30. Juni 2020, 07:00 Uhr

Aufstieg

Zurück in der Kreisliga A Friedberg: Kloppenheim hat den Worten Taten folgen lassen

Der FSV Kloppenheim ist zurück in der Fußball-Kreisliga A Friedberg. Der Aufstieg des Teams von Siggi Freienstein zeigt: Es muss nicht schlecht sein, vor der Saison ein klares Ziel zu formulieren.
30. Juni 2020, 07:00 Uhr
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Job erledigt: Der scheidende Topscorer Miso Milicevic (l.) und Hendrik Huwe haben mit dem FSV Kloppenheim den Aufstieg in die Kreisliga A Friedberg geschafft. FOTO: NICI MERZ

Der letzte Termin in der Fußballsaison des FSV Kloppenheim fand nicht am 8. März beim 1:1 gegen den SV Gronau II statt, sondern am Samstag der vorletzten Woche. Da setzte man sich im kleinen Kreis zusammen und wartete vor dem Livestream des Hessischen Fußballverbandes auf die endgültige Entscheidung über den Saisonabbruch. Und dann wurde sich gefreut - individuell, auf Abstand. Ein paar machten sich auf in die Kneipe, ein paar blieben vor dieser stehen. Es war nicht die große Meisterfeier, die allgemeine Lage rund um das Coronavirus erforderte auch hier Improvisation. Nach sieben Jahren in der Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2, hätte der Aufstieg des FSV Kloppenheim allerdings eine ordentliche Party verdient gehabt.

16 Spiele - keine Niederlage

Ungeschlagen war die Mannschaft in 16 Partien geblieben, durchgehend das Nonplusultra der Liga gewesen. 104 Tore, 16 Gegentore - dagegen war kein Kraut gewachsen. Und auch 14 weitere Spieltage hätten dem Team keinen Einbruch erbracht, ist sich FSV-Trainer Siegbert »Siggi« Freienstein sicher: »Wir waren uns unserer Sache von Anfang an sehr bewusst. Die Meisterschaft war unser klares Ziel.« Das bekam auch der Rest der Liga zu spüren. Nicht nur mit dem Risiko, als einziger Klub die Meisterschaft als Ziel auszurufen, sondern auch in der Praxis.

Ein 8:3 gegen den FC Karben II, ein 10:0 gegen Nieder-Wöllstadt II. Die Tore fielen, der FSV gab den Ton an. Die Grundlage: viel Arbeit im Sommer - mit vielen Laufeinheiten. »Wir hatten einen Plan, haben hart gearbeitet. Ich habe den Fokus vor allem auf die Ausdauer gelegt, das waren viele Spieler nicht gewohnt«, sagt Freienstein. Auch taktisch brachte der Neu-Coach frischen Wind mit, sodass die Elf häufig durch schnelles Kombinationsspiel auffiel. Nach vorne gedroschene Bälle, Kreisliga-Kampf, Defensiv-Spiel - nicht beim FSV Kloppenheim.

Wenn dem Tabellenführer einer das Wasser reichen konnte, dann vielleicht Gronau II, der Zweitplatzierte Heilsberg oder der FC Karben II. Gleich am vierten Spieltag wurde es gegen Ersteren ziemlich knapp, denn laut Freienstein »eigentlich bessere« Gronauer brachten den FSV an den Rande eines Punktverlustes. Auch der SSV Heilsberg hielt sich Verfolger lange in Lauerstellung, wurde allerdings meist auf Distanz gehalten. Zwischenzeitlich schoben sich die Heilsberger zwar mal auf Rang eins, aber nur dank mehr absolvierter Spiele. Ein kurzes Ärgernis für Kloppenheim, mehr nicht. Am vorletzten Spieltag, dem 17. Mai wäre es noch einmal zum Duell der beiden Spitzenteams gekommen, so steht im direkten Vergleich der abgebrochenen Runde nur ein 2:2 aus dem vergangenen Jahr. Ein enges Spiel, das auch Freienstein in Erinnerung blieb - als »verdientes Remis«.

Es war also insgesamt eine souveräne Saison, ohne richtige Patzer, aber auch ohne die richtige Spannung ganz oben. Jedes Spiel war eine Konzentrationsleistung. Auch wenn in zwei Tagen die Partie gegen den Tabellenvierzehnten anstand, kam aus Kloppenheim die Ansage à la »Wir nehmen jeden Gegner ernst«. Und auch Verletzte gab es beim FSV wenig zu beklagen, 23 in der ersten Mannschaft eingesetzte Spieler sprechen zudem für eine ordentliche Breite im Kader. Es war ein Aufstieg, der nie so richtig in Frage stand.

Und jetzt ab in die Kreisliga A Friedberg. Wann, weiß keiner so richtig. Wie, aber schon. »Wir freuen uns, nach sieben Jahren endlich aufgestiegen zu sein. In der A-Liga wollen uns zunächst etablieren, aber nur auf Klassen- erhalt zu spielen, wäre auch zu wenig«, erklärt Freienstein seinen Plan. Für dem Weg nach oben haben den Klub allerdings bereits mit Topscorer Miso Milicevic und Christian Kiefl zwei wichtige Akteure verlassen, gleichzeitig stehen bereits Neuzugänge fest - inklusive acht Jugendspieler, die die Männerriege erreichen.

Déjà-vu für Coach Siggi Freienstein

Es ist unter dem Strich also mehr Freude als Angst, die vor dem Gang eine Klasse höher überwiegt. Wie das dann genau aussehen wird, wird sich aber erst zeigen, wenn in einiger Zeit der Ball auch in Kloppenheim wieder rollt. Das Training ist bisher noch nicht wieder aufgenommen, das soll in den kommenden Wochen passieren. Ganz locker will man wieder damit beginnen, auf dem Platz zu arbeiten, wohl wieder viel ohne Ball. Eine ordentliche Vorbereitung wird nötig sein, um im A-Liga-Geschehen zu bestehen.

Immerhin: Coach Siggi Freienstein kennt die Aufstiegssituation bereits. Genau 25 Jahre ist es her, dass er als Spielertrainer die Kloppenheimer zum ersten Mal in diese Spielklasse befördert hatte - wenn das mal kein gutes Omen ist.

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