07. Juli 2017, 20:00 Uhr

Wie man den Ironman meistert

07. Juli 2017, 20:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Wenke Kujala

Wenke Kujala, ehemalige Profi-Triathletin und Tanja Weber, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hessischen Triathlon Verbandes haben für die Starter des Ironman Frankfurt am Sonntag acht Tipps, die auf der Triathlon-Langdistanz beachtet werden sollten, um erfolgreich zu sein. Die Hilpoltsteinerin Wenke Kujala ist die Frau von Petri Kujala (Trainer von Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim) und wohnt die Hälfte des Jahres mit ihren beiden kleinen Töchtern und ihrem Hund in Bad Nauheim. Kujala wurde 2006 Deutsche Meisterin über die Langdistanz bei der Challenge in Roth, 2008 landete die Teammanagerin des Triathlonteams »Erdinger Alkoholfrei« in Frankfurt mit persönlicher Bestzeit von 9:24:54 Stunden auf Gesamtrang drei. Die Niddatalerin Tanja Weber indes wurde 2013 in Darmstadt Deutsche Altersklassenmeisterin im Sprinttriathlon und startet in der Regionalliga für den Triathlon Wetterau. Die Tipps der beiden Triathlon-Expertinnen richten sich vor allem an »Rookies« – also an Athleten, die erstmals in Frankfurt an den Start gehen. »Allen Athleten wünschen wir ein erfolgreiches Rennen mit vielen schönen, unvergesslichen Momenten«, sagen Wenke Kujala und Tanja Weber unisono. »Der Wettkampf ist ja die Belohnung für die vielen Trainingskilometer.«

Nehme am Wettkampftag nur bewährte Pulver, Gels und Riegel zu dir! Im Vorfeld ist es optimal, die vom Veranstalter im Wettkampf angebotenen Nahrungsmittel im Training selber auszuprobieren. Möglicherweise werden bestimmte Produkte nicht vertragen.

Achte auf die kontinuierliche Aufnahme von Flüssigkeit und Energie! In die Radflaschen sollte eine vorher berechnete Menge an Kohlenhydraten gefüllt werden. Die Energieaufnahme über das Trinken ist in jedem Fall schneller möglich. Bereits auf den 3,8 Kilometern im Langener Waldsee werden zwischen 750 bis 1000 Kalorien verbraucht. Daher ist vor allem auf den 180 Rad- und 42 Laufkilometern auf eine regelmäßige Versorgung zu achten.

Suche dir im Schwimmen die Füße deines Vordermanns und achte auf einen kraftvollen langen Zug! Der Schwimmanteil mit 3,8 Kilometern im Ironman ist im Verhältnis zur Olympischen Distanz – das ist die an den Olympischen Spielen ausgetragene Wettkampfform im Triathlon mit 1,5 Schwimm-, 40 Rad- und 10 Laufkilometern – relativ gering. Rad- und Laufstrecke werden im Ironman mit 4,5 multipliziert. Somit müsste der Schwimmanteil dann bei über sechs Kilometern liegen, wenn eine gleiche Gewichtung der Streckenverhältnisse vorliegen würde. Daher ist es sinnvoll, sich in der ersten Disziplin nicht zu sehr zu verausgaben. Seit letztem Jahr gibt es in Frankfurt den Rolling Swim Start, der Start für die Agegrouper erfolgt von 6.40 bis sieben Uhr, und es gibt keinen Massenstart mehr für die rund 3000 Starter. Die Athleten sortieren sich selber in bestimmte Startbereiche anhand ihrer geschätzten Schwimmzeit ein, der Transponder wird erst im Wasser aktiviert und misst die persönliche Zeit nach dem Überqueren der Startlinie.

Kühle dich beim Laufen und falls nötig auf dem Rad ab! Um die Körperkerntemperatur auf niedrigem Niveau zu halten, ist es wichtig sich mit Schwämmen und kaltem Wasser im Nacken und auf dem Kopf besonders auf der sonnigen Laufstrecke am Main zu kühlen. Möglich ist dies auch mit kühlenden Schweißbändern.

Achte auf die richtige Wettkampfkleidung und probiere sie vorher in einem Testwettkampf aus! Sollte das Schwimmen ohne Neoprenanzug sein (laut DTU-Sportordnung ist die Grenze eine Wassertemperatur von 24,5 Grad gemessen am Wettkampfmorgen im Langener Waldsee in 60 Zentimeter Tiefe), ist auf jeden Fall die widerstandsärmere Form eines Einteilers zu empfehlen. Neigt man zu Magenproblemen, kann dieser allerdings beim Laufen Magenprobleme verursachen, wenn der kühle Stoff auf dem Bauch klebt. In dem Fall ist ein Zweiteiler empfehlenswert.

Genieße besonders als Triathlon-Rookie jeden Augenblick, setze dir Zwischenziele und arbeite dich von Etappe zu Etappe! Bereite dich bereits im Vorfeld mental auf die Herausforderung vor. Es wird Phasen geben, in denen es nicht so rund läuft oder du infrage stellst, was du dort machst. Diese Phasen gehen vorüber. Wichtig ist es, konzentriert und fokussiert zu bleiben und auf das Training der vergangenen Monate zu vertrauen. Setze dir Zwischenziele, kleine Etappen und genieße, dass du einen ganzen Tag lang Sport machen kannst und von den vielen Zuschauern an der Strecke angefeuert wirst! Profi-Athleten arbeiten mittlerweile mit Mentaltrainern, um den mentalen Herausforderungen bei solch einem Rennen gewachsen zu sein und die letzten Prozente aus dem Körper herauskitzeln zu können.

Konzentriere dich vor der nächsten Disziplin darauf, was du als Nächstes tun musst! So sollte man beispielsweise am Ende der Schwimmstrecke genau wie am Ende der Radstrecke den geplanten Wechsel vorher verinnerlichen, nach dem Schwimmausstieg im Kopf das Ausziehen des Neoprenanzuges genauso durchgehen wie das Anziehen des Helms, der Startnummer und der Radschuhe. Nach dem Radfahren gilt das gleiche: Die Abläufe in der Wechselzone sollten vorher geplant worden sein.

Setze dich mit den Wettkampfregeln auseinander! Besonders für Triathloneinsteiger ist es wichtig, sich im Sinne eines fairen Wettkampfverlaufs mit den Regeln der Sportart Triathlon vertraut zu machen, die in der DTU-Sportordnung stehen. Sonst gibt es eventuell ein böses Erwachen, wenn eine Zeitstrafe mit der blauen Karte wegen unerlaubten Windschattenfahrens oder beispielsweise des Entsorgens von Müll auf der Strecke in nicht dafür vorgesehenen Bereichen ausgesprochen wird oder gar eine Disqualifikation mit der roten Karte erfolgt. (Fotos: privat)



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