27. September 2020, 21:00 Uhr

Spitzenreiter mit »dreckigem Sieg«

27. September 2020, 21:00 Uhr
Kein Tor für den TSV Dorn-Assenheim: Der Dortelweiler Luis Konstantin Uber hält gegen Mike Michalak (Mitte) seinen Kasten sauber, sein Teamkollege Laurens Lahrs kommt in dieser Situation zu spät. (Foto: Nici Merz)

Der TSV Dorn-Assenheim thront weiter an der Spitze der Fußball-Kreisoberliga Friedberg. In der vergangenen Saison noch akut abstiegsbedroht feierte die Mannschaft von Neu-Trainer Sacha Bingel auch beim SC Dortelweil II einen 1:0-Erfolg und hat nach sechs Spielen bereits 16 Punkte auf dem Konto. Dahinter rangiert nun der SV Bruchenbrücken, der dem hochgehandelten SV Nieder-Weisel auf dessem eigenen Platz eine schmerzhafte, weil vermeidbare 0:1-Niederlage beibrachte. Im Verfolgerduell trennten sich derweil der VfB Friedberg und der SV Nieder-Wöllstadt mit einem 1:1-Unentschieden. Am Tabellenende warten derweil Türk Gücü Friedberg II nach dem 1:1 gegen den FV Bad Vilbel II und der FC Hessen Massenheim nach dem 0:5 gegen den SV Teutonia Staden weiter auf den ersten »Dreier« der Saison. Richtig was los war unterdessen beim Aufsteigerduell zwischen dem 1. FC Rendel und der Spvgg. 08 Bad Nauheim: zehn Tore und am Ende ein 6:4 für die »Nullachter«, die damit den zweiten Sieg in Serie feierten, waren das Resultat.

SC Dortelweil II - TSV Dorn-Assenheim 0:1 (0:1): »Ein dreckiger Sieg«, sagte Richard Habram vom TSV-Spielausschuss hinterher. Ein wenig übertrieben, schließlich ließ der Tabellenführer kaum nennenswerte Chancen der Dortelweiler Reserve zu. »Beide Teams haben das taktisch gut gemacht und ein ordentliches Spiel abgeliefert«, sagte Habram. Die entscheidende Szene: Marcel Kempf klaute dem SCD in deren Spielaufbau den Ball, lief auf Dortelweils Torwart Luis Uber zu und passte das Leder aber im richtigen Moment quer auf Marvin Jung, der einschob (16.). Im zweiten Durchgang hatte nach einer knappen Stunde Mike Michalak die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber an Uber. Der Sieg geriet dennoch nicht mehr in Gefahr und war, so Habram, zwar »dreckig, aber verdient«.

SC Dortelweil II: Uber, Stobbe, Lars Engels, Wiemann, Lahrs, Mueller (62. Utar), Widmann, Burdenski (46. Reul), Schlosser, Lukas Engels, Vecchione (83. Grundmann).

TSV Dorn-Assenheim: Pflug - Harth, Ess, Jung, Sibbe, Zika, Brod, Kempf, Klaus, Sandner (46. Mueck), Michalak.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Thomas Vogel. - Zuschauer: 70. - Tor: 0:1 (16.) Jung.

VfB Friedberg - SV Nieder-Wöllstadt 1:1 (1:1): Ein gerechtes, aber umkämpftes Remis im Top-Spiel am Burgfeld: Nachdem beide Teams losgelegt hatten wie die Feuerwehr, verflachte das Spiel mehr und mehr - hin und wieder rüttelte das Scheppern der Latte allerdings alle Beteiligten wach. Die Action allerdings schon kurz nach Anpfiff: Frederik Bergmann sprintete für die Gäste auf außen weg und flankte nach innen, wo Robin Dobios zur Führung einnetzte (4.). Die Antwort der Friedberger kam aber nicht viel später: Dominique Ware und Othmane Louaddi legten per Doppelpass die Gegnerabwehr lahm, Ware (5.) netzte zum 1:1. Die Partie wurde nun zerfahrener, Nieder-Wöllstadt traf die Latte, Friedberg traf die Latte (48.), sonst gab’s viele lange Bälle, Kampf mit Ellenbogeneinsatz - und eine Gelb-Rote Karte für Burak Dincer kurz vor Schluss einer ansonsten fairen Begegnung.

VfB Friedberg: Rusev, Strothmann, Kamphausen, Aschaber, Kandjieu, Louaddi, Ware, Kenne Wa, Meyer, Fedler, Ramze.

SV Nieder-Wöllstadt: Zink, Wagner, Becker, Yigit, Dobios, Dincer, Bischoff, Wenzel, Bergmann, Schubert, Schilbach.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Kienle (Offenbach). - Zuschauer: 70. - Tore: 0:1 (4.) Dobios, 1:1 (5.) Ware. - Gelb-Rote Karte: Dincer (90./wiederholtes Foul).

1. FC Rendel - Spvgg. 08 Bad Nauheim 4:6 (2:3): Aus neutraler Perspektive war in Rendel einiges an Unterhaltung geboten, aus Rendler Sicht war die Niederlage gegen den Mitaufsteiger eine Enttäuschung. Mehrfach kamen die Gastgeber zum Ausgleich - um im Gegenzug wieder Tore zu kassieren. Im ersten Durchgang war die Heimelf gut aufgetreten, nach dem frühen 0:1 durch Aimane Ajabli (5.) der prompte 1:1-Ausgleich durch Marco Langer (9.). Bad Nauheim nun allerdings vor dem Tor wacher, zog durch Elias Ben Fdihla (23./42.) auf 3:1 weg. Rendel stellte kurz vor und kurz nach der Pause durch Francesco Haidle (44./46.) allerdings wieder auf 3:3. Dann allerdings zogen die Gäste durch Maher Al Hassan (50.) und Pascal Boss (56.) erneut mit zwei Treffern auf 5:3 davon - ein am Ende entscheidender Vorsprung, denn nach dem 4:5 durch Adrian Mahl (63.), klärte Ben Fdihla (75./FE) die Sache mit dem 6:4 endgültig für die »Nullachter«, die nach dem ersten Kreisoberliga-Sieg in der Vorwoche bereits den zweiten Erfolg in Serie feiern durften.

1. FC Rendel: Puth, Tobias Spruck, Rühl, Roth, Stobbe, Buxmann, Haidle, Alexander Spruck, Langer, Mahl, Mossuto.

Spvgg. 08 Bad Nauheim: Meynioglu, Blüm, Hodovic, Özisli, Popovic, Boss, Ajabli, Ben Fdhila, Arslan, Alessandro, Feshchuk.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Öztürk (Frankfurt). - Zuschauer: 100. - Tore: 0:1 (5.) Ajabli, 1:1 (9.) Langer, 1:2 (23.) Ben Fdihla, 1:3 (42.) Ben Fdihla, 2:3 (44.) Haidle, 3:3 (46.) Haidle, 3:4 (50.) Al Hassan, 3:5 (56.) Boss, 4:5 (63.) Mahl, 4:6 (75./FE) Ben Fdhila.

FC Hessen Massenheim - SV Teutonia Staden 0:5 (0:1): Zwei verdrehte Halbzeiten und das berühmte »aufhören, Fußball zu spielen« in Massenheim. Denn die bisher sieglose Heimelf zeigte 45 Minuten lang, was sie wirklich kann: Fußball spielen auf Kreisoberliga-Niveau. Wäre da nicht diese blöde Blockade, die das Team irgendwann bekommt, wenn man den Kasten nicht trifft und somit auch keine Punkte holt. Für Staden war genau das ein gefundenes Fressen, denn noch vor der Pause grätschten die Gäste in den »Flow« der Heimelf und trafen durch Lukas Filges (28.) zum 1:0. Es war vielleicht die Einleitung für eine umgekehrte zweite Hälfte: Staden nun am Drücker und bald mit dem Ball im Tor: Erst Otto Weber nach einem Freistoß (60.), dann Paul Wolf ebenfalls per Standard (66.). Dustin Richter (70.) und Fynn Stürtz (72.) legten gegen nun unterlegene Massenheimer nach - und es stand am Ende 5:0, was so sicher nicht zu erwarten war schon gar nicht nach der ersten Halbzeit.

FC Hessen Massenheim: Kroh, Kratz, Schäfer, Grzyb, Anders, da Silva, Hohmann, Hofmann, Germeroth, Engelhardt, Matter.

SV Teutonia Staden: Dies, Kunkel, Schneeberger, Wolf, Filges, Richter, Gies, Stürtz, Berisha, Stelz, Hebbel.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Watermann (Idstein). - Zuschauer: 80. - Tore: 0:1 (28.) Filges, 0:2 (60.) Weber, 0:3 (66.) Wolf, 0:4 (70.) Richter, 0:5 (72.) Stürtz.

SV Nieder-Weisel - SV Bruchenbrücken 0:1 (0:1): »Die Niederlage war sehr unglücklich, da wir vor allem in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft waren«, haderte Nieder-Weisels Trainer Gökhan Kocatürk mit der ersten Saisonpleite seiner Elf, die nach dem Wechsel ein halbes Dutzend hochkarätige Torchancen ungenutzt ließ. In der 65. Minute traf Manuel Volp nur den Pfosten des SVB-Gehäuses. Zehn Minuten später scheiterte Sebastian Volp mit einem satten Schuss aus zwölf Metern am glänzend aufgelegten Gästekeeper Andreas Mehnert. Bereits vor der Pause hatte auch Manuel Volp die Führung für die Hausherren auf dem Fuß, als er in der vierten Minute nach Kopfballvorlage von Sebastian Volp aus kurzer Distanz über das Tor zielte. Der Treffer des Tages fiel in der 38. Minute nach einem langen Ball von Jeremy Cue und einem Abstimmungsfehler in der Nieder-Weiseler Abwehr durch Fabian Lösche. Dabei blieb es, auch weil SVB-Keeper Mehnert in der Schlussminute einen Schuss von Marcel Belke in höchster Not von der Linie kratzen konnte.

SV Nieder-Weisel: Maas, Nockemann, Wolf, Rohe, Wedemann, Sebastian Volp, Vogt, Scheel, Manuel Volp, Lukas Wanzke, Wittig, Reiter, Belke, Ruppel, Eichstädt.

SV Bruchenbrücken: Mehnert, Cue, Lupei, Sieber, Vogeler, Riess, Schäfer, Lösche, Ussner, Gonzales, Kliem, Heilmann, Pölker, Roskoni, Heller.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Horz (Niederzeuzheim). - Zuschauer: 100. - Tor: 0:1 (38.) Lösche.

Türk Gücü Friedberg II - FV Bad Vilbel II 1:1 (0:0): Remis im Vorspiel des Hessenliga-Derbys beider Mannschaften. Die Hausherren hatten das Spiel in der Hand, verzeichneten außerdem die besseren Chancen - unter anderem gab es bereits je einen Aluminiumtreffer im ersten Abschnitt: Zunächst scheiterte Özgür Genc für die Gastgeber am Quergestänge (23.), auf der Gegenseite visierte Mario Krajina nur den Pfosten an (31.). Den ersten Treffer markierten die Kreisstädter: Danilo Pantic besorgte per Foulelfmeter die 1:0-Führung (74.) nach einem Foul an Gal Dabool für die Gastgeber, die Moritz Holstein erst in der 85. Minute mit einem Schuss vorbei am Keeper der Gastgeber noch ausglich. »Wir haben gefühlt auf ein Tor gespielt und kassieren nach der Führung in der 85. Minute noch den Ausgleich. Das war sehr unglücklich«, sagte Türk-Gücü-Sprecher Rahman Karadavut hinterher.

Türk Gücü Friedberg: Schmidthals, Pantic, Gonzales Burrueuo, Bolat, Genc, Marra, Abdallah, Yamini, Dabool, Sangl, Akyüz, Akbayrak, Busse.

FV Bad Vilbel: Utar, Frerichs, Schweitzer, Lukes, Duran, Krückl, Holstein, Lanz, Karhina, Przybylka, Kamboua, Pempek, Langsdorf.

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Kaba (Egelsbach). - Zuschauer: 50. - Tore: 1:0 (74./FE) Pantic, 1:1 (85.) Holstein.

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