05. Januar 2021, 16:00 Uhr

Badminton

Die Spielzeit ist beendet

Der hessische Verband hat die Saison 2020/21 für beendet erklärt. Nur die Zweitliga- und die Regionalliga-Mannschaft des SV Fun-Ball Dortelweil könnten noch auf die Wettkampfbühne zurückkehren.
05. Januar 2021, 16:00 Uhr
Es ist vorbei. Der Hessische Badminton-Verband hat die Saison 2020/21 abgebrochen und den Ligabetrieb damit beendet. DPA

Das Präsidium des Hessischen Badminton-Verbandes (HBV) hat gemeinsam mit den Bezirksvorständen und dem zuständigen Ausschuss für Spielbetrieb beschlossen, dass die derzeit durch Corona pausierende Saison mit sofortiger Wirkung abgebrochen wird.

»Die Corona-Pandemie hat Hessen weiterhin fest im Griff«, teilt der hessische Verband auf seiner Homepage mit. Durch hohe Infektionszahlen, Lockdown, Kontaktreduzierung und temporäre Ausgangssperren sei in absehbarer Zeit an einen geregelten Sportbetrieb nicht zu denken. Der Schutz und die Gesundheit der Athleten und aller Beteiligten stehe an oberster Stelle.

Unter dem Dach des HBV sind alle Ligen unterhalb der Oberliga organisiert. Für die Badminton-Abteilung des SV Fun-Ball Dortelweil bedeutet das also, dass nur die erste und die zweite Mannschaft noch auf eine Fortsetzung des Ligabetriebs hoffen können. »Ich kann die Entscheidung des Verbands nachvollziehen«, erklärt Fun-Ball-Abteilungsleiter und 2. Vorsitzender Klaus Rotter auch Nachfrage. »Allzu viel Freiraum hätte man ohnehin nicht gehabt, auch wenn der Ligabetrieb in Hessen noch mal gestartet worden wäre.« Da ab Mitte April schon wieder Ranglisten, Turniere und Qualifikationen anstehen, ist der zeitliche Rahmen begrenzt. Und eben dieser Turnierbetrieb bleibt den Badminton-Spielern als kleiner Lichtblick am Horizont, auch wenn der HBV alle Veranstaltungen auf Landesebene für das erste Quartal 2021 ebenfalls abgesagt hat.

Derweil fassen die Leistungssportler, die beim SV Fun-Ball um Bundesliga-Punkte spielen, den 28. Februar ins Auge. »Für die 1. und 2. Bundesliga hat man beschlossen, die fehlenden Spieltage der Hinrunde noch zu spielen und die Saison danach zu beenden. So ähnlich dürfte es auch in der Regionalliga laufen«, erklärt Rotter. In der Südstaffel der 2. Liga rangieren die Fun-Baller um Kai Schäfer und Irina Andersen nach fünf gespielten Begegnungen auf Platz eins. Demnach stehen noch weitere fünf Partien aus, die die Dortelweiler von der Aufstiegsrunde und einer möglichen Rückkehr ins Oberhaus trennen.

Für die übrigen vier Mannschaften, die der Verein gemeldet hat und die in der Hessenliga bzw. auf Bezirksebene ihre sportliche Heimat haben, ist die Spielzeit dagegen beendet. Das gleiche gilt für die drei Jugendteams vom SV Fun-Ball. Schluss mit dem Ligabetrieb ist außerdem für die TG Friedberg (u. a. Bezirksoberliga Frauen) und den TSV Nieder-Mörlen (Bezirksliga B West).

Saisonabbruch ohne Wertung

In seiner Mitteilung begründet der hessische Verband seine Entscheidung nicht zuletzt mit Engpässen bei der Hallenbelegung: »Erschwerend kommt für den Ligabetrieb hinzu, dass Städte und Gemeinden im Laufe des Dezembers teilweise ihre Sporthallen zu Impfzentren umfunktioniert haben.« Ein Trainings- und Spielbetrieb sei dort somit nicht mehr möglich.

In Hessen wird die Saison 2020/21 ohne Wertung beendet. Durch die geringe Anzahl an ausgetragenen Liga-Begegnungen wird es in den hessischen Klassen keine Auf- und Absteiger geben. Die Mannschaften bleiben für die Saison 2021/22 in gleicher Konstellation in ihren jeweiligen Ligen. »Weitere Festlegungen und Ergänzungen zur neuen Saison werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht«, heißt es auf der HBV-Seite.

Die allgemeine Stimmung im 4000 Mitglieder starken Sportverein vor den Toren Bad Vilbels beschreibt Klaus Rotter mit den Worten: »Wie im Bevölkerungsdurchschnitt: Einige ziehen sich völlig zurück und wollen erst wieder einsteigen, wenn die Situation sich beruhigt hat. Für andere stellt sich das ganze nicht so schlimm dar.« Dennoch sei auch in Dortelweil die Erkenntnis der Notwendigkeit des Lockdowns gewachsen. »Nur wenige meckern über die Maßnahmen der Behörden.«

Nicht ganz so positiv eingestellt ist Rotter hinsichtlich einer hessenweit geltenden Vorgabe, die offiziell eine Ausnahme auch für Amateursportler vorsieht und die »Sportausübung alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand« billigt. »Das war doch nur so ein Placebo, den man den Leuten hinwerfen wollte«, kritisiert Rotter, der es für utopisch hält, riesige Hallen für zwei Personen zu beleuchten und zu beheizen. »Es wäre im Rahmen dieser Regel auch beinahe unmöglich für uns, Prioritäten herzustellen und dem einen den Hallenzutritt zu erlauben und dem anderen erstmal nicht.«

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