09. Januar 2017, 19:32 Uhr

Viel Vertrauen, viel Eiszeit, viele Punkte

Am Freitag, beim ersten Eistraining in der Fußball-Arena, kam das Kribbeln. »Da hatte man endlich auch einen Eindruck vom Stadion und von der Dimension. Vorher hatte man ja nur Fantasien«, sagt Marc El-Sayed. Der Mittelstürmer der Schwenninger Wild Wings ist der aktuell einzige »Bad Nauheimer« in der Deutschen Eishockey-Liga – und er bestritt am Samstag mit den Schwarzwäldern das dritte Winter Game der DEL-Historie. Vor 25 022 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim unterlag Schwenningen im Derby gegen Mannheim mit 3:7. Für den 25-jährigen Gambacher, der die Roten Teufel als Teenager in Richtung Mannheim verlassen hatte, war es bereits das 312. Spiel in der DEL. Nach dem Spiel hat WZ-Redakteur Michael Nickolaus mit Marc Scherer-El-Sayed, wie er seit seiner Hochzeit mit seiner Frau Carolin im vergangenen Sommer korrekterweise geschrieben wird, über die Eindrücke und die Saison in Schwenningen gesprochen.
09. Januar 2017, 19:32 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Marc El-Sayed aus Gambach hat die Faszination eines Freiluftspiels erleben können. (Foto: City-Press)
Am Freitag, beim ersten Eistraining in der Fußball-Arena, kam das Kribbeln. »Da hatte man endlich auch einen Eindruck vom Stadion und von der Dimension. Vorher hatte man ja nur Fantasien«, sagt Marc El-Sayed. Der Mittelstürmer der Schwenninger Wild Wings ist der aktuell einzige »Bad Nauheimer« in der Deutschen Eishockey-Liga – und er bestritt am Samstag mit den Schwarzwäldern das dritte Winter Game der DEL-Historie. Vor 25 022 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim unterlag Schwenningen im Derby gegen Mannheim mit 3:7. Für den 25-jährigen Gambacher, der die Roten Teufel als Teenager in Richtung Mannheim verlassen hatte, war es bereits das 312. Spiel in der DEL. Nach dem Spiel hat WZ-Redakteur Michael Nickolaus mit Marc Scherer-El-Sayed, wie er seit seiner Hochzeit mit seiner Frau Carolin im vergangenen Sommer korrekterweise geschrieben wird, über die Eindrücke und die Saison in Schwenningen gesprochen.
Marc, wie haben Sie das Winter Game als Spieler erlebt?
Marc El-Sayed : »Das war schon etwas Außergewöhnliches, und das hat man schon während der Woche in der Kabine gespürt. Am Vortag hat’s dann so richtig zu kribbeln begonnen, als wir im Stadion trainiert haben. Trotz der leeren Ränge bekam man ungefähr eine Vorstellung, wie es sein könnte.«
Unterscheidet sich ein Outdoor-Spiel von einer normalen Partie in einer Multifunktionsarena?
El-Sayed: »Es war zum einen sehr kalt. Entsprechend war das Eis härter. Das Gleiten wird leichter, der Puck läuft schneller. Das haben wir im Training gespürt. Zudem verliert man einen hohen Puck auch leichter mal aus den Augen, wenn der unmittelbare Hintergrund fehlt.«
Nimmt man die Atmosphäre wahr? Lässt man sich vielleicht sogar davon ablenken?
El-Sayed: »Auf dem Eis ist man fokussiert und auf seinen Wechsel konzentriert. Wenn man auf der Bank sitzt, besteht schon die Gefahr, sich vom Drumherum ablenken zu lassen.«
Was behalten Sie als beeindruckendsten Moment in Erinnerung?
El-Sayed: »Das Einlaufen. Die Feuershow, die Musik, die Begeisterung auf den Rängen. Das war schon sehr emotional.«
Mit acht Treffern und acht Vorlagen sind Sie zweitbester Scorer ihrer Mannschaft. Nur zwei Scorerpunkte fehlen, um ihre bislang beste DEL-Bilanz aus der Saison 2013/14 zu toppen. Was unterscheidet diese Saison von Ihren letzten beiden Jahren in Nürnberg?
El-Sayed: »Trainer Pat Cortina schenkt mir sehr viel Vertrauen, ich habe sehr viel Eiszeit. Anfangs lief es schon extrem gut. Und wenn es einmal läuft, dann gehen die Dinger eben auch rein.«
Die Wild Wings belegen aktuell den vorletzten Tabellenplatz. Wie schätzen Sie die Chance ein, noch einen Pre-Playoff-Rang zu erreichen zu können?
El-Sayed: »Rang zehn ist unser Ziel. Und das ist auch noch machbar. Natürlich: Alle 14 Klubs wollen unter die besten Zehn, und wir müssen in der letzten Saisonphase noch ordentlich Gas geben, um dieses Ziel zu erreichen.«
Sie sind 25 Jahre alt und stehen bis Ende der Saison 2018/19 in Schwenningen unter Vertrag. Wird man Sie auch irgendwann wieder in Bad Nauheim im Trikot der Roten Teufel sehen?
El-Sayed: »Das hoffe ich. Ich wünsche mir, dass ich noch einige Jahre spielen kann. Und dann muss man schauen, wie lange mich die DEL haben will, die Angebote passen und was die beste Entscheidung für die Familie ist. Aber irgendwann will ich auch wieder zurück nach Hause.«


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