20. Oktober 2019, 21:32 Uhr

Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West

Türkischer SV Bad Nauheim feiert Derby-Sieg gegen Dortelweil dank »Herz und Leidenschaft«

Angeführt von Spielertrainer Tufan Tosungolu hat der Türkische SV Bad Nauheim in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West 2:0 gegen den SC Dortelweil gewonnen - und dabei zwei Serien beendet.
20. Oktober 2019, 21:32 Uhr
Der Spielertrainer wird zum Matchwinner: Bad Nauheims Tufan Tosunoglu (vorn, dahinter der Dortelweiler Dennis Geh) markiert beide Treffer zum 2:0-Heimsieg seiner Mannschaft. (Foto: Nici Merz)

Die Serie des Sportclub Dortelweil ist gerissen. Nach neun Spielen ohne Niederlage musste die Mannschaft von Trainer Frank Ziegler am Sonntagnachmittag auf dem Rödgener Hartplatz eine 0:2 (0:1)-Niederlage hinnehmen. Für den Türkischen SV Bad Nauheim war es dagegen nach den deutlichen (Auswärts-)niederlagen in der Vorwoche ein wichtiger »Dreier«.

»Der Gegner hatte mehr Ballbesitz, aber wir hatten unter dem Strich ein Chancenplus. Deshalb und weil wir mehr es gewollt und mehr gekämpft haben, haben wir verdient gewonnen«, sagte TSV-Spielertrainer Tufan Tosunoglu, der mit einem Doppelpack seine Mannschaft zum Sieg geführt hatte. »Es war kein Sieg der besseren Mannschaft, sondern einer des Teams, das mehr Herz und Leidenschaft gezeigt hat.« In der Tat: Ohne acht Stammspieler und mit Murat Akbulut, der am Vortag in der zweiten Mannschaft mit vier Treffern zum Matchwinner avanciert war, sowie Gökhan Karaca, der ebenfalls beim 4:3-B-Liga-Erfolg gegen den TSV Rödgen 90 Minuten gespielt hatte, gingen die Hausherren in die Partie. Bereits nach wenigen Sekunden die erste Chance: Einen langen Ball von Kapitän Erdinc Usta konnte Torjäger Salih Yasaroglu aber gegen Yannick Rühl nicht im Tor unterbringen.

Gruppenliga Frankfurt-West: Ein Konter reicht dem Türkischen SV Bad Nauheim zur Führung

Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Dortelweiler sich akklimatisiert hatten. Fortan hatte die Ziegler-Truppe zwar mehr Spielanteile, tat sich jedoch sehr schwer das Mittelfeld zu überbrücken und den entscheidenden Pass ins letzte Drittel zu spielen. Die erste Chance resultierte aus einem Eckball, in dessen Anschluss ein Schuss von Tim Stahl noch von Andrei Dogot abgefälscht wurde, aber knapp am Tor vorbeirauschte (19.).

Zwar hatte auch der TSV, der gut gegen den Ball arbeitete und in der Defensive clever stand, keine Vielzahl an Einschussmöglichkeiten, doch Ex-Profi Tosunoglu genügte ein Konter über die linke Seite: Bedient von Fabian Schusterschitz traf er mithilfe des Innenpfostens zur 1:0-Führung (41.). Schrecksekunde für den TSV dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als Oliver Steffen frei vor Keeper Yüksel Deliktas auftauchte, doch dieser zeigte bei Steffens Versuch eines Lupfers eine starke Reaktion.

In der zweiten Hälfte wurde die ohnehin schon weitgehend im Mittelfeld geführte Partie für die knapp 100 Zuschauer noch unattraktiver, weil ereignisärmer. Die Gäste hatten zwar oft den Ball, scheiterten aber daran, Abschlussmöglichkeiten zu kreieren, da auch die langen Bälle in die Spitze - Zieglers Plan B, wie er hinterher erklärte - von der kopfballstarken Hausherren meist geklärt wurden. Dominik Steffen hatte noch die beste Möglichkeit, als er von seinem Bruder Oliver bedient wurde, doch erneut zeigte Deliktas einen guten Reflex (83.)

Gruppenliga Frankfurt-West: Starker Yüksel Deliktas im Tor der Heimmannschaft

Umso bitterer für den SCD: Im Gegenzug fiel das 0:2 und damit die Vorentscheidung. Mit Augenmaß schlug Usta einen Ball nach vorn, Tosungolu setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und spitzelte den Ball mit letzter Kraft über die Linie (85.). Mit einem halbhohen Schuss verpasste es Noah Pölitz, mit dem 3:0 zu Beginn der Nachspielzeit den Deckel drauf zu machen, während auf der Gegenseite der eingewechselte Dominik Schlatter sein Glück noch einmal versuchte - doch wieder war Deliktas zur Stelle. Gemeinsam mit Doppeltorschütze Tosunoglu und den beiden B-Liga-Kickern verdiente sich der vor der Saison zurückgekehrte Keeper Bestnoten.

»Wir hatten keinen so defensiven Gegner erwartet, denn das ist auch genau der Bereich, in dem wir uns verbessern müssen. Wir hatten Chancen und hätten nicht verlieren müssen, waren die spielbestimmende Mannschaft, hatten mehr Ballbesitz, von daher mache ich meinem Team keinen Vorwurf. Wir haben alles versucht und alles reingehängt«, sagte SCD-Trainer Ziegler nach der Partie. »Aber das war so ein Spiel, wo der Ball einfach nicht rein will. Das wirft uns nicht um.«

Gruppenliga Frankfurt-West: Der 2:0-Heimsieg des TSV Bad Nauheim gegen den SC Dortelweil auf einen Blick

Türkischer SV Bad Nauheim: Deliktas - Usta, Kuzpinar, Yavas, Schusterschitz - Pölitz (ab 90. Yilmaz), Karaca, Emrovic, Yasaroglu - Tosunoglu (ab 87. Özisli), Akbulut (ab 58. Kara).

SC Dortelweil: Rühl - Chiriloae, Mistetzky (ab 46. Günther), Geh, Cholewa - Stahl, Dominik Steffen - Oliver Steffen, Müller (ab 63. Schlatter), Pröckl (ab 84. Vancura) - Dogot.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Koc (schlitz). - Zuschauer: 100. - Tore: 1:0 (41.) Tosunoglu, 2:0 (85.) Tosunoglu. - Gelb: Tosunoglu, Usta, Pölitz / Stahl.

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