28. Februar 2021, 22:26 Uhr

Am (Tabellen-)Ende angekommen

28. Februar 2021, 22:26 Uhr
In der Klemme: Huba Sekesi (hinten) - hier gecheckt von Ludwig Nirschl (Lausitzer Füchse) - und der EC Bad Nauheim haben von neun Partien im Februar lediglich zwei gewonnen sowie aus zwei weiteren immerhin einen Punkt mitgenommen. (Foto: A. Chuc (https://chuc.de))

EC Bad Nauheim


Der EC Bad Nauheim steckt trotz zwischenzeitlichem Trainerwechsel weiter in der Krise: Nach dem 2:3 gegen die Lausitzer Füchse vom Sonntagabend sind die »Roten Teufel« nun Schlusslicht der Deutschen Eishockey-Liga 2. Das in den vergangenen Wochen immer wieder betonte Ziel, die Playoff-Teilnahme, erscheint ferner denn je.

Besonders bitter: Mit Verteidiger Mark Richardson und Andreas Pauli, die beide unabhängig voneinander einen Puck ins Gesicht bekamen und ins Krankenhaus mussten - Richardson hatte zuvor mit Vollvisier weitergespielt, Pauli war zum Schlussdrittel nicht mehr aufs Eis gekommen - drohen einen Tag vor Ende des Transferschlusses die Ausfälle zweier erfahrener Spieler.

»Das ist Wahnsinn, wie wir unsere Spiele verlieren«, sagte EC-Trainer Harry Lange. »Alle drei Gegentore waren vermeidbar. Wir sind im ersten Drittel nicht mit der Energie, die wir uns gewünscht haben, aus der Kabine gekommen, erst im letzten Drittel lief es etwas besser, vielleicht weil wir dann etwas weniger nachgedacht haben. Manchmal läuft im Sport einfach gar nichts - und genau an diesem Punkt sind wir gerade.«

Nach dem schwachen Auftritt in Crimmitschau von Freitag hatte das neue Trainer-Duo Lange/Patrick Strauch die Positionen von Topscorer Cason Hohmann und Mick Köhler getauscht. Bereits nach 74 Sekunden schien dieser Plan aufzugehen, als Kelsey Tessier den ECN in Führung schoss (2.). Doch bis auf ein Solo von Freddy Cabana (12.) war es das offensiv für lange Zeit. In der Partie, die dem Niveau der beiden formschwachen Teams entsprach, war zwar reichlich Tempo und oft auch der Wille zu Kampf und Einsatz, spielerische Klasse suchte man dagegen beiderseits vergebens.

Den Gästen reichte im Grunde genommen das schwächste Drittel der Hausherren, um die Partie zu drehen. Nachdem Ludwig Nirschl im ersten Abschnitt bereits nur am Pfosten gescheitert war (14.), fiel Mitte des zweiten Durchgangs gleich ein Doppelschlag: Rylan Schwartz war der Nutznießer eines Missverständnisses zwischen Maximilian Glötzl und Aaron Reinig in der EC-Defensive und traf zum Ausgleich (28.). Keine Minute später lag der Puck nach einem Fehler im Spielaufbau von Luis Üffing und dem Abschluss von Luis Rentsch (29.) erneut im Netz.

Auch ein Unterzahlspiel brachte die Sachsen in der Folge nicht aus dem Konzept, stattdessen traf Andrew Clark 0,8 Sekunden vor Drittelende gar zum 3:1, als der EC die Scheibe nicht hatte klären können, nachdem zuvor Rentsch alleine vor Bick den dritten Treffer noch verpasst hatte (28.). Besonders bitter: Wenige Sekunden zuvor hatte Freddy Cabana mit einem schwach abgeschlossenen Penalty den 2:2-Ausgleich noch verpasst (39.).

Vielleicht war es der Ausraster von Tessier, der nach dem 1:3 seinen Schläger auf Bicks Kasten zu Kleinholz verarbeitete, vielleicht war es die Pausenansprache der Coaches: Die Gastgeber kamen verbessert zurück aufs Eis, hatten einige Abschlüsse, doch eine Mischung aus Unvermögen, zu häufigem Zögern und fehlendem Scheibenglück sollten verhindern, dass die Partie gegen die zunehmend nur noch das nötigste machende Gäste noch einmal kippte. Zwar traf Stefan Reiter noch zum 2:3 (44.), doch zu mehr reichte es nicht - auch nicht, obwohl Jonathon Martin nach bösem Check gegen Tomas Schmidt in den Schlussminuten eine Zwei-plus-zehn-Minuten-Strafe kassierte und der EC schließlich Torhüter Felix Bick für den sechsten Feldspieler vom Eis nahm. Ein Pfostentreffer von Cabana zehn Sekunden vor dem Ende war das der Ende aller Angriffsbemühungen. Langes Fazit: »Wir haben heute nicht hart genug für das Glück zum Sieg gearbeitet.« Bereits am Dienstag (19.30 Uhr) geht es gegen die Tölzer Löwen weiter.

EC Bad Nauheim: Bick - Richardson, Glötzl, Gnyp, Sekesi, Ketter, Schmidt, Reinig - Pauli, Köhler, Arniel, Hohmann, Körner, Tessier, Üffing, Reiter, Cabana, Cornett, Bettahar.

Lausitzer Füchse: Ancicka - Walters, Ross, Kania, Pozivil, Raab - Reichel, Clark, Andres, Schwartz, Ross, Martin, Döring, Roßmy, Nirschl, Reuß, Detig, Rentsch.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Naust/Apel. - Zuschauer: keine. - Strafen: 2 / 4 plus 10 (Martin) Minuten . - Tore: 1:0 (2.) Tessier (Körner), 1:1 (28.) Schwarz (Ross), 1:2 (29.) Rentsch (Reuß, Walters), 1:3 (40.) Clark (Ross, Schwartz), 2:3 (44.) Reiter (Arniel, Glötzl).

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