26. November 2019, 12:00 Uhr

Schon neun Tore

Warum Sven Harsch mit 41 Jahren noch einmal mit der Spvgg. 08 Bad Nauheim angreifen will

Sven Harsch von der Spvgg. 08 Bad Nauheim hatte sich eigentlich schon aus dem aktiven Fußballerleben zurückgezogen. Nun will er im Alter von 41 Jahren noch einmal den ganz großen Wurf landen.
26. November 2019, 12:00 Uhr
Auch mit 41 Jahren noch für ein paar Tore in der Kreisliga A gut: Sven Harsch - geht hier mit dem Ball im Spitzenspiel am Sonntag an Rendels Tim Stobbe vorbei - hat bereits neun Tore in der laufenden Saison auf dem Konto. Foto: Jaux

15 Spiele, 27 Punkte - und damit theoretisch Verfolger Nummer eins des 1. FC Rendel. Die starke Hinrunde der Spvgg. 08 Bad Nauheim in der Fußball-Kreisliga A Friedberg ist eng mit Sven Harsch verknüpft, der mit 41 Jahren ein Comeback feiert, das seinesgleichen sucht. Ausdruck davon sind in seiner zweiten Saison nach der Reaktivierung neun Tore. Im Interview spricht er darüber, warum der Kreisoberliga-Aufstieg mit den »Nullachtern« aus seiner Sicht realisierbar ist, welche Rolle er im Team spielt und wie es sich anfühlt, in einer »Multi-Kulti-Truppe« zu spielen.

Herr Harsch vor mittlerweile drei Jahren haben Sie beim SV Bruchenbrücken ihren Abschied vom aktiven Fußball verkündet. Nun gehen Sie nun schon die zweite Saison für die Spvgg. 08 Bad Nauheim wieder auf Torejagd. Wie kam es dazu?

Sven Harsch: Mein Bruder Markus ist in Bad Nauheim im Spielausschuss und als Coach der zweiten Mannschaft tätig. So kam der Kontakt zu Erstmannschaftstrainer Bojan Blagojevic zustande. Er hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Bad Nauheim zu spielen. Und da musste ich nicht lange überlegen. Gereizt haben mich zwei Faktoren: Zum einen die tolle Anlage in Bad Nauheim, aber auch das Potenzial, das in der Mannschaft steckt.

Zurzeit ist Ihr Team neben Klassenprimus Rendel, die konstanteste Mannschaft in der A-Liga - zweitbester Sturm, zweitbeste Abwehr, sieben der letzten acht Begegnungen gewonnen. Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück?

Harsch: Wir hatten einen schwachen Saisonstart, die Mannschaft musste sich erst finden. Auch hatten wir bedingt durch Verletzungen und Urlaub nicht unseren kompletten Kader zusammen. Erst das Spiel in Trais war ein Wendepunkt. Auch wenn wir hier nur 4:4 gespielt haben, ging es danach stetig bergauf. Bojan Blagojevic bietet ein sehr gutes Training mit zum Teil sehr anspruchsvollen Inhalten an. Das kommt bei allen sehr gut an. Es ziehen alle mit, die Trainingsbeteiligung passt und auch die Stimmung ist hervorragend.

Was sind aus Ihrer Sicht die Pluspunkte Ihrer Mannschaft im Aufstiegsrennen?

Harsch: Vor der Runde konnten wir unseren Kader durch unsere A-Junioren sowohl qualitativ als auch quantitativ verstärken. Es ist endlich gelungen, die jungen Spieler davon zu überzeugen, bei dem Verein, wo sie über Jahre eine vernünftige Ausbildung genossen haben, auch im Seniorenbereich Fußball zu spielen. In der Abwehr haben unsere jungen Spieler das Vertrauen, geführt werden sie von den Älteren. Doch auch in den anderen Mannschaftsteilen sind wir sehr ausgeglichen besetzt. Die Mannschaft und auch der Verein wollen wieder in die Kreisoberliga. Das hat unser Trainer ja auch vor dem Spiel gegen Rendel am Sonntag (2:2, Anm. d. Red.) sehr klar formuliert.

Warum ist der Aufstieg für die Spielvereinigung 08 so wichtig?

Harsch: Im Falle eines Aufstieges wäre es natürlich einfacher, unsere jungen Spieler zu halten. Denn schon die nächste Generation der A-Junioren drängt nach oben. Somit könnten wir ihnen eine sportlich qualifizierte Umgebung anbieten.

Sie spielen mit Elias Ben Fhdila im Sturm. Vom Alter her könnten Sie sein Vater sein. Wie fühlt sich das an?

Harsch: Dies ist schon eine neue Situation. Auf der einen Seite versuche ich natürlich, ihm zu helfen. Aber auf der anderen Seite profitiere ich auch von ihm. Er reißt Lücken für mich, die Abwehrspieler müssen sich auf zwei Stürmer von Format konzentrieren. Das ist schon eine komfortable Situation. Und wir haben ja immer noch Fran David Jiminez in der Hinterhand, der nach seiner Verletzung auch langsam wieder den Anschluss findet.

In Bad Nauheim spielt eine »Multi-Kulti-Truppe«. Wie ist das für Sie, mit so vielen unterschiedlichen Nationalitäten zusammen Fußball zu spielen?

Harsch: Das ist eine neue Erfahrung für mich. Bis heute bin ich aber sehr positiv überrascht, wie gut es funktioniert. Sonst würden wir wohl kaum da stehen, wo wir mittlerweile sind. Sowohl die Mischung der Charaktere als auch die Altersstruktur passen bei uns und lassen uns diese Saison als Mannschaft auftreten. Dies war ja leider letztes Jahr nur bedingt der Fall und konnte erst durch ein paar Abgänge in die richtige Richtung gelenkt werden.

Zum Abschluss wollen wir einen Blick in die Zukunft wagen. Der Spielvereinigung 08 Bad Nauheim gelingt im Sommer der Aufstieg. Spielen Sie dann noch einmal in der Kreisoberliga?

Harsch: Nein. Es wäre für mich ein Riesending, noch einmal einen Aufstieg feiern zu dürfen, aber dann ist endgültig Schluss. Ich bin zwar bis auf einen Muskelfaserriss am Rundenanfang nie richtig verletzt gewesen, aber das wäre der richtige Abschluss meiner Laufbahn.

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