15. Mai 2019, 07:00 Uhr

Spurensuche in Bad Nauheim

15. Mai 2019, 07:00 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Stefan Schaidnagel konnte 2006 den Abstieg des EC Bad Nauheim nicht verhindern. (Foto: NICKOLAUS_M)

Die Eishockey-Szene trifft sich in diesen Tagen in Bratislava und Kosice. In der Slowakei wird der Weltmeister ermittelt. Bad Nauheim und die Roten Teufel aus der zweiten deutschen Liga scheinen beim Zusammentreffen der Weltbesten im Sport weit weg. Doch das täuscht: Die Spuren zahlreicher Spieler, Trainer und Funktionäre führen in die DEL 2, die Region und ganz speziell in die Wetterau.

Dr. Andreas Gröger: Der 60-Jährige, Ärztlicher Direktor im City Med München, ist der Chef-Mediziner der deutschen Nationalmannschaft. Aus seiner Heimatstadt Füssen kommend, spielte er von 1979 bis 1981 für den VfL Bad Nauheim in der Bundesliga. Er erzielte dabei 27 Treffer und gab 28 Vorlagen. Gröger beendete seine Karriere nach insgesamt 362 Bundesliga-Spielen (172 Tore, 131 Assists) im Jahr 1989.

Sjur Robert Nilsen: Der 51-Jährige ist Assistenz-Trainer der norwegischen Nationalmannschaft. In der höchsten Liga seines Heimatlandes ist der Ex-Profi seit 2017 Chef-Coach in seiner Geburtsstadt Sarpsborg. In Bad Nauheim spielte der Stürmer von 1996 bis 1998. Als Coach der Storhamar Dragons wurde er vor zwei Jahren teil der Eishockey-Geschichte. Exakt 217 Minuten und 14 Sekunden - und damit brutto mehr als acht Stunden - dauerte seinerzeit das Playoff-Match gegen Sparta Warriors Sarpsborg.

Svein Enok Nörstebö: Der Verteidiger spielte gemeinsam mit Nilsen von 1996 bis 1998 für Bad Nauheim. Schlittschuhläuferisch hob er sich in jener Zeit von Mit- und Gegenspielern ab. Nörstebö war als junger Familienvater zu den Roten Teufeln gewechselt. Heute spielt Matthias - wie einst sein Vater - für die Nationalmannschaft.

Stefan Schaidnagel: Der 38-Jährige trägt den etwas sperrigen Titel »Sportdirektor mit Generalverantwortung« und gilt als der neue starke Mann im Verband. Zusammen mit Ex-Bundestrainer Marco Sturm hatte er eine sportliche Verbandsreform bis in den Junioren-Bereich forciert. Parallel zum Studium lief der Verteidiger während der Relegation der Saison 2005/06 für die Roten Teufel, damals in der Oberliga-Relegation, auf.

Marc Michaelis: Eine Entdeckung der Vorsaison. Da hatte Ex-Bundestrainer Marco Sturm dem Studenten der Minnesota State University das Vertrauen geschenkt. Der 23-Jährige wurde erneut für die WM nominiert. In der Saison 2011/12 spielte Michaelis als Leihgabe der Jungadler Mannheim für die Jugend-Mannschaft der Roten Teufel. Seine überragende Bilanz: Zwölf Tore und ebenso viele Vorlagen in nur elf Partien. Nach zwei weiteren Jahren im Adler-Nachwuchs zog es Michaelis nach Nordamerika.

Joachim Ramoser: Wie Michaelis spielte der Stürmer als Leihgabe der Jungadler in der Saison 2011/12 für die Jugend-Mannschaft der Roten Teufel, damals gecoacht von Marcus Jehner. Ramoser, aktueller italienischer Nationalspieler, erzielte damals in 13 Spielen elf Tore und konnte 14 Treffer auflegen. Über Salzburg führt sein Weg in die DEL (München, Ingolstadt). In der kommenden Saison steht Ramoser - bislang 110 DEL-Spiele - in Nürnberg unter Vertrag.

Sean Mc Monagle: Der italienische Nationalspieler hat in der Saison 2018/19 mit Frisk Asker die Meisterschaft in Norwegen gewonnen. Der 31-Jährige, der als Wandervogel gilt, absolvierte die Spielzeit 2013/14 für den EC Bad Nauheim. In der Zweitliga-Comeback-Saison der Teufel kam der offensiv ausgerichtete Verteidiger auf sieben Tore und 18 Vorlagen für die Hessen, die er schließlich in Richtung der multinationalen Erste Bank Liga (EBEL) verlassen hatte.

Alex Trivellato: Ein weiterer italienischer Nationalspieler. In der Saison 2017/18 hat sich der Verteidiger in Bad Nauheim für eine Rückkehr in die DEL empfohlen. In 16 Spielen kam der 26-Jährige auf zwei Tore und sechs Vorlagen. Trivellato zog es nach Krefeld, wo er auch in der kommenden Saison unter Vertrag stehen wird.



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