12. November 2019, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

Zuschauer, Sponsoren, Gastonomie - So steht der EC Bad Nauheim im Ligavergleich da

Der EC Bad Nauheim fiebert dem Winter-Derby gegen die Löwen Frankfurt entgegen. Doch bei der Trikotpräsentation am Montagabend gab es auch interessante Zahlen für den Hintergrund.
12. November 2019, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim


Das Geheimnis ist gelüftet! Am Montagabend hat der EC Bad Nauheim das Winter-Derby-Trikot für die Partie am 14. Dezember (20.30 Uhr) in Offenbach gegen die Löwen Frankfurt vorgestellt (Bild). Im VIP-Raum des Colonel-Knight-Stadions wurde den Werbepartnern des Eishockey-Zweitligisten zudem das Rahmenprogramm für diesen eissport-historischen Tag präsentiert. Andreas Ortwein, der Geschäftsführer, setzte die Roten Teufel zudem anhand der aktuellen DEL 2-Auswertungen in einen höchst interessanten Vergleich zu den konkurrierenden Standorten. Schließlich gaben Trainer Christof Kreutzer, der Sportliche Leiter Matthias Baldys sowie die Profis Felix Bick und Andreas Pauli noch einen Einblick in den sportlichen Bereich.

EC Bad Nauheim: Fan-Meile beim Winter-Derby öffnet um 16 Uhr, Spiel beginnt um 20.30 Uhr

Schwarz als Grundfarbe, ein grimmig dreinschauener Teufel auf der Trikot-Vorderseite - das Design für das exklusive Jersey für das größte Spiel der mehr als 70-jährigen Eishockey-Geschichte der Kurstadt ist durchaus gelungen. Die Löwen Frankfurt hatten ihr Dress unter dem Motto »Goldenes Stöffsche« kürzlich bereits vorgestellt; angelehnt an ein Apfelweinglas, das »National-Getränk« am Main.

Die Fan-Meile rund um das Fußball-Stadion am Bieberer Berg öffnet um 16 Uhr. Das Spiel beginnt um 20.30 Uhr und wird live im Hessischen Rundfunk übertragen. Bislang wurden rund 13 000 Karten verkauft. 20 500 Zuschauer finden in der Arena Platz. Im Vorprogramm präsentiert sich die Eiskunstlauf-Abteilung des LSC Bad Nauheim ebenso wie der Nachwuchs der Roten Teufel, die im Eishockey wie auch im Eisfußball gegen die Löwen Frankfurt antreten. Für die entsprechende Stimmung im Stadion werden als musikalischer Live-Act die Donots sorgen, eine deutsche Punkrock-Band, die unter anderem für ihren Hit »We’re not gonna take it« bekannt ist. Mit Beginn der HR-Übertragung um 20.15 Uhr startet die Einlaufzeremonie. Bis Ende der Woche - das wurde am Abend kommuniziert - wolle der EC Bad Nauheim detailliert über die An- und Abfahrt-Situation und Shuttlebus-Optionen informieren.

EC Bad Nauheim: Gute Zahlen bei Gastronomie und Merchandising, schlechte bei den Zuschauern

Eröffnet wurde der Sponsoren-Abend im exklusiven Kreis durch eine sogenannte Benchmark-Analyse der DEL 2. Anhand umfangreichen Zahlenmaterials lässt sich ablesen, wo Bad Nauheim im Liga-Vergleich steht. Das Positive vorneweg: In den Top-Drei der Liga bewegen sich die Roten Teufel in den Umsätzen in den Bereichen Merchandising und Gastronomie. Rein vom »Sport-Etat«, den Ausgaben für Spieler, Trainer samt Autos und Wohnungen, liegen die Roten Teufel - im Vorjahr Tabellen-Sechster - im Bereich der Plätze neun und zehn. Mit 2476 Hauptrunden-Zuschauern in der Vorsaison bewegt sich Bad Nauheim im Mittelfeld der Zuschauertabelle, aber: rein von den Ticket-Erlösen ist man in der Wetterau signifikant schlechter platziert, wenngleich sich die Eintrittspreise im Liga-Durchschnitt bewegen.

Die Hintergründe: Zum einen spielt das Verhältnis der Steh- und Sitzplatz-Gäste eine Rolle. Zwar stehen im Colonel-Knight-Stadion rund 1800 Sitzplätze zur Verfügung, doch bleiben in diesem Bereich aufgrund schlechter Sicht eben sehr viele höherpreisige Plätze unbesetzt, die anderenorts verkauft werden. Und gerade das Thema Nebel und beschlagene Plexiglasscheiben hat den Roten Teufeln im ersten Saisonviertel ordentlich zugesetzt. Trotz Tabellenplatz drei und einem jüngsten Derby-Erfolg in Frankfurt blieb man zuletzt zweimal unter 2000 Zuschauern. Im aktuellen Zuschauer-Ranking ist Bad Nauheim - trotz der beiden Heim-Derbys gegen Frankfurt und Kassel - nur Elfer. Hinter den Roten Teufeln finden sich neben Heilbronn noch Crimmitschau und Bayreuth, zwei Standorte mit ebenso veralteten, offenen und längst nicht mehr zeitgemäßen Stadien. Auch im VIP-Bereich stößt man in Bad Nauheim längst an Kapazitätsgrenzen.

EC Bad Nauheim: Geschäftsführer Andreas Ortwein spricht von »standortbedingten Grenzen« der Vermarktung

»Im Bereich der Vermarktung sind wir stetig im Wachstum und versuchen, kreative Ideen zu entwickeln. Aber irgendwann sind eben standortbedingte Grenzen erreicht«, sagte Ortwein und schlug den Bogen in Richtung Weißwasser und Kaufbeuren, wo über neue Stadien in andere wirtschaftliche Dimensionen vorgestoßen wurde und neue Zuschauer gewonnen werden konnten. Die Benchmark-Analyse zeigt zudem: Im Bereich der Vermarktung gelingt es anderen Klubs, annähernd doppelte Erlöse zu erzielen. »Das Stadion ist der elementare Faktor, um die Entwicklung voranzutreiben«, betonte Ortwein in diesem Zusammenhang einmal mehr.

Angesichts der Gegebenheiten könnte eine Top-Sechs-Platzierung wie in den vergangenen beiden Jahren gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. »Wir brauchen Wachstum, sonst werden wir irgendwann Rückschritte in Kauf nehmen müssen«, sagte der Geschäftsführer, natürlich in Anlehnung an die Initiative zum Bau einer Multifunktionsarena. Eine Machbarkeitsstudie wurde durch die Stadt bereits in Auftrag gegeben. Vor dem Jahreswechsel soll diese abgeschlossen sein, sollen deren Ergebnisse als Grundlage für den weiteren Dialog mit der Stadt, dem Land und dem Bund dienen. »Ein solches Projekt ist nur zu stemmen, wenn die Bevölkerung ebenso wie die Politik dahintersteht.«

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