22. April 2021, 07:00 Uhr

Fussball

Denkmodelle im Amateur-Bereich

Der Austausch ist intensiv, die Modelle sind vielfältig. Im Hessischen Fußball-Verband werde alle Optionen geprüft.
22. April 2021, 07:00 Uhr
Wann treffen sie sich wieder auf dem Fußballplatz? Jannis Lüdemann vom FSV Kloppenheim (links) und Gorgis Vardi vom SV Hoch-Weisel. FOTO: JAUX

Die 32 Kreisfußballwarte im Hessischen Fußball-Verband (HFV) stecken in einem Dilemma. Sie würden gerne, dürfen aber nicht. Wenn sie denn dürfen, wollen sie bestens vorbereitet sein. Und auch, wenn sie noch so gut vorbereitet sind, kann es nicht sofort losgehen, denn die Menschen, die Fußball spielen, sind keine Maschinen, sondern sie müssen ihren Körper, die Muskeln, Sehnen und ihr Herz-Kreislauf-System zunächst auf die bevorstehenden Prüfungen und Strapazen einstellen. Sprich: Sechs Wochen Vorbereitungszeit müssen einkalkuliert werden.

Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um loslegen zu können, »treffen« sich die Fußballwarte in regelmäßigen Abständen im »www«, im »World Wide Web«, zu Online-Meetings; auch in dieser Woche. Obwohl zwischenzeitlich eigentlich wenig bis gar nichts passiert ist, dauerte das virtuelle Zusammenkommen immerhin geschlagene zwei Stunden. Also muss wohl doch irgendetwas zur Diskussion gestanden haben.

»Es geht darum, Modelle zu überdenken. Keiner weiß ja, wann und unter welchen Voraussetzungen gespielt werden kann«, erklärt Thorsten Bastian, Fußballwart des Kreises Friedberg und Regionalsportbeauftragter. Außer ihm und seinen 31 hessischen Kollegen war auch der Verbandsspielausschuss unter der Leitung von Jürgen Radeck und seinem Stellvertreter Matthias Bausch »zugegen«. Die Logik, die über allem steht: Nicht diese Herren entscheiden über das weitere Vorgehen, sondern die pandemische Entwicklung. Daher kann selbstredend auch kein Zeitpunkt festgemacht werden, wann was wie und wo vielleicht gehen könnte.

Verstanden. Der Zeitpunkt ist zwar ungewiss, aber das Vorgehen beim Re-Start muss abgesprochen sein. Und da gibt es viele Optionen.

Bei allem und von allen gewünschtem Pragmatismus in der Vorgehensweise gibt es einen Haken: Mit welchem System letztlich gespielt werden soll, muss bereits vor der Runde festgelegt werden. Man kann also nicht hingehen und nach der Vorrunde sagen: ,Jetzt wird im Playoff-System weiter gespielt. Warum eigentlich nicht? Der HFV befürchtet, dass Klubs den Rechtsweg beschreiten.

Im Kreis Friedberg ist angesichts der kleineren Ligen nicht mit terminlichen Schwierigkeiten zu rechnen, so dass nach dem bewährten Modus mit Hin- und Rückrunde gespielt werden düfte. Am 6. Juni soll eine Bestandsaufnahme erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Vereine ihre Meldungen für den Spielbetrieb abgeben. »Bislang ist noch kein Verein bezüglich eines Rückzugs an mich herangetreten. Das ist erfreulich«, sagt Bastian.

Sorgen bereitet ihm als Regionalbeauftragter die Situation in der Region Frankfurt. Die Gruppenligen Ost und West speisen zusammen mit der Gruppenliga Darmstadt die Verbandsliga Süd, so dass in diesen Gruppenligen zwingend unter den gleichen Voraussetzungen gespielt werden muss.

Die Kreisfußballwarte wären gerne flexibler in der Rundengestaltung, aber es gäbe am Ende allen Treibens immer wieder nach oben die Schnittstelle zwischen Regionalliga und Hessenliga, zwischen Profi- und Amateurfußball.

Klar ist, man wolle den Vereinen eine Saison ohne Terminstress anbieten, zumal die Entscheidungsträger eine gewissen Fürsorgepflicht gegenüber den Aktiven haben. Von der muskulären und herz-kreislauf-spezifischen Seite mal ganz abgesehen, macht es während einer Pandemie keinen Sinn, das Immunsystem der Spieler zu sehr zu belasten. Es wird also noch einige weitere Online-Sitzungen dauern, bis zum einen Land in Sicht sein wird und zum anderen irgendwelche Spielpläne - egal ob mit Einfachrunde, Klassenteilungen, Playoff-Spielen - in der Schublade auf grünes Licht der Regierung warten.

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