24. März 2020, 20:21 Uhr

Coronavirus-Krise

Wie ein Facebook-Video des FSV Dorheim zur Coronavirus-Krise zum Internet-Hit wurde

Der FSV Dorheim hat es mal wieder in die überregionalen Medien geschafft - ein Video des Friedberger B-Ligisten sorgt aktuell für Schlagzeilen. Doch der Hintergrund ist durchaus ernst.
24. März 2020, 20:21 Uhr
Benny Bindewald, der Vorsitzende des FSV Dorheim sorgt einmal mehr für überregionale Schlagzeilen mit seinem Klub. (Foto: pv)

Dass der FSV Dorheim immer für einen Coup mit großer Reichweite in den Sozialen und analogen Medien wert ist, dürfte im Fußballkreis Friedberg längst bekannt sein. Der neuste Streich der Kicker aus dem Friedberger Stadtteil ist ein Video, dass auf Facebook gerade - Achtung, neudeutsch: - viral geht, also oft angeschaut, kommentiert und geteilt wird.

Coronavirus-Krise: Spaßvideo mit Klopapierrollen mit ernster Botschaft

Den knapp eineinhalbminütigen Clip leitet Trainer Ronny Wadewitz mit einer Ansprache zum Thema Trainingsmaßnahmen in Zeiten des Coronavirus ein, dann geht es los: Eine Klopapierrolle - in Zeiten von Hamsterkäufen ein wertvolles Gut - wird von einem zum nächsten Spieler durch das Bild gekickt, es wird mit Fuß, Knie, Kopf und Schulter jongliert, der Torwart greift mit und ja, auch ein Seitfallzieher ist zu sehen, ehe Wadewitz »das weiße Gold« mit den Worten: »Gute Trainingseinheit, Männer - Regal wieder aufgefüllt« mit einem Zwinkern in ein leeres Fach im Supermarkt platziert.

Doch die Botschaft dahinter ist ernst: »Wir zeigen, dass wir auch in Zeiten, in denen nicht gemeinsam auf dem Platz trainiert werden kann, Dinge gemeinsam unternehmen kann. Wir wollen mit der Klopapierrolle auf das Thema Solidarität aufmerksam machen«, sagt der Coach, der damit Hamsterkäufen eine Absage erteilt und für die Einhaltung der Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte auffordert: »Sie dienen der Gesundheit aller, vor allem älterer Menschen. Macht einfach zwei Wochen Pause.«

Coronavirs-Krise: Video des FSV Dorheim bereits überregional in den Medien

Inzwischen hat das Video nicht nur mehr als 40 000 Aufrufe auf der Facebook-Seite der Dorheimer, sondern wurde auch von der hessenschau, der Sportschau und der TV-Sendung »Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs« aufgegriffen und teilweise bereits im Fernsehen veröffentlicht - der Coup ist gelungen.

»Das ist Wahnsinn«, sagt auch der FSV-Vorsitzende Benny Bindewald, der im vergangenen Jahr mit der Meldung für Aufsehen gesorgt hatte, die Namensrechte für das Sportgelände des Friedberger B-Ligisten an einen Sponsor veräußert zu haben. »Es freut uns als Verein, auch überregional Werbung für uns machen zu können.«

Coronavius-Krise: Aktion für Teamgeist mit ernstem Hintergrund

Die Aktion sei vor allem ins Leben gerufen zu werden, um auch ohne Trainings- und Spielbetrieb als Mannschaft nicht den Kontakt zueinander zu verlieren und gemeinsam etwas für den Teamgeist zu tun. Binnen nicht einmal zwei Tagen hatten fast sämtliche Spieler ihre eigenen Clips geschickt, die dann aneinander geschnitten wurden. »Die Jungs haben extrem gut mitgespielt«, lobt Bindewald seine Schützlinge, die sich zudem besonders kreativ bei ihren Einsendungen gezeigt hätten. »Aber natürlich ging es uns in erster Linie darum, auf die Kontaktverbote aufmerksam zu machen«, sagt auch Bindewald, der bereits das nächste Video ankündigt: Einen Zusammenschnitt der »Outtakes«, also der misslungen Versuche.

Bis es wieder mit dem Spielbetrieb weitergeht, sollen die Spieler individuell zu Hause trainieren, entsprechende Pläne hat Wadewitz bereits verteilt. Das Problem: Aktuell ist der Spielbetrieb »nur« bis 10. April ausgesetzt - wie es weitergeht, weiß keiner. »Wir müssen damit planen, dass es ab 11. April wieder weitergeht, auch wenn ich persönlich nicht daran glaube«, sagt Bindewald.

Coronavirus-Krise: FSV Dorheim ohne finanzielle Sorgen

Immerhin: Dem Verein gehe es finanziell so gut, dass auch durch eine längere Pause keine kritische Situation entstehen könnte. Dies war das Ergebnis einer Sitzung des Vorstands. »Wenn wir jeden Sonntag 300 oder 400 Zuschauer hätten, wäre das natürlich jetzt fatal für uns, aber mit unseren 30 bis 40 Zuschauern ist es das nicht«, sagt Bindewald - und schiebt nach: »Wer den Ernst der Lage jetzt immer noch nicht erkannt hat, dem es nicht mehr zu helfen.«

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