seine Mannschaft nur einmal weniger als drei Gegentore bekommen.

Premiere bei den Huskies: Die Zahlen sind beeindruckend: 85 Punkte. Das sind elf Zähler mehr als Bietigheim. Und der Tabellenzweite hat sogar ein Spiel mehr ausgetragen. 154 Tore geschossen. Mehr als jeder andere Klub. Nur 86 Gegentreffer. Kein anderes Team liegt nach 39 Spielen im zweistelligen Bereich. Jetzt aber sind die Kassel Huskies tatsächlich in zwei aufeinanderfolgenden Spielen ohne Punktgewinn geblieben; in Kaufbeuren am Samstag (3:4) und gegen Bietigheim (2:3) am Montag. 12,8 Sekunden vor dem Ende kassierten die Nordhessen den spielentscheidenden Treffer. »Wir müssen 60 Minuten bis zur letzten Sirene spielen. Das war eine gute, aber auch schwierige Lektion für die Mannschaft«, sagt Trainer Tim Kehler gegenüber der HNA. Einmal nur überhaupt haben die Huskies ein Spiel mit mehr als einem Treffer Unterschied verloren.

Jetzt hat aber auch die Huskies das Verletzungspech erwischt. Nach Nathan Burns fallen auch Lukas Laub und Marc Schmidpeter für den Rest der Hauptrunde aus. Brett Cameron und Corey Trivino fehlten zuletzt auf Grund ihrer Blessuren, so dass nur drei Importspieler im Kader standen. Brett Breitkreuz ist zudem angeschlagen.

Topscorer der Huskies ist im übrigen ein Verteidiger: Troy Rutkowski hat acht Treffer erzielt und 31 weitere Tore aufgelegt. Damit hat der Kanadier öfter getroffen als sämtliche Abwehrspieler der Roten Teufel zusammen (sechs Treffer).

Gute Laune bei den Tigers: Ex-Teufel Petri Kujala lässt Bayreuth von einer Playoff-Teilnahme träumen. In den vergangenen 14 Tagen hat seine Mannschaft Bietigheim geschlagen, gegen Frankfurt gepunktet und Zusatzzähler gegen Lausitz und Landshut gesichert. Fünf Punkte trennen die Wagnerstädter von Platz acht. Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Ex-Teufel Niklas Mannes sowie Tyler Gron, mit 19 Toren zweitbester Torschütze hinter dem internen Topscorer Ville Järveläinen (27 Tore, 29 Vorlagen).

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