12. Juli 2018, 12:00 Uhr

Aufbruch

TSV Södel: Traditionsklub will mit Vollgas in alte Fahrwasser

Die Zeiten waren schon besser beim TSV Södel. Doch der Handballsport im Wölfersheimer Stadtteil lebt – nicht zuletzt dank Thomas Roth. Er will die guten alter Zeiten wiederbringen.
12. Juli 2018, 12:00 Uhr
Augen zu und durch: Thomas Roth (am Ball) steht beim TSV Södel nicht nur auf der Platte, sondern ist auch der neue Vorsitzende des Vereins. Er will im Wölfersheimer Stadtteil an Erfolge in der Vergangenheit anknüpfen. (Archivfoto: Nici Merz) (Foto: MERZ_N)

Lange Jahre galt der TSV Södel als ein Urgestein in der Handball-Bezirksoberliga und vertrat den Wetteraukreis sogar eine Saison lang überregional. In den letzten beiden Spielzeiten war aber noch die Bezirksliga A die sportliche Heimat des Vereins aus dem Wölfersheimer Stadtteil. Jetzt sollen neue Leute dem Verein wieder zu altem Glanz verhelfen. Unter anderem der neue Vorsitzende Thomas Roth. Der 37-jährige ist ein waschechter Södeler Bub und hat bereits vor 33 Jahren den Weg zum Handballsport beim TSV gefunden. Er arbeitet heute bei der Commerzbank als Vertriebsdirektor, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. In der Wetterauer Handballszene ist er ein bekanntes Gesicht und galt über lange Jahre als einer der herausragenden Spieler der Region, war er doch unter anderem beim WSV Oppershofen und dem TV Peterweil in der Regional- und Oberliga aktiv.

Dass er bei im Mai das Amt des TSV-Vorsitzenden übernimmt, war von langer Hand geplant. Gemeinsam mit seinem Vorgänger Friedel Lux, der das Amt acht Jahre lang ausübte, wurde der Übergang vorbereitet. Der neue starke Mann im Södeler Handball hat klare Vorstellungen für den TSV: Er will den Verein mit seinem Potenzial wieder attraktiver machen. »Zunächst gilt es, den Verein auf solide Beine zu stellen.Unsere Heimspiele sollen zu einem Handball-Event werden, auf das man sich freut«, sagt Roth. Dazu gehört auch, die Bestrebungen, bald wieder in der Bezirksoberliga zu spielen. »Wir brauchen wieder die attraktiven Derby in dieser Klasse«, ist für Roth nur einer der Gründe.

TSV Södel: Roth will vor allem in die Jugend investieren

Um das angestrebte Ziel zu erreichen, wurde der Verein entsprechend ausgerichtet. So wurde am jungen Trainer Patrick Schlichting festgehalten, der über den notwendigen Draht zur Jugend verfügt. Wichtige Rollen kommen auch Bastian Lind, als Trainer der zweiten Mannschaft und Pascal Schmidt als Torwart- und Co-Trainer zu. Für den Nachwuchsbereich zeigt sich zudem Ralf Schlichting verantwortlich, dem es nicht nur gelungen ist im Jugendbereich erste Meisterschaftserfolge zu feiern, sondern auch neue, qualifizierte Trainer für den TSV zu begeistern.

Bei der Kaderplanung für die erste Herrenmannschaft ist das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, umworbene Leistungsträger zu halten und so die Mannschaft zu festigen, aber gleichzeitig auch Nachwuchstalente zu binden. »Bisher haben wir zwar noch jeden Abgang abgefedert, aber wir stehen einer Rückkehr des einen oder anderen selbstverständlich aufgeschlossen gegenüber«, sagt Roth. Dass man sich wie in früheren Jahren andernorts attraktiv verstärkt, schließt Roth kategorisch aus. »Unter meiner Führung investieren wir in die Jugend und in die Struktur des Vereins«, lautet die Devise.

Das Ziel des TSV Södel: Mehr Zuschauer in die Halle bekommen

Der Weg, Spieler über Teamgeist, Ausstattung und andere Annehmlichkeiten für den Verein zu begeistern, soll zur Konstanten werden. Als Beispiel dafür nennt Roth die finanzielle Unterstützung der Abschlussfahrt nach Mallorca. Dass es mit solchen Maßnahmen auch möglich ist, wechselwillige Spieler zu halten, wird am Beispiel von Torwart Pascal Schmidt verdeutlicht. »Pascal ist einer der begehrtesten Torleute der Region. Er hat sämtliche, teilweise lukrative Angebote abgelehnt und wird nicht nur weiter bei uns spielen, sondern auch im Spielausschuss den Verein mitgestalten«, erzählt Roth.

Um die angestrebten Ziele zu erreichen, wurden außerdem den Sponsoren erste Konzepte vorgestellt. Ein eigens gegründeter Ausschuss kümmert sich um deren Wünsche und Belange. Angestrebt werden nämlich auch steigende Zuschauerzahlen bei den Heimspielen. Dem neuen TSV-Vorsitzenden ist es wichtig, dass allen, die dem Handball in Södel nahestehen, bewusst ist, dass der Verein weiterhin ohne Spielgemeinschaft durchhält – und das auch in Zukunft will. Roth sieht darüber hinaus den Schwerpunkt seiner Arbeit darin, neue Projekte anzustoßen. Er vertraut dabei auf sein Netzwerk in der Gemeinde. Das habe ihm in vielen Bereichen bereits wertvolle Hilfe geleistet.

Drei Fragen an...

...den TSV-Vorsitzenden Thomas Roth

Wenn man Ihnen als Jugendspieler gesagt hätte: Sie werden einmal der Handball-Boss in Södel – Was hätten Sie geantwortet?
Thomas Roth: Wenn die Zeit reif ist und ich genug Erfahrung gesammelt habe, wäre das eine spannende Aufgabe direkt vor meiner Haustür. Wobei mir das Wort Boss nicht zusagt. Man kann einen Verein wie Södel nur im Kollektiv leiten. Das war früher schon so und wird auch immer so bleiben. Ich bin aber gerne der Kopf des Vereins.

Wie sehen Sie den TSV Södel insgesamt für die Zukunft aufgestellt?
Roth: Vom Vorstand über die Jugendtrainer bis  zu den Schiedsrichtern kann der TSV eine hohe Qualität bieten. Ich sehe den Verein daher gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet. Ich hoffe, dass unsere Jugendarbeit sich in den kommenden Jahren auszahlt. So viele Auswahlspieler hatten wir schon lange nicht mehr. Der Weg zum Erfolg führt nur über die Verzahnung von Jugend und aktiven Mannschaften. Schaffen wir das, dann schaffen wir auch den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Damit werden wir als Verein wieder attraktiver und die Halle voller.

Wie stark ist die Herrenmannschaft in der kommenden Saison?
Roth: Die Mannschaft kann unter die ersten Drei kommen, wenn Schlüsselspieler wie Tauchmann, Glas, Hofmann, Schiller und Schmidt verletzungsfrei bleiben. Der Kader hat einen guten Mix zwischen Jung und Alt. Wenn junge Spieler wie Ulrich, Jankowetz, Brehm, Eisenreich oder Schäfer sich weiter entwickeln und ihr Potenzial abrufen, dann ist dieses Ziel erreichbar.

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