18. Februar 2020, 19:27 Uhr

Was zählt, ist die Hoffnung

18. Februar 2020, 19:27 Uhr
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Miso Milicevic (l.) und Tabellenführer FSV Kloppenheim wollen am Ende der Saison einen Schritt schneller sein als die Konkurrenz. Für den VfB Petterweil um Semih Malikic (r.) und Marcel Schaaf geht es dagegen nur um Vermeidung des dritten Abstiegs in Folge. FOTO: NICI MERZ

Wenn drei Monate lang auf den lokalen Sportplätzen Ruhe einkehrt und auch die Sportseiten der Zeitung etwas anders aussehen, ist Winterpause bei den Fußballern. Von Dezember bis Februar hatte die Natur den Rasen der Sportstätten fest im Griff, doch damit ist jetzt Schluss. Seit einigen Wochen sind die Wetterauer Klubs wieder in der Vorbereitung, ab 1. März nimmt der Spielbetrieb wieder richtig Fahrt auf. Für die zwei Friedberger B-Ligen bedeutet das: 32 Vereine machen sich daran, Sonntag für Sonntag eine mehr oder weniger schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bringen - Aufstiege sollen erreicht, Abstiege verhindert und Derbys wollen gewonnen werden.

Dabei unterscheiden sich die beiden Gruppen wie Tag und Nacht. Dem »Alleingänger« FSV Kloppenheim in Gruppe 2 steht eine enge Spitzengruppe in Gruppe 1 entgegen. Und letztere bringt noch weitere Eigenheiten mit sich: Nur der SV Ober-Mörlen will klipp und klar den Aufstieg, muss dafür aber seinen dritten Platz möglichst noch verlassen. Die Konkurrenz des Türkischen SV Bad Nauheim II und des SV Steinfurth II? Schaut gerne auf die Tabelle, nimmt was sie kriegt, vermeidet das »A-Wort« aber. Auch die aktuell auf Rang vier beheimatete SG Melbach will laut Abteilungsleiter Michael Rabke »den Platz halten und möglichst auch gegen die ersten Drei punkten«.

Neben den Spitzenteams lohnt sich in Gruppe 1 ein Blick auf die »Hinrundenverlierer«. Die TSG Wölfersheim hatten einige Spielerausfälle hart getroffen, der TSV Rödgen hinkt seinen Zielen deutlich hinterher und auch der KSV Bingenheim kam erst in Richtung Winterpause besser in Fahrt. Während man in Wölfersheim nach der Rückkehr einiger Spieler auf Besserung hofft, hat sich Rödgen mit drei Neuzugängen verstärkt und will noch einmal angreifen. Coach Stefan Hiecke will dabei das Potenzial der Truppe besser nutzen, Platz elf soll es am Ende nicht werden. Ein ähnliches Bild auch in Bingenheim: Hier gilt es, den Aufwärtstrend mit bereits guter Stimmung in der Vorbereitung weiterzuführen.

Im unteren Drittel der Liga trifft man indes auf vier Vereine, die wohl ernsthaft um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Der SV Blau-Weiß Espa scheint sich aus diesem getrost raushalten zu können, will aber möglichst nicht noch in den Abstiegskampf hineingeraten. Die FSG Wisselsheim ist da schon voll drin, hat sich im Winter aber verstärkt und hofft im nächsten Jahr, wenn der Verein 100 Jahre alt wird, nicht c-klassig spielen zu müssen. Konkurrenz kommt von Reserven des Traiser FC, des SV Schwalheim und des SV Hoch-Weisel.

Wer stoppt den FSV Kloppenheim?

Zurück zum Anfang und dem schon erwähnten FSV Kloppenheim: Der Dauer-Spitzenreiter der Hinrunde in Gruppe 2 springt auch im neuen Jahr nicht von seiner Zielsetzung Aufstieg ab. »Die Mannschaft ist positiv, aber angespannt. Wir wissen genau, dass das alles kein Selbstläufer ist«, sagt Trainer Siggi Freienstein. Stellt sich die Frage, wer dem Dominator überhaupt gefährlich werden kann - oder will. Denn Verfolger SSV Heilsberg verteidigt lieber erst einmal Rang zwei, der Rest der Spitzengruppe sieht das Ganze ohnehin locker.

Dahinter herrscht Pessimismus beim FC Olympia Fauerbach II und dem SV Gronau II aufgrund wackeliger Vorbereitungen, der FC Karben II legt den Fokus auf die »Erste«, die in der Gruppenliga Frankfurt-West gegen den Abstieg kämpft. Einzig der SV Assenheim sticht etwas heraus: Position verbessern, aber ohne Druck, lautet der Plan.

Hinter der Spitzengruppe - die im Grunde gar nicht wirklich abgetrennt ist - liegen die SG Ober-Wöllstadt/Ilbenstadt II und der SV Nieder-Wöllstadt II auf der Lauer. Beide Teams hatten in der Hinrunde hin und wieder mit Überraschungssiegen auf sich aufmerksam gemacht. Auch Dortelweil III hielt sich ein paar Wochen im Rampenlicht, danach blieb die einzige dritte Mannschaft im Fußballkreis jedoch im Mittelfeld. Umgeben sind jene drei Teams von weiteren Reserven, für erste Mannschaften muss der Blick etwas nach unten gerichtet werden: Im Tabellenkeller stehen gleich drei davon. Aufsteiger Blau-Gelb Friedberg ist unzufrieden mit der Hinrunde, aber zuversichtlich, dass die Klasse gehalten werden kann. Mitaufsteiger SV Reichelsheim klagt über fehlende Spielerdisziplin, sähe den Abstieg aber nicht als Beinbruch. Und Schlusslicht VfB Petterweil fehlt mitunter die Konstanz in der Mannschaftplanung, kann aber nach eigenen Angaben auf den Ehrgeiz der Truppe hoffen.

Hoffnung scheint ohnehin ein gutes Stichwort für die kommende Rückrunde zu sein. Hoffen, dass es doch noch mit dem Aufstieg klappt. Hoffen, dass man aus den Fehlern der ersten 18 Spieltage gelernt hat. Und hoffen, dass man im August des Jahres nicht in der C-Liga antreten muss. Für alle bleiben nun bald schon drei weitere Monate, um den Spieß noch umzudrehen.

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