25. August 2020, 12:00 Uhr

Vorsichtig optimistisch

25. August 2020, 12:00 Uhr
Viele neue Gesichter: (vorne v. l.) Owen Hare, Dominik Reichardt, Wassim Hanane, Jannik Petry, Chefcoach Matthias Tietz, Steffen Münk, Andrei Dogot, Taulant Balaj und Maximilian Mück (Spielertrainer zweite Mannschaft) gehen in ihre erste Saison mit dem SKV Beienheim. FOTO: UB

Es mag verwegen klingen, die Fußballer des SKV Beienheim vor dem Saisonstart in der Gruppenliga Frankfurt-West als einen von mehreren Titelkandidaten zu bezeichnen. Es könnte sich aber - sollten alle Mosaiksteinchen zusammenpassen - als durchaus realistische Sicht der Dinge entpuppen.

Klar, im Reichelsheimer Stadtteil hört man schwärmerische Prognosen dieser Art nicht gerne. Und zwar aus gutem Grund. Sich selbst vorab aufs Favoritenschild zu heben, kann sich nämlich schneller als gedacht als Bumerang erweisen. Eben deshalb halten sie beim SKV den Ball zunächst mal flach. Man verweist vielmehr darauf, sich ab der Meisterschaftsrunde 2017/2018 nach den Tabellenpositionen acht, sechs und neun in der ersten überregionalen Spielklasse enormen Respekt verschafft zu haben und nimmt das, was ab demnächst auf den qualitativ auch in der Breite gut aufgestellten Kader zukommt, mit eher vorsichtigem Optimismus in Angriff.

Was hat sich getan? Eine ganze Menge. Bereits Mitte Mai, früher als ursprünglich vorgesehen, löste Matthias Tietz, der einst als Coach des FCO Fauerbach ausreichend Gruppenliga-Erfahrung sammelte, den aus beruflichen Gründen ausgestiegenen Sebastian Spisla auf dem Trainerstuhl ab. Mit den Co-Trainern Christian Belzer, Uwe Fey und Erhard Geck sowie dem Ex-Dorn-Assenheimer Maximilian Mück, der als Spielertrainer der zweiten Mannschaft fungieren soll, weiß der 36-jährige Übungsleiter gleich vier ausgewiesene Fußball-Experten an seiner Seite. »Das passt«, sagt Tietz. Auch die Personalplanungen liefen im SKV-Lager früh auf Hochtouren. Das Resultat: Sieben Abgängen stehen 13 Neuzugänge gegenüber, darunter die Torjäger Andrei Dogot und Cristian Bodea (beide 17 Saisontreffer) von den Gruppenliga-Rivalen SC Dortelweil und FCO Fauerbach sowie Steffen Münk (12 KOL-Tore für die TSG Ober-Wöllstadt). Dadurch hat der Klub nicht nur in der Breite sondern auch qualitativ enorm zugelegt, wobei Routiniers wie der Ex-Steinfurther Spielertrainer Maximilian Esposito oder der vom VfR Ilbenstadt gekommene Dominik Reichardt das Leistungsniveau des neuen Kaders ebenfalls verbessern sollten. »Ich denke, wir sind für die anstehenden Aufgaben viel besser aufgestellt als im letzten Jahr«, meint Beienheims Vorstandsmitglied Stefan Raab.

Wie läuft die Vorbereitung? Nach einigen auf freiwilliger Basis durchgeführten »Corona«-Trainingseinheiten ging’s ab dem 26. Juli für alle Kaderspieler so richtig ans Eingemachte, wobei zur Ouvertüre ein Ausdauertest auf dem Friedberger Burgfeld Erstaunliches offenbarte. »Andrei Dogot hatte die besten Werte«, erinnert sich Tietz. In bislang vier Vorbereitungsduellen sprang nach der Auftaktniederlage beim FCA Gedern (1:3) lediglich ein Sieg (1:0 beim SV Bruchenbrücken) heraus, gegen die Spvgg. 02 Griesheim und gegen Viktoria Nidda gab’s zwei Unentschieden. »Speziell in der Defensive klappt es noch nicht so, wie ich mir das vorstelle. Dagegen haben wir im Angriff jede Menge Optionen«, sagt Tietz. Dass angesichts des mit 27 Spielern üppig bestückten Kaders der interne Konkurrenzkampf groß sein wird, ist für ihn beschlossene Sache.

Wie lautet die Zielsetzung? Viele gute Einzelspieler ergeben noch keine funktionierende Mannschaft. Eine Weisheit, die man natürlich auch in Beienheim kennt. Eben deshalb müsse man, so Tietz, als Team wachsen und eine Einheit bilden: »Gelingt das, brauchen wir keinen Gegner zu fürchten.« Stabil in die Runde zu starten, sei die halbe Miete, ergänzt er. Apropos Stabilität: Um Fitness zu garantieren, setzen sie in Beienheim einmal pro Woche auf Athletik-Trainer Bernd Lachmann. Getreu der Devise: Von nichts kommt nichts.

Das sagt der Trainer: Vor der Runde den Kader personell neu auszurichten, gehört für einen Trainer zum Geschäft. Diesmal sei es, so Tietz, ziemlich turbulent gewesen: »Es war definitiv die intensivste Transfer-Periode, die ich je mitgemacht habe.« Mit dem Ergebnis sei er zwar sehr zufrieden, »dennoch darf angesichts des brutalen Terminplans mit nicht weniger als 38 Pflichtspielen nicht viel passieren«. Der Start in die neue Runde spielt dem als heimstark bekannten SKV Beienheim durchaus in die Karten, und Tietz kann damit sehr gut leben: »Gegen den SC Dortelweil, Aufsteiger Westend Frankfurt und gegen den FSV Friedrichsdorf steigen drei der ersten vier Spiele vor eigenem Publikum. Das sollte für uns ein Vorteil sein, den wir unbedingt nutzen wollen.«

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