23. Juli 2020, 19:00 Uhr

Fußball-Hessenliga Nachgefragt beim Trainingsauftakt

Türk Gücü Friedberg: Voller Tatendrang in die Saisonvorbereitung

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Fußball-Normalität. Hessenligist Türk Gücü Friedberg ist am Mittwoch in die Saisonvorbereitung gestartet - mit viel Vorfreude, aber auch mit einiger Anspannung. Er ist 25 Jahre alt, kommt aus Oberursel und hat jede Menge Erfahrung in der 3. Liga: Patrick Schorr. Nun ist er vom FC Carl-Zeiss Jena zu Türk Gücü Friedberg gewechselt. Warum?
23. Juli 2020, 19:00 Uhr
Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg ist mit viel Enthusiasmus in die Saisonvorbereitung gestartet. Beim Eckspiel mischt auch der neue Co-Trainer Christoph Pilch (l.) mit. FOTO: NICI MERZ

Mit einem breiten Lächeln stand Carsten Weber am Mittwochabend auf dem Rasenplatz am Rosbacher Eisenkrain. »Ich bin gespannt nach dieser langen, langen Zeit«, sagte der Trainer von Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg voller Vorfreude. Seine runderneuerte Mannschaft stand beim Trainingsauftakt erstmals nach der Zwangspause durch die Coronavirus-Pandemie auf dem Platz und sprühte schon in den ersten Minuten beim Eckspiel vor Tatendrang. Auch der neue Co-Trainer Christoph Pilch mischte mit. »Den tunnelt man besser nicht, sonst kommt die Grätsche. Ich habe ihn als Spieler gehabt, der ist da gnadenlos«, sagte Weber lachend. Seine Spieler hielten sich daran und gingen das Risiko nicht ein.

Merkwürdiges Gefühl

Die große Vorfreude auf den Trainingsstart und die damit einhergehende Erleichterung, nur mit minimalen Einschränkungen endlich wieder Fußball spielen zu dürfen, war überall zu spüren. »Man hat das allen Beteiligten angemerkt, wir groß die Lust darauf war, wieder Fußball zu spielen«, sagte Weber nach der ersten Einheit. Die Anfangsminuten der Einheit streamte Türk Gücü sogar auf seinem Instagram-Kanal. »Die Planung lief so lange, dass es nun einfach nur Zeit wird, dass es losgeht. Trotzdem ist es gerade noch ein wenig merkwürdig, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen«, sagte Weber.

Bereits kurz nach dem Jahreswechsel, weit vor der Zwangspause, haben die TG-Verantwortlichen mit der Planung für die Saison 2020/21 begonnen. Die fünf Monate bezeichnete Weber kürzlich im WZ-Interview als »wahnsinnige Arbeit«. Umso größer ist nun logischerweise die Vorfreude, aber auch die Anspannung vor seinem zweiten Jahr bei den Kreisstädtern.

Das Ziel für die kommende Spielzeit ist ein einstelliger Tabellenplatz. Weber weiß, dass er daran gemessen wird. »Wir haben schon das eine oder andere auf meinen Wunsch hin verändert. Der Kader ist so, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Umso größer ist natürlich meine Verantwortung«, sagte der Türk-Gücü-Coach.

Den Fokus legt der 36-Jährige in den ersten Tagen und Wochen auf die Arbeit mit dem Ball. Nach dem lockeren Auftakt im Eckchen und ei- nigen Stabilisationsübungen ging es mit Pass- und Spielformen weiter. »Wir werden erst mal viel Fußball spielen, um unsere Grundprinzipien, wie wir spielen wollen, zu verinnerlichen«, sagt Weber.

Bei elf Zugängen keine leichte Aufgabe, dass ihm aber fast der gesamte Kader zur Verfügung steht, dürfte den Lernprozess erleichtern. Lediglich Kwonsu Lee und Emrah Tahirovic fehlten beim Auftakt, sie stoßen aber am Samstag beziehungsweise Montag dazu.

Ihre Teamkollegen haben derweil schon mal einen guten ersten Eindruck beim Coach hinterlassen: »Die Jungs haben in der Pause ihre Pläne umgesetzt und sind alle in einer guten körperlichen Verfassung. Das ist eine gute Grundlage, um in den kommenden Wochen intensiv an den Inhalten zu arbeiten, die wir uns vorgenommen haben«, sagte Weber nach dem Auftakttraining am Mittwoch.

Am Mittwoch trainierte Türk Gücü auch noch ein wenig auf das Ungewisse hin. Erst am Donnerstag kam die endgültige Erlösung: Testspiele sind in Hessen ab 1. August wieder erlaubt, dem geplanten Saisonstart am 5./6. September steht nach den jüngsten Lockerungen der hessischen Landesregierung nichts mehr im Wege. Die wichtigstes Nachricht aus Türk-Gücü-Sicht war aber erst mal: der Ball rollt wieder.

Patrick Schorr ist der letzte der elf Neuzugänge bei Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg gewesen. Der Oberurseler kommt von Drittliga-Absteiger Carl-Zeiss Jena aus der 3. Liga nach Friedberg und hat in seiner Profikarriere jeweils einen Einsatz in der Bundesliga (TSG Hoffenheim) und 2. Liga (FSV Frankfurt) gesammelt, dazu 101 Drittliga-Partien und 35 Spiele in der Regionalliga Südwest.

Im WZ-Gespräch erklärt der 25-jährige Linksverteidiger und frühere DFB-Junioren-Nationalspieler (acht Einsätze) seinen Rückzug vom Profifußball und seine Entscheidung pro Türk Gücü.

Patrick Schorr, Sie haben Ihre Profi-Laufbahn mit 25 Jahren beendet. Wie kam es zu dem Entschluss?

Ich wusste, dass es für mich nicht weiter nach oben gegangen wäre. Ich hätte sicher noch vier, fünf Jahre auf Drittliga-Niveau spielen können, aber dann hätte ich mich als 30-Jähriger gefragt, was nach dem Fußball kommt.

Jetzt kommt erst mal Türk Gücü Friedberg…

Ich habe mich bewusst dazu entschieden, in die Heimat zurückzugehen. Ich hatte ein gutes Gespräch mit Trainer Carsten Weber und unfassbar viel Lust auf die Aufgabe. Ich glaube, dass es eine geile Sache wird.

Was genau schwebt Ihnen bei der beruflichen Ausbildung vor?

Ich fange ein Sportmanagement-Studium an. Ich versuche, viele Langzeitpraktika zu machen. Zuletzt habe ich bei einer Beraterfirma reingeschnuppert, in ein Leistungszentrum würde ich auch gerne mal gehen. Mal schauen, was sich da ergibt und wo ich meine Talente entdecke.

Im Steckbrief / Alter: 25. - Position: Linksverteidiger. - Bisherige Stationen: FC Carl-Zeiss Jena, VfR Aalen, FSV Mainz 05, FSV Frankfurt, TSG Hoffenheim; Jugend: Eintracht Frankfurt.

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