23. Oktober 2015, 14:33 Uhr

Tadda übernimmt DiLeo-Rolle bei den 46ers

gae/mv) Karsten Tadda, Benjamin Lischka und Maurice Pluskota haben viel Spaß beim freiwilligen Wurftraining. Es wird gelacht, gefeixt – und bei Nichterfolg gibt es einen lockeren Spruch hinterher.
23. Oktober 2015, 14:33 Uhr
Gießens Headcoach Denis Wucherer und sein neuer Führungsspieler Karsten Tadda gehen den Game-Plan für das Alba-Spiel am Samstag durch. (Foto: Red)

(Der von den Gießen 46ers verpflichtete Basketball-Nationalspieler Tadda ist bereits nach einem Training integriert – Spieler seiner Qualität scheinen keine Anpassungsprobleme zu haben.

Der Neue: Vor den Augen seiner Frau Kyra spulte Karsten Tadda die Einheit am Donnerstagmorgen professionell herunter, er kennt schon die Lauf- und Passwege einiger Systeme. Und dass er Verantwortung übernehmen will, zeigt er den Kiebitzen in der Osthalle mit mehreren Drives zum Korb – auch wenn nicht alle Bälle ihr Ziel fanden. »Ich freue mich, hier zu sein, und auf das Spiel gegen Alba«, sagte er. Am Samstag um 20.30 Uhr wird der 26-jährige Guard sein Debüt für den Aufsteiger in der Partie gegen den Bundesliga-Spitzenreiter geben. Aber nicht zuschauend von der Bank aus, wie vor 13 Tagen im Trikot der Brose Baskets Bamberg, als er bei der 80:81-Niederlage des deutschen Meisters keine einzige Sekunde ran durfte. »Karsten wird eins-zu-eins die Rolle von TJ übernehmen«, erklärte Coach Denis Wucherer. Das heißt: Der 64-fache Nationalspieler soll vorneweg gehen – hinten wie vorne. Spannend wird sein, wie er die neue Rolle interpretiert.

Die Verletzten: TJ DiLeo humpelte an Krücken. Sechs Wochen Gips am linken Fuß hat er vorerst verordnet bekommen. »Ich habe noch Glück gehabt«, sagte der 46ers-Kapitän, denn sein Mittelfußbruch, den er sich vergangenen Samstag bei der Niederlage in Hagen zugezogen hatte, kann konservativ behandelt werden. Er rechnet selbst mit einem Ausfall von zehn Wochen. Maurice Pluskota muss wohl noch mindestens drei Wochen warten, bis er nach seiner Stressfraktur im Unterschenkel wieder einsetzbar ist. »Wenn ich voll belaste, habe ich noch Schmerzen«, sagte der 23-jährige Powerforward. Bei Eric James Palm (gebrochener Finger der Wurfhand) verläuft der Heilungsprozess hingegen wie geplant: In zwei Wochen kann er wohl ins Teamtraining einsteigen. Gleichwohl hat Ekene Ibekwe seine Nasenoperation hinter sich gebracht. Zehn Tage soll er jeglichen Körperkontakt im Übungsprozess meiden und dann ins Teamtraining wieder integriert werden.

Die Taktik: Die Strategie gegen den Favoriten Alba Berlin liegt für Coach Wucherer auf der Hand: »Es kann nur über Emotionen gehen!« Wie beim Coup gegen Bamberg. »Wenn alle am Leistungslimit spielen, haben wir eine Chance«, so Wucherer weiter, der zudem mit der »Osthölle« rechnet. Der 42-Jährige weiß aber auch ganz genau, dass er die vollständige und dauerhafte Unterstützung von den Rängen nur dann erhält, wenn sein Team und jeder Einzelne davon auf dem Parkett alles gibt.

Der Gegner: Die Berliner haben in der Liga bisher eine starke Spielzeit hinter sich. Fünf Spiele, fünf Siege stehen in der BBL derzeit für den Hauptstadtklub zu Buche. Eine Niederlage gegen einen deutschen Verein gab es trotzdem: Im Eurocup unterlag Berlin den Riesen aus Ludwigsburg. Im Sommer stand bei den Albatrossen ein Umbruch an, Topstars wie Reggie Redding (Darüssafaka Istanbul), Jamel McLean (Armani Mailand) und Cliff Hammonds verließen den Verein, dafür kamen junge, hungrige Spieler wie das Aufbau-Duo Will Cherry und Jordan Taylor oder Center Mitchell Watt. 46ers-Trainer Denis Wucherer erwartet gewohnt bissige Verteidigung von den Berlinern. Aufpassen müssen die Gießener vor allem auf Dragan Milosavljevic: Der serbische Nationalspieler wurde diese Woche zum Spieltags-MVP im Eurocup gekürt, erzielte 17 Punkte, sechs Rebounds, drei Assists und zog neun Fouls beim 82:76 über Reggio Emilia.

Die Geschichte: Chancenlos? In den letzten 34 Spielen gewann Berlin 33-mal. Die Gießener triumphierten nur ein einziges Mal: Am 12. Oktober 2003 sichert der Brite Wilbur Johnson eine Sekunde vor dem Ende den 98:96-Sieg zum Saisonstart und verwandelt die Osthalle in ein Tollhaus. Am Ende der Saison standen die 46ers allerdings erstmals in ihrer Vereinsgeschichte mit einem Bein in der zweiten Liga und wurden nur von den Insolvenzen beim Mitteldeutschen BC und Brandt Hagen gerettet.



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