03. Januar 2020, 23:03 Uhr

Verzweifelt

03. Januar 2020, 23:03 Uhr
Symbolfoto I: Heilbronns Spieler um Cory Mapes (liegend) werfen sich mit allen Mitteln in die Schüsse des EC Bad Nauheim um Jared Gomes (in rot) - und haben damit Erfolg. FOTO: NICI MERZ

EC Bad Nauheim


59 Minuten und 14 Sekunden hat es gedauert, aber am Ende trotzdem nicht gereicht. Dem EC Bad Nauheim gelingt vor 2830 Zuschauern auch im dritten Anlauf kein Sieg gegen die Heilbronner Falken in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Bei der 1:2 (0:2, 0:0, 1:0)-Niederlage verzweifelten die Roten Teufel vor dem gegnerischen Tor und sorgten erst kurz vor Schluss nochmal für Spannung. Der Tabellenzweite aus Heilbronn spielte im Stile einer Spitzenmannschaft - eiskalt.

»Wenn du nur zwei Tore gegen Heilbronn kriegst, hast du eigentlich eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen. Wir haben viele Chancen gehabt, aber bei uns klebt momentan Dreck am Schläger. Unsere Fehler hat Heilbronn sofort bestraft. Gefühlt hatte Heilbronns Torwart Matthias Nemec heute Tausend Arme und Beine«, sagte EC-Trainer Christof Kreutzer.

»Es war ein harter Kampf. Nemec hat einen ausgezeichneten Tag gehabt, jeder meiner Spieler hat mindestens einen Schuss geblockt«, sagte Falken-Coach Alexander Mellitzer.

Bad Nauheim startete überraschend mit Cody Sylvester, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte. Physio Thomas Stubner gab am Vormittag grünes Licht. Tyler Fiddler fehlte dagegen, im ersten Drittel verletzte sich zudem Verteidiger Mike Card nach einem Check.

Die Gäste waren kombinationssicherer, gedankenschneller und effektiver. Dylan Wruck, Topscorer der Liga, stibitzte den Puck an der eigenen blauen Linie und bestrafte den ersten Fehler des EC im Aufbauspiel sofort (5.). Ein zweite Unachtsamkeit nutzte Derek Damon mit einem herrlichen Rückhand-Pass auf Tim Miller, der den Puck nur noch über die Linie bringen musste (18.). Die Falken spielten wie ein Spitzenteam, den Roten Teufel waren die zuletzt fehlenden Erfolgserlebnisse anzumerken. In einem ersten Drittel mit sehr wenigen Unterbrechungen näherte sich nur durch Andreas Pauli in der 11. Minute dem Tor des Gegners an.

Und auch an diesem Abend blieb die Problemzone Powerplay aus Bad Nauheimer Sicht bestehen. Es war sogar Heilbronn, das in Unterzahl erst kurz vor Drittelende und kurz nach Wiederbeginn insgesamt drei Möglichkeiten auf das 3:0 hatte.

Danach kämpfte der EC 40 Minuten - mit veränderten Reihen - verbissen um den Anschluss, doch es war für Spieler und Fans zum Verzweifeln. Gefühlt jeder Bad Nauheimer hatte eine gute Gelegenheit, aber immer wieder war in letzter Sekunde ein Stock, Schlittschuh oder Heilbronns Torwart Matthias Nemec dazwischen. Und hin und wieder fehlte die Leichtigkeit, »es ist Kopfsache«, wie Kreutzer sagte. Während dem EC die Zeit davon lief, verfiel Heilbronn nicht in Hektik und vertedigte, was zu verteidigen war. Erst 46 Sekunden vor Schluss gelang Pauli mit einem Mann mehr auf dem Eis (Bick hatte das Tor verlassen) das 1:2, »Fällt das Tor eine Minute früher, schaffen wir vielleicht noch den Ausgleich«, sagte Kreutzer. Der letzte Schuss von Jack Combs wurde geblockt. Am Sonntag treffen beide Spieler in Heilbronn (18.30 Uhr) wieder aufeinander.

EC Bad Nauheim: Bick - Ketter, Sekesi, Kokkila, Card, Slaton, Gnyp - Sylvester, Gomes, Ratmann, Combs, Köhler, Palka, Bires, El-Sayed, Pauli, Bindels, Strodel, Kahle, Cornett.

Heilbronner Falken: Nemec - Brady, Götz, Maschmeyer, Pavlu, Mapes, Maginot - Miller, Damon, Savilahti, Koch, Wruck, Gervais, Möller, Ribarik, Detig..

Im Stenogramm/ Schiedsrichter: Apel/Lenhart. - Tore: 0:1 (11.) Wruck, 0:2 (19.) Miller (Damon, Savilahti), 1:2 (60.) Pauli (Bires, Sylvester/6-5). - Strafminuten: Bad Nauheim 6, Heilbronn 4. - Zuschauer: 2830.

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