17. Mai 2020, 19:11 Uhr

Fußball

Saisonabbruch mit Aufsteigern - keine Absteiger

Die Saison im hessischen Amateurfußball wird abgebrochen - dennoch soll es Aufsteiger geben, aber keine Absteiger. Eine wichtige Frage ist aber noch offen.
17. Mai 2020, 19:11 Uhr
Der Fußball wird in dieser Saison wohl nicht mehr rollen. Die Zeichen stehen auf Abbruch der Spielzeit 2019/2020. SYMBOLBILD: NICI MERZ

Bis zur endgültigen Klarheit müssen die heimischen Fußballer noch rund vier Wochen warten. Erst ein außerordentlicher Verbandstag, der am 13. oder 20. Juni stattfinden soll, kann den Vorschlag absegnen, auf den sich der rund 50-köpfige Verbandsvorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) am Samstag einstimmig nach einer vierstündigen Videokonferenz geeinigt hat. Demnach wird die Saison 2019/2020 abgebrochen und nach der Quotientenregel gewertet. Die vor der Saison festgelegte Anzahl von Aufsteigern soll es in den einzelnen Klassen dennoch geben - aber keine Absteiger. Dieses Modell war auch von der Mehrheit der Klubs in den 32 Kreisen favorisiert worden, die in Videokonferenzen und mittels Fragebögen nach ihrer Meinung gefragt worden waren. Auch die Wetterauer Vereinsvertreter waren mehrheitlich für dieses Modell. Aller Voraussicht nach wird diese Beschlussvorlage auf dem Verbandstag so durchgewunken. »Man kann davon ausgehen, dass es genau so entschieden wird«, sagt Kreisfußballwart Thorsten Bastian: »Das ist die Variante, die unsere Vereine befürwortet haben und die ich für die fairste halte.«

Auch HFV-Präsident Stefan Reuß warb um Verständnis unter den Klubs für den nun verabschiedeten Vorschlag: »Uns ist bewusst, dass nicht alle Vereine diesen Standpunkt teilen, aber leider ist aufgrund der speziellen Situation eine Lösung, die die Zustimmung aller HFV-Vereine findet, nicht möglich«, erklärte Reuß: »Wir sind jedoch davon überzeugt, dass wir der optimalen, gerechtesten und vereinsfreundlichsten Lösung hiermit am nächsten kommen.«

Der Verbandsvorstand hat allerdings noch keinen Vorschlag formuliert, wie mit den Teams, die auf einem Relegationsplatz »nach oben« stehen, verfahren wird. »Hier ist eine abschließende rechtliche Prüfung vorzunehmen«, heißt es in einer Mitteilung des HFV.

Denkbar sind mehrere Szenarien - möglich ist, dass die Juristen dem Verband empfehlen, dass alle Teams auf einem Relegationsplatz »nach oben« aufsteigen zu lassen oder über die Quotientenregel nur ein Teil von diesen Mannschaften. Nach der Sitzung des Verbandsvorstands am 6. Juni soll es auch für diesen Aspekt eine Beschlussvorlage für den Verbandstag geben.

»Es ist wichtig, dass sich der Verband rechtlich absichert«, meint Bastian. Allerdings sieht er die Entwicklung in puncto Relegation/Aufstiegsspiele durchaus kritisch. »Es finde es schade, dass plötzlich eine Diskussion über die Relegation und Aufstiegsspiele aufgekommen ist. Das war in den Regionalkonferenzen noch kein Thema.«

Besonderheiten in der Wetterau

Nach Anwendung der Quotientenregel (Anzahl der Punkte : Anzahl der Spiele x 100) steht in den meisten Ligen der Verein auf Platz eins, der auch zum Zeitpunkt der Unterbrechung des Spielbetriebs der Tabellenführer war.

Zwei Besonderheiten gibt es im heimischen Fußballkreis. In der Kreisoberliga Friedberg hat der TSV Ostheim seinen Rückzug angekündigt, und weil kurz vor der Saison bereits die SG Rodheim ihre Mannschaft abgemeldet hatte, darf der Drittplatzierte der Kreisliga A Friedberg, der SC Dortelweil II, auf eine Versetzung in die Kreisoberliga hoffen, um dort die Sollstärke von 16 Mannschaften zu erreichen. Eine Entscheidung über diesen Sonderfall müssen die Verbandsgremien fällen.

Eine zweite Besonderheit gibt es in der Kreisliga C Friedberg, Gruppe 2. Hier weisen der 1. FC Rendel II und der Albanische Verein Friedberg den identischen Quotienten auf, aufgrund des besseren direkten Vergleichs (3:1-Sieg und 2:2-Unentschieden) hat aber Rendel II das Aufstiegsrecht. Aber noch dürfen die Albaner auf eine Regelung in ihrem Sinne für die Teams auf dem Relegationsplatz hoffen.

Diese Teams dürfen aufsteigen

Wird die Entscheidung des HFV-Verbandsvorstands vom Samstag beim virtuellen Verbandstag Mitte Juni abgesegnet, haben diese heimischen Mannschaften ein Aufstiegsrecht: Kreisoberliga Friedberg: SV Steinfurth; Kreisliga A Friedberg: 1. FC Rendel, Spvgg. 08 Bad Nauheim; Kreisliga B Friedbberg, Gruppe 1: SV Steinfurth II; Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2: FSV Kloppenheim; Kreisliga C Friedberg, Gruppe 1: SV Echzell; Kreisliga C Friedberg, Gruppe 2: 1. FC Rendel II.

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