26. Juni 2021, 07:00 Uhr

Die geteilte Spielklasse

26. Juni 2021, 07:00 Uhr
Türk-Gücü--Torjäger Noah Michel im Strafraum des FV Bad Vilbel, wo Torwart Robin Orband seinen Abschluss zu verhindern versucht. In der Fußball-Saison 21/22 spielen die beiden Klubs aus der Wetterauer in der Gruppe B der Hessenliga. (Foto: Jaux)

Die Fußball-Hessenliga, die höchste Spielklasse im hessischen Fußballverband (HFV), wird geteilt. Diese Nachricht vom Donnerstagabend war erwartet worden, schließlich hatte sich bei einer Sitzung der Vereinsvertreter mit dem neuen Klassenleiter Thorsten Bastian (Rockenberg) in Grünberg vor knapp zwei Wochen schon abgezeichnet, dass die Mehrheit keine »Marathonsaison« mit 42 Spieltagen absolvieren möchte.

Nun haben sich die Vereine im Umlaufverfahren auf eine Teilung der Liga in je elf Mannschaften nach regionalen Gesichtspunkten mit Hin- und Rückrunde entschieden, gefolgt von einer Auf- und Abstiegsrunde. Dieses Modell hat »nur« 34 Spieltage für die Klubs zur Folge. Diesem Wunsch folgte der Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung mit seinem Beschluss.

»Wir hatten sehr konstruktive Gespräche mit unseren Hessenligisten, die sich der aktuellen Situation mit großem Realismus stellen und daher auch Einigkeit in dieser Lösung erzielt haben«, erklärte Bastian. »Eine Teilung in der kommenden Saison ist unter den gegebenen Gesichtspunkten erforderlich, sodass eine reguläre und sportliche Beendigung im Rahmen der weiterhin bestehenden Gefahr der Corona-Pandemie wahrscheinlicher wird.«

Neben dieser Lösung, für die mit 16 Vereinen die große Mehrheit votierte, und der »normalen« Runde, für die sich ein Befürworter fand, stand außerdem das Modell einer Einfachrunde mit einer anschließenden Auf- und Abstiegsrunde zur Debatte, das fünf Vereine bevorzugten.

Trainer für Hin- und Rückrunde

Carsten Weber, Trainer von Türk Gücü Friedberg, hat Verständnis für die Entscheidung der Vereine und des HFV. »Uns geht es wie allen, glaube ich. Wir hätten gerne eine normale Hin- und Rückrunde gespielt, aber es ist eine vernünftige und nachvollziehbare Entscheidung. Die Einteilung ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung«, sagte er. Im Vergleich zur Vorsaison habe sich die Sutiation durch die zwei Absteiger aus der Regionalliga Südwest eben nochmals verschärft. Ein Vorteil dieses Modells gegenüber der Einfachrunde sei die Tatsache, dass man nun gleich viele Heim- und Auswärtsspiele - zumindest im ersten Schritt - habe. Die kürzeren Fahrtstrecken sind für den Übungsleiter aber kein Argument: »Ich wäre auch längere Strecken gefahren, das gehört in der Hessenliga einfach dazu.«

Sein Amtskollege Amir Mustafic vom zweiten Wetterauer Hessenliga-Vertreter FV Bad Vilbel, tat sich auf Nachfrage unserer Redaktion mit der Einordnung des Modells schwer. »Ich hätte lieber eine komplette Runde absolviert. Aber, viele Leute haben sich ihre Gedanken gemacht und haben offenbar Sorge, dass dies nicht umzusetzen ist.« Sportlich betrachtet sagt der Übungsleiter zur Gruppeneinteilung: »In beiden Gruppen befinden sich vier, fünf richtig gute Mannschaften. In unserer Staffel denke ich da an Dreieich, Türk Gücü und Walldorf, wo investiert wird, oder auch Eddersheim.«

Klarheit für Gruppenligen

Inzwischen ist auch der Beschluss für das Spielgeschehen in den Gruppenligen Frankfurt-West und -Ost ergangen. Beide Ligen spielen regulär mit Hin- und Rückrunde. Hintergrund ist kein eindeutiges Stimmungsbild bei einer Videokonferenz der Ost-Vereine sowie die geringe Rücklaufquote bei einer Umfrage des HFV unter den West-Klubs. Laut HFV »wird das Modell mit Hin- und Rückrunde unter sportlichen Gesichtspunkten als das gerechteste eingeschätzt«. Zudem stünden mit Blick auf das Wertungsszenario die beiden Gruppenligen nun - wie gewünscht - im Einklang. Zur Erinnerung: Im Falle eines erneuten Saisonabbruchs ist es das Ziel, bei 50 Prozent der Spiele eine Wertungsgrundlage unter Anwendung der Quotienregel zu haben.



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