09. Juni 2021, 16:00 Uhr

Das »Bärenschweizer-Gen«

Nach zwölf Jahren auf dem Trainerstuhl des Fußball-Kreisoberligisten SV Bruchenbrücken hat Stefan Schneider Platz für einen Nachfolger gemacht - seinen Co-Trainer Henry Schmidt. Der spricht im Interview über das Amt und die neue Saison.
09. Juni 2021, 16:00 Uhr
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Von Thomas Brannekämper
Seit es die Corona-Regeln wieder erlauben, sind die Kicker des SV Bruchenbrücken wieder auf dem Platz - und hoffen auf eine baldige Terminierung des Saisonstarts samt Beginn der Vorbereitung. Neu beim Verein aus dem Friedberger Vorort: Nach zwölf Jahren steht mit Henry Schmidt (kleines Foto) ein neuer Mann an der Seitenlinie.

Jahrelang war der SV Bruchenbrücken mit einem Namen auf der Trainerbank verbunden - Stefan Schneider. Der Coach der »Bärenschweizer« zählte zum absoluten Inventar des Vereins aus dem Friedberger Vorort. Zwölf Jahre hatte er auf dem Bruchenbrückener Sportgelände den Taktstock in der Hand und war somit quasi der »Christian Streich« der Wetterau. Doch zu Beginn der neuen Runde ist Schluss, Schneider zieht sich aus beruflichen Gründen in die zweite Reihe zurück und übergibt den Staffelstab an Co-Trainer Henry Schmidt. Mit dieser Besetzung auf der Trainerposition bleibt man sich in Bruchenbrücken treu: Auch Schmidt ist ein absolutes Urgestein. Im Interview nimmt er Stellung zur aktuellen Lage und Bezug auf die Größe der Fußstapfen, die ihm sein Vorgänger hinterlassen hat.

Herr Schmidt, was ist das für ein Gefühl, einen so verdienten Trainer wie Ihren Vorgänger nach so langer Zeit abzulösen?

Stefan Schneider ist ja nicht ganz weg, er unterstützt mich noch als Co-Trainer und in der Kaderplanung wird er weiterhin ein gewichtiges Wort bei den sportlichen Geschicken seines Vereins mitreden. Sicher, die Fußstapfen sind groß, doch habe ich auch schon die vergangenen drei Jahre als Co-Trainer mitgearbeitet. Des Weiteren spiele ich seit der Jugend in Bruchenbrücken Fußball, habe noch in keinem anderen Verein gespielt. Somit trage auch ich das »Bärenschweizer-Gen« in mir. Ich weiß wie der Verein tickt, worauf es beim SVB ankommt. Seit ich vom Jugend- in den Seniorenbereich gewechselt bin, hatte ich Stefan Schneider als Trainer. Ich war Kapitän in der ersten Mannschaft, leider hat mich dann eine schwere Knieverletzung gestoppt und meine Laufbahn beendet. So kam ich über die Trainerstation der A-Jugend der JSG Friedberg/Niddatal zur Reserve des SVB. Und hier konnte ich als Co-Trainer und in Verantwortung für die Reservespielgemeinschaft mit Kaichen erste Erfahrungen als Übungsleiter sammeln. So fiel dann, nachdem Stefan bekundet hatte, kürzertreten zu wollen, die Wahl auf mich.

Wohin führt die Reise des SV Bruchenbrücken? Schließlich hatten Sie in der abgelaufenen Runde eine sehr stabile Defensive und lediglich eine Niederlage zu verkraften.

Ja, und die Niederlage wurmt besonders. Zum einen war es das Stadtduell gegen den VfB Friedberg, das wir mit 1:3 verloren haben. Zum anderen war dies das letzte Spiel vor dem Abbruch der Saison und somit auch das letzte Spiel von Stefan Schneider - er wollte bestimmt nicht mit einer Niederlage aufhören. Wir ernten immer mehr den Lohn unserer Umstrukturierung in den vergangenen Jahren, junge Spieler wie Fabian Lösche übernehmen mehr und mehr Verantwortung, mit Unterstützung unserer erfahrenen Spieler wie Jeremy Cue oder Tobias Vogeler. Diese können den Rest der Mannschaft führen. Wir verfügen außerdem mit Andreas Mehnert über einen exzellenten Torwart. Wir haben insgesamt eine gute Truppe mit einer sehr guten Mischung. Sportlich wollen wir natürlich wieder daran anknüpfen, wo wir zum Rundenabbruch waren. Unser Kader ist sehr gut und ausgeglichen besetzt. Und auch die Kaderbreite lässt keine Wünsche offen. Somit sollten wir auch in der kommenden eine gute Runde spielen. Eine Platzierung in der Spitzengruppe ist nicht unwahrscheinlich und sollte auch der Anspruch unseres Kaders sein.

Als Neuzugang können wir David Gonzales von der Hessenliga-Reserve von Türk Gücü Friedberg bei uns begrüßen. Ebenso wird Tim Farnung nach auskuriertem Kreuzband-riss wieder zum Kader stoßen. Verlassen werden uns derweil Aron Schütz (SV Germania Ockstadt, Anm. d. Red.), während Jonas Heller es wieder zurück zum FC Nieder-Florstadt zieht, sowie Ümit Karpuz, der eine Trainertätigkeit (SG Rodheim, Anm. d. Red.) anstrebt. Verlängert wurde die Spielgemeinschaft mit dem FC Kaichen in der zweiten Mannschaft, die sich für beide Seiten als Gewinn herauskristallisiert hat. Was mich besonders freut, ist, das wir wieder eine Jugendmannschaft haben. Frank Bierbrauer ist hier mit großem Engagement zu Gange, um unseren Bambinis die ersten Schritte des Fußball-Abc beizubringen.

Wagen wir eine kleinen Ausblick, wie lautet Ihre Einschätzung zur Terminierung zum Rundenstart?

Ich würde mir wünschen, das wir Ende August, Anfang September mit der Saison starten können. Wir haben, als die Corona-Regeln es wieder erlaubt haben, mit einer lockeren Trainingseinheit angefangen. Dies werden wir auch beibehalten, mit zwei Einheiten auf freiwilliger Basis. Wenn wir wissen, wann es definitiv losgeht, werden wir mit hoffentlich genügend Vorlauf in die Vorbereitung starten. Mein größter Wunsch ist, das wir mit diesem Kader die kommende Runde sportlich zu Ende spielen können. Und bei nun 15 Mannschaften in der Kreisoberliga sehe ich hierfür wirklich gute Chancen.



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