10. März 2020, 12:00 Uhr

»Sind auf dem richtigen Weg«

Die Situation ist ernst: Ausgerechnet im Jahr seines 100-jährigen Bestehens könnte den SV Germania Ockstadt nach Jahrzehnten in höheren Klassen der Abstieg aus der Fußball- Kreisliga A Friedberg ereilen. Doch Christopher Reuss hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
10. März 2020, 12:00 Uhr
Christopher Reuss musste in dieser Saison bereits auf drei Positionen beim SV Germania Ockstadt ran - als Sportlicher Leiter, als Torhüter und als Interimstrainer. Das Ziel lautet dabei immer: Klassenerhalt in der Kreisliga A Friedberg. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Der SV Germania Ockstadt zählt unter den Kennern der Wetterauer Fußballszene gewiss zu den Vereinen mit einem großen Renommee. Früher spielten die Germanen dauerhaft in der Kreisoberliga Friedberg oder sogar in der Gruppenliga Frankfurt. Doch seit dem letzten Aufstieg in die Kreisoberliga in der Saison 2015/16 und dem darauffolgenden Abstieg in die Kreisliga A Friedberg fristet der Verein aus dem Kirschendorf ein eher karges Dasein in der Liga. Besonders bedrohlich ist die Situation im Jubiläumsjahr 2020. Nach Ende der Hinserie belegen die Germanen mit lediglich sieben Punkten den 16. und damit letzten Tabellenplatz. Warum es dennoch mit dem Klassenerhalt klappt, und welche Anstrengungen hierfür unternommen wurden erklärt der Sportlicher Leiter Christopher Reuss im Interview.

Herr Reuss, der SV Germania Ockstadt steht aktuell am Tabellenende der Fußball-Kreisliga A Friedberg. Wie soll der Klassenerhalt zum 100. Geburtstag noch realisiert werden?

Wir haben uns in der Winterpause auf dem Transfermarkt noch einmal gezielt verstärkt, so es in unserem finanziellen Rahmen möglich war. Mit Serdar Karaduman von Türk Gücü Friedberg II konnten wir einen erfahrenen Spieler für uns gewinnen. Ebenfalls wieder zurück ist unser lange verletzter Stürmer Sezgin Karpuz. Diese beiden Spieler sollen zusammen mit unserem neuen Spielertrainer Tim Schlosser unsere im Schnitt erst 20 Jahre alte Mannschaft führen und stabilisieren. Hier setzten wir klar auf die Karte Erfahrung und Jugendarbeit. Unser Kader umfasst nun 18 Spieler für die erste Mannschaft, sodass auch auf eventuelle Verletzungen besser reagiert werden kann. Ferner wollen wir den Rückenwind aus der Hinserie mit den Siegen gegen Nieder-Florstadt (5:0) und Oppershofen (2:1) mitnehmen und weiter gegen unsere direkten Konkurrenten punkten sowie die etablierten Teams ärgern.

Im Winter sind insgesamt neun Neuzugänge nach Ockstadt gekommen. Wie läuft die Integration der neuen Spieler?

Die Integration der Neuen verlief völlig geräuschlos. Zum einen ist die Mannschaft intakt und nach dem Wechsel von Halil Yilmaz nach Dorheim noch enger zusammengerückt. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist sehr gut, und so war es für die Neuzugänge ein Leichtes, sich hier zurechtzufinden. Die Vorbereitung gibt uns diesbezüglich auch recht. Wir konnten trotz der widrigen Verhältnisse auf unserem Sportplatz, auf dem Burgfeld und in der Soccerhalle eine sehr anspruchsvolle Vorbereitung durchziehen. Und dass die Mannschaft gewillt ist, mit Biss und Leidenschaft für den Klassenerhalt zu kämpfen, zeigen die Ergebnisse bislang. Siege gegen Wisselsheim und Köppern III sowie ein Unentschieden gegen Burgholzhausen in der Vorbereitung verdeutlichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Welche Mannschaften sind aus Ihrer Sicht direkte Konkurrenten im Abstiegskampf?

Ich denke, die Abstiegszone reicht bis Platz elf, also aktuell zur SG Wohnbach/Berstadt. All diese Mannschaften müssen Punkte sammeln, um nicht abzusteigen. Ferner wird es spannend sein zu beobachten, wie sich der VfR Ilbenstadt nach der Trennung von Daniel Contin zurechtfindet. Wir schauen aber in jedem Fall auf uns und nur von Spiel zu Spiel. Wir spielen noch gegen alle direkten Konkurrenten und wollen hier natürlich das Maximale herausholen. Die A-Liga ist sehr ausgeglichen, und wir sind gegen keine Mannschaft chancenlos. Trotz allem wäre der Klassenerhalt für uns wie eine Meisterschaft.

Wer sind Ihre Favoriten im Aufstiegsrennen?

Der 1. FC Rendel sollte sich den komfortablen Vorsprung nicht mehr nehmen lassen. Dahinter sehe ich einen Zweikampf zwischen den »Nullachtern« aus Bad Nauheim und dem SC Dortelweil II. Die Dortelweiler halte ich für die spielstärkste Mannschaft in der Kreisliga A Friedberg.

Der SV Germania Ockstadt betreibt ebenfalls eine gute Nachwuchsarbeit. Wie stellen Sie diese auf die Beine?

Der SV Germania Ockstadt ist ein sehr familiärer Verein. Verschiedene Feste wie unsere Feier zum 1. Mai, Fahrten nach Portugal zu internationalen Turnieren und auch gute Jugendtrainer, zum Teil Spieler der Seniorenmannschaften, sorgen hier für ein echtes »Wohlfühlklima«. Uns zeichnet darüber hinaus eine große Hilfsbereitschaft innerhalb des Vereines aus. Und dies spricht sich eben rum - sei es als Mundpropaganda an den Schulen oder auf anderen Wegen, sodass wir im Raum Friedberg als eine der ersten Adressen im Jugendfußball angesteuert werden. So können wir in allen Altersklassen, außer den A-Junioren in diesem Jahr, eigene Mannschaften ins Rennen schicken. Als gute Beispiele für unsere gute Jugendarbeit sind etwa die Integration eines fast kompletten A-Junioren-Jahrgangs in die Senioren oder unsere Eigengewächse Nils Kittler (SKV Beienheim, Anm. d. Red.), Simon Kammer (SG Kinzenbach/Verbandsliga Mitte, d. Red.) und Aniket Kumar (FC Olympia Fauerbach, d. Red.) zu nennen. Alle drei haben den Sprung zu höherklassigen Vereinen geschafft. Es bleibt zu hoffen, dass die Jungs auch bald wieder für uns auflaufen werden. Ockstadt ist und bleibt ein Verein für die ganze Familie, der viel zu bieten hat und in dem man sich wohlfühlen kann. Und auch dieser Zusammenhalt wird uns helfen, in unserem Jubiläumsjahr dem Abstieg zu entgehen und auch zukünftig weiter in der Kreisliga A Friedberg an den Start zu gehen.

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