27. November 2020, 07:00 Uhr

Doch nur ein Wochenend-Spiel

27. November 2020, 07:00 Uhr
Leon Köhler (r.) - hier vom Bietigheimer Kapitän Nicolai Goc bedrängt - ersetzt am Wochenende Förderlizenzspieler Mick Köhler, der zu den Kölner Haien zurückgekehrt ist. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Nun also doch: Nach zwei Wochenenden mit lediglich je einem Spiel und der Nachholpartie gegen die Bayreuth Tigers unter der Woche schien bis Donnerstagabend alles auf den ersten »normalen Doppelspieltag« für den EC Bad Nauheim in der Deutschen Eishockey-Liga 2 seit dem Saisonstart hinauszulaufen - dann wurde die gesamte Mannschaft des Sonntagsgegners Tölzer Löwen nach positiven Corona-Tests in Quarantäne geschickt. Die Partie muss verlegt werden, ein neuer Termin stand am Abend noch nicht fest. »Wir diskutieren unsere Optionen für Sonntag«, sagte der Sportliche Leiter des EC, Matthias Baldys, am Abend. Mögliche Gegner wären Frankfurt, Freiburg - und seit Donnerstagabend und der gleichzeitig mit Tölz verkündeten Quarantäne der Bietigheim Steelers - auch Landshut, obwohl dort selbst ein Großteil des Teams außer Gefecht ist (siehe Kasten).

Fest steht: Die Bad Nauheimer spielen ein Spiel - das aber auch vorverlegt werden musste. Da sich auch der ursprüngliche Gegner von Freitag, der ESV Kaufbeuren, nach etlichen positiven Corona-Tests mittlerweile die zweite Woche in Quarantäne befindet, hatten die Verantwortlichen der »Roten Teufel« am Mittwoch die Vorverlegung des Spiels gegen die Heilbronner Falken vom 20. Dezember auf Freitag (19.30 Uhr/live auf Sprade TV) eingetütet. Für EC-Trainer Hannu Järvenpää war der spontane Gegnerwechsel kein großes Problem: »Natürlich bereiten wir uns auf jedes Spiel individuell und mit Blick auf den Gegner vor, aber wir haben genug Zeit und hatten eine gute Trainingseinheit«, sagte er am Donnerstagmittag.

Personelles: Im Kader der Bad Nauheimer gibt es im Vergleich zum Dienstag-Spiel nur eine Veränderung: Stürmer Mick Köhler ist zum Start der DEL-Vorbereitung zurück bei den Kölner Haien, seinen Platz soll Leon Köhler einnehmen. Der 20-jährige Linksschütze saß am Dienstag bereits auf der Tribüne, nachdem er zum Saisonauftakt gegen die Bietigheim Steelers sein Profidebüt gegeben hatte. »Mick soll von Anfang an die Möglichkeit erhalten, sich für das DEL-Team zu empfehlen«, erklärt Baldys den Weggang des Kölner Förderlizenzspielers.

Falken-Trainer redet Klartext

Schiefer Haussegen in Heilbronn: Die Heilbronner haben erst vier Begegnungen absolviert, gingen dabei dreimal als Verlierer und beim 3:2 nach Verlängerung in Frankfurt nur einmal als Sieger vom Eis - einen »Dreier« gab es für das aktuelle Tabellenschlusslicht noch nicht, obwohl das Team in allen Spielen mindestens zwei Drittel auf Augenhöhe agiert hatte. Das Problem der Mannschaft von Trainer Michael Zeiter: das Unterzahlspiel - kein Team ist bislang schlechter. Das gilt auch für die Gegentore pro Spiel - fünf sind es aktuell im Schnitt. Zur Unzeit kam da der langfristige Ausfall von Abwehrchef Ian Brady vor zehn Tagen, der mit einer Kopfverletzung monatelang fehlen wird. Einen Ersatz gibt es bislang noch nicht. Brady reiht sich in die Liste der Ausfälle von Davis Koch, Florian Elisa (beide verletzt) und Moritz Wirth (in Mannheim) ein, auch hinter dem Einsatz von Keeper Matthias Nemes steht noch ein Fragezeichen. Trainer Zeiter hat Anfang der Woche dennoch von seinem Team eine Reaktion gefordert - mehr Disziplin und mehr Fokussiertheit brauche es, um es auch mal zu schaffen, eine Führung mit guter Defensivarbeit konzentriert über die Zeit zu bringen.

Quarantäne in Bad Tölz: Auf Anordnung des örtlichen Gesundheitsamtes befindet sich die komplette Mannschaft der Tölzer Löwen seit Donnerstag in häuslicher Quarantäne. Die Verantwortlichen der Löwen hatten in dieser Woche erneut PCR-Tests durchgeführt, nachdem das Team am Sonntag gegen Weißwasser gespielt hatte (7:1), das nach mehreren positiven Befunden ebenfalls seit Montag in Quarantäne ist. Die erneuten Tests in Bad Tölz haben auch positive Befunde hervorgebracht - Namen oder Zahlen wurden nicht genannt. »Wir finden es für unsere Fans schade, dass wir nicht spielen. Es ist aber wichtig, die Infektionsketten zu unterbrechen, sowie die Mitarbeiter, Spieler, Familien und potenziellen Kontaktpersonen zu schützen. Wir bleiben mit allen Spielern in Kontakt und werden sie bestmöglich unterstützen«, erklärte Löwen-Geschäftsführer Christian Donbeck.

Järvenpää warnt vor Lässigkeit

Das sagt EC-Trainer Hannu Järvenpää: »Wenn wir denken, wir holen gegen Heilbronn einfache Punkte, weil sie Letzter sind, werden wir verlieren. Sie haben ein gutes Team mit starken Spielern, die bei nur vier Spielen genug Zeit für Training und Gespräche hatten. Wir müssen bereit sein, wenn wir Punkte holen wollen.«

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