25. August 2020, 16:00 Uhr

Sorge vor »knüppelhartem Programm«

25. August 2020, 16:00 Uhr
Bei TSV-Spielertrainer Tufan Tosunoglu halten sich Vorfreude auf die neue Saison und Sorge vor dem straffen Programm die Waage. FOTO: NICI MERZ

Anfang März, als die Corona-Pandemie gnadenlos zuschlug und den Spielbetrieb weit vor dem eigentlichen Saisonende abrupt zum Erliegen brachte, saßen die Fußballer des Türkischen SV Bad Nauheim quasi zwischen den Stühlen. Vier Punkte aus den beiden Pflichtspielen des Jahres 2020 gegen Königstein und Fechenheim waren zwar eine zufriedenstellende Ausbeute, doch insgesamt galt seinerzeit: Das Team war in Bezug auf die Tabellenlage für vorne zu schwach und für hinten zu stark.

Auf der Bühne der Gruppenliga Frankfurt-West bewegten sich die Kurstädter im oberen Drittel des Niemandslandes und beendeten die stark verkürzte Meisterschaftsrunde unter der Regie von Spielertrainer Tufan Tosunoglu als Rangfünfter. Ein Resultat, das sie beim Türkischen SV als Enttäuschung verbuchten? »Keineswegs«, erklärt der 36-jährige Ex-Profi mit Nachdruck, »vielmehr haben wir uns angesichts der Positionen drei und fünf nach dem Wiederaufstieg fest auf der Gruppenliga-Bühne etabliert«.

Was hat sich getan? Tufan Tosunoglu steht seit Anfang 2016 auf dem Rödgener Sportgelände als Spielertrainer in der Verantwortung und geht somit ins sechste Jahr. Eine Tatsache, die Kontinuität vermittelt und beweist, dass die Klubführung seine Arbeit sehr zu schätzen weiß.

Ihm zur Seite steht allerdings ein neuer Mann, denn Emrah Koc fungiert anstelle von Sinan Can ab der neuen Saison als Co-Trainer. Die Personalausstattung, die dem 32-jährigen Tosunoglu zur Verfügung steht, hat sich - wie das so üblich ist - ein wenig verändert und offenbart mit dem von Türk Gücü Friedberg zurückgekehrten Keeper Kamber Koc, Stürmer Stanley Ike (vorher Sportfreunde 04 Frankfurt) und Defensiv-Spezialist Ramazan Türkyilmaz (SVG Steinheim) drei echte Knaller. Die Abwehrspieler Mohammed Özisli und Robin Exeler, die fürs Mittelfeld vorgesehenen Samet Özisli und Evren Berkan Irkin sowie Offensivspieler Kubilay Erden vermitteln hingegen jugendlichen Elan. Macht im Ganzen acht Neuzugänge, denen lediglich drei Abgänge und Firat Cans Karriereende gegenüberstehen. »Der Kader ist gewiss nicht schwächer geworden, aber auch nicht viel besser«, kommentiert Tosunoglu. In Sachen quantitativer Besetzung kommen ihm freilich Bedenken: »22 Spieler sind eventuell zu wenig.«

Wie läuft die Vorbereitung? Alles begann ab dem 22. Juli und beinhaltete zunächst individuelles Training. Später ging’s intensiver zur Sache und der Trainer ist sich seiner Sache sicher: »Ich denke, die Spieler sind gut in Schuss.« Ein torloses Remis im ersten Testspiel gegen den Verbandsligisten Sportfreunde 04 Frankfurt bestätigte Tosunoglus Ansicht, dann kam eine hohe 1:6-Heimpleite gegen Türkgücü Wetzlar. Ein Rückschlag? Eher nicht, denn in dieser Partie fehlten inklusive des Trainers etliche Stammspieler. Personell wieder besser bestückt, ließ man beim 3:1-Sieg über Türkgücü Frankfurt nichts anbrennen. Taktisch gesehen lässt sich der TSV-Coach auf keine Kompromisse ein: »Was die Defensive betrifft, bin ich noch nie ein Freund der Dreierkette gewesen und setze auch weiterhin auf vier Mann in der Abwehr.« Weiter vorne wird’s variabler: Die Doppelsechs und eine Spitze oder zwei Dreierketten - beim TSV Bad Nauheim beherrschen sie beide Varianten relativ problemlos. Ob’s tatsächlich funktioniert, wird man wohl am kommenden Sonntag im Kreispokal-Halbfinale beim künftigen Gruppenliga-Rivalen FSG Burg-Gräfenrode begutachten können.

Wie lautet die Zielsetzung ? Die Kurstädter empfangen zur Saison-Ouvertüre Vatanspor Bad Homburg, gastieren dann beim FSV Friedrichsdorf und absolvieren an den Spieltagen Nummer drei und vier zwei weitere Heimspiele gegen den Wetterau-Rivalen FC Karben und gegen die TSG Niederrad. »Es gibt schwierigere Auftakt-programme«, meint Tosunoglu. Zu Hause war der TSV schon in der vergangenen Saison eine Macht. »Und das soll auch so bleiben«, erklärt der Bad Nauheimer Trainer im Brustton der Überzeugung. Favoriten gebe es genügend, allen voran SF Friedrichsdorf: »Was uns betrifft, wollen wir uns hinten raushalten.«

Das sagt der Trainer : »Obwohl alle Vereine aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Hygiene-maßnahmen einen hohen Aufwand betreiben müssen, bin ich froh, dass es überhaupt wieder losgeht. Der Terminplan ist knüppelhart, aber dem Verband blieb keine andere Wahl«. Tufan Tosunoglu zeigt Verständnis für ein voll gepacktes Saisonprogramm. Was ihn nachdenklich stimmt, ist das erhöhte Risiko der Verletzungsgefahr: »Hoffentlich bleiben wir davon verschont, zumal unser Kader für die intensiven Wochen und Monate, die auf uns zukommen, möglicherweise zu klein ist.«

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