24. November 2018, 10:00 Uhr

Sportehrenpreis

Wetterauer Sportehrenpreis: Zwei Leben für den Fußball

Erstmals in der Geschichte des Wetterauer Sportehrenpreis gab es zwei Preisträger: Sie vereint neben viel ehrenamtlichem Engagement über Jahrzehnte ihre Liebe zum Fußball.
24. November 2018, 10:00 Uhr
Ein Leben für seinen Verein: Helmut Schmid hat in drei Bad Nauheimer Vereinen ehrenamtliche Aufgaben übernommen – ohne je den Verein zu wechseln. Auch das dürfte ihn in den Reihen der Ehrenamtssieger besonders machen. (Foto: Keßler)

Es gab gleich mehrere Premieren bei der Verleihung des Sportehrenpreises des Wetteraukreises am Mittwochabend. Bei der 17. Auflage gab es mit dem Bad Nauheimer Helmut Schmid (lesen Sie hier das Interview mit dem Preisträger) und dem Kefenroder Gerhard Sinner erstmals zwei Preisträger – und mit 128 geladenen Gästen im proppenvollen Plenarsaal des Kreishauses in Friedberg auch so viel Publikum wie nie. Im Mittelpunkt standen mit Schmid und Sinner zwei Männer, die ihr Leben dem Fußball gewidmet haben – und die in ihrem jeweiligen Fußballkreis bekannt sind »wie ein bunter Hund«. Oder wie es Landrat Jan Weckler ausdrückte: Es gibt zwei Preise für zwei Fußballverrückte aus zwei Kreisen, denn »Gerhard Sinner ist der Helmut Schmid des Ostkreises und Schmid der Sinner des Westkreises.« Wohl auch aus diesem Grund war es für den Kreisausschuss überhaupt kein Problem, den mit 2500 Euro dotierten Preis auf Vorschlag einer Jury, der unter anderem auch die WZ-Sportredaktion angehört, an die beiden Männer zu gleichen Teilen zu vergeben.

 
Fotostrecke: Die besten Bilder von der Verleihung des Sportehrenpreises des Wetteraukreises


Sportehrenpreis: Spieler, Trainer, Funktionär, Verbandsmitarbeiter

Während der spätere Fußballspieler, -trainer und Funktionär Sinner erst mit 18 Jahren zum Fußball bei seinem Heimatverein TV 08 Kefenrod kam und unter anderem 1980 ein Abschiedsspiel mit Weltmeister Jürgen Grabowski samt 1000 Zuschauern feierte, widmete sich Schmid vor allem dem Jugendfußball. Von Vater Ludwig die Liebe zum Fußball bereits in die Wiege gelegt, übernahm Schmid beim damaligen VfL Bad Nauheim bereits mit 18 Jahren Verantwortung im Vorstand des VfL, des späteren SV 06 und schließlich der Spvgg. 08, war im Alter von 32 bereits Jugendleiter sowie – als gelernter Buchhalter durchaus passend – zudem jahrelang Kassenwart und im Kreisfußballausschuss. Aber, so beteuerte sein Laudator, der ehemalige stellvertretende Jugendwart des Hessischen Fußballverbandes, Hanspeter Knobloch, Schmid habe nicht nur einen Kopf für Fußball, sondern stets auch für andere Dinge gehabt. Sein Herz schlug immer für die Vereine und ihre Sorgen und Nöte.« Deshalb stehe er im Gegensatz zum aktuellen Profigeschäft auch für einen Fußball, »bei dem man nicht die Hand aufhält, sondern sie dem anderen helfend reicht«.

Kreistagsvorsitzender Armin Häuser (l.) und Landrat Jan Weckler (r.) mit den beiden Preist...

Schmid selbst sagte in seiner Rede, die ihm nach eigenen Angaben die eine oder andere schlaflose Nacht beschert habe, vor allem danke – besonders seiner Frau Ingrid: »Ohne sie wäre ich heute nicht da, wo ich nun stehe.« Er freue sich sehr über diese Auszeichnung. Seine vielen Ehrenämter und sein Engagement seit Vereinseintritt 1953 bis zu seinem gesundheitlichem Rückzug Anfang dieses Jahres führte er vor allem auf einen »Sprachfehler« zurück: In seinem Wortschatz sei ein »Nein« nie vorgekommen.


Sportehrenpreis: "Das ist das erste Mal, dass ich beim Fußball Geld bekomme"

»Wie viele tausende Stunden wird Herr Schmid für sein Ehrenamt wohl unterwegs gewesen sein? Oder war es zehntausende?«, fragte sich dann auch die Bad Nauheimer Stadträtin Kerstin Eisenreich, die in Vertretung von Bürgermeister Klaus Kreß zur Preisverleihung gekommen war. Sie sagte zum Abschluss: »Bad Nauheim ist stolz auf sie.« Ähnlich drückte sich auch der Kefenroder Bürgermeister Rudolf Kessler aus, selbst Mitspieler und Schützling »seines« Preisträgers Sinner gewesen, ebenso wie Sinners Laudator, Matthias Kristek, Regionalbeauftragter Frankfurt des Verbandsschiedsrichterausschusses.

Das Fazit des Abends samt Einlage der Musikschule Friedberg und des Fußball-Freesytlers Jannik Singpiel unter der Moderation von Beate Heid: Diese Ehrung ist und bleibt etwas Besonderes – für die Betroffenen und ihre Familien, für Weggefährten und Freunde, aber auch für den Landkreis, der damit seine Anerkennung für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ausdrückt. Oder wie Schmid es im wohl besten Zitat des Abends ausdrückte: »Das ist das erste Mal, dass ich beim Fußball Geld bekomme.«

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