11. Januar 2018, 07:00 Uhr

Volleyball

Quo vadis, SG Rodheim?

Nach dem Rückzug aus der Dritten Liga mischen die Volleyballer der SG Rodheim in der Regionalliga in der Spitzengruppe mit. Der Wiederaufstieg liegt aber dennoch in weiter Ferne.
11. Januar 2018, 07:00 Uhr
Das Team der SG Rodheim steht im Klassement der Regionalliga Südwest derzeit auf dem vierten Rang und hat den Relegationsplatz im Visier. (Foto: uc)

Als sich die Volleyballer der SG Rodheim Ende April 2017 aus der Dritten Liga zurückzogen, war bei vielen Fans die Verwunderung groß. Denn die »Piraten« hatten eine ansprechende Saison ohne Abstiegssorgen hinter sich. Für Spieler Alexander Schuld war der Schritt hingegen die logische Konsequenz einer besorgniserregenden Entwicklung. »Leider war völlig unklar, ob wir ein konkurrenzfähiges Team zusammenbekommen«, sagte Schuld, der die Abmeldung initiiert hatte. Die hält der 39-Jährige auch mit einigen Monaten Abstand für richtig: »Derzeit sollten wir nicht an die Dritte Liga denken. Wenn wir aufsteigen sollten, würden wir wohl in der Regionalliga bleiben.«

Mit fünf Siegen aus elf Spielen stehen die Wetterauer derzeit auf dem vierten Platz der Regionalliga Südwest. Der Rückstand auf den Zweiten SSG Langen beträgt bei einem weniger ausgetragenen Match lediglich vier Zähler. Trotzdem richtet sich der Blick der »Piraten« eher nach unten: »Wir haben nur fünf Zähler Vorsprung auf den Drittletzten, der am Saisonende wahrscheinlich absteigen muss«, erläutert Schuld, der in dieser Runde berufsbedingt kaum trainieren kann. Einmal pro Woche trifft sich das Team im Sportzentrum in Rodheim – und das ohne Trainer. Nach dem Abschied von Torsten Spiller nach der vergangenen Saison suchte man intensiv nach einem Nachfolger – vergeblich. Mittelblocker Alexander Schuld und Zuspieler Andreas Zander fungieren daher derzeit als Spielertrainer, was freilich suboptimal ist. »Ein richtiger Trainer hätte mit taktischen Anweisungen einiges herauskitzeln können«, meint Schuld, »vielleicht hätten wir dadurch das ein oder andere enge Spiel gewonnen.« Viermal mussten die Rodheimer bereits in den Tiebreak, viermal zogen sie den Kürzeren. »Häufig hat uns die Kondition gefehlt«, sagt Schuld.

Die Wetterauer, die jahrelang Stammgast in der Dritten Liga waren, treten in dieser Saison mit dünnem Aufgebot an. Maximal acht Akteure stehen im Kader der »Piraten«. Häufig sind es an Spieltagen allerdings nur sechs, so dass es keine Wechselmöglichkeiten gibt. Hinzu kommt, dass der Altersschnitt im Team hoch ist. »Oldie« Stefan Brömmeling wird in diesem Jahr 54 Jahre alt, Andreas Zander ist nur neun Jahre jünger. Die meisten Spieler sind Ende 30, lediglich zwei haben die 30 noch nicht überschritten. »Im Moment sieht es nicht danach aus, dass bald junge Spieler nachrücken könnten«, berichtet Schuld und fügt hinzu: »Da es für uns sehr schwer ist, externe Spieler zu verpflichten, könnten wir bald noch mehr Probleme bekommen.« Im Anfängerbereich (insbesondere unter den acht- bis 14-Jährigen) erfreut sich die SG Rodheim seit einigen Jahren über Zuwachs, weil man sich mittlerweile um den Nachwuchs bemüht und beispielsweise Trainingscamps anbietet. »Wir haben jahrelang zu wenig gemacht und zahlen jetzt den Preis dafür.«

Gut aufgestellte Konkurrenten

Als die Rodheimer Volleyballer vor einigen Jahren in der zweiten Bundesliga spielten, galt der Standort für ambitionierte Leistungssportler als gute Alternative zum USC Gießen. Heute muss sich der Verein gegen mehrere Teams der gut aufgestellten Konkurrenten aus Waldgirmes, Rüsselsheim, Langen oder Kriftel behaupten, so dass der Kreis an potenziellen Zugängen deutlich kleiner geworden ist. »Ich habe den Eindruck, dass an diesen Standorten zielorientierter gearbeitet wird. Wir haben es bislang nicht geschafft, etwas Langfristiges aufzubauen«, moniert Schuld und schiebt nach: »Unser Ziel muss es nun sein, ein Perspektivteam zu bilden, das in einigen Jahren wieder Richtung Dritte Liga blicken darf.« Zudem muss der Verein neue Helfer gewinnen, um den höheren Anforderungen im organisatorischen Bereich gerecht werden zu können.

»Im Moment kümmern wir Spieler uns um alles. Klassische Ehrenamtler haben wir nicht«, erzählt Schuld. Sportlich betrachtet könnte bereits in dieser Runde der Wiederaufstieg gelingen. Trotz der dünnen Personaldecke hielten die Rodheimer bislang in fast jedem Spiel mit, unterlagen nur einmal glatt in drei Sätzen und behielten zuletzt gegen Tabellennachbar Eintracht Frankfurt souverän mit 3:0 die Oberhand. »Wir können jedes Team in der Regionalliga schlagen«, sagt Kapitän Tim Wacker. Auch in der Dritten Liga würde das erfahrene Ensemble sicher Spiele gewinnen. Der Weg dahin dürfte aber dennoch kein leichter sein.

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