06. März 2020, 16:00 Uhr

Ohne drei beim Dritten

06. März 2020, 16:00 Uhr
Ceyhun Dinler (l.) und Abdussamed Gürsoy (r.), hier gegen Hanaus Salvatore Bari, sind am Sonntag mit Türk Gücü Friedberg in Eddersheim gefordert. FOTO: JAUX

Wer Anfang Oktober auf den KSV Hessen Kassel als künftigen Meister der Fußball-Hessenliga getippt hatte, wäre angesichts enorm schwankender Leistungen der Nordhessen in den Saisonmonaten August und September vermutlich müde belächelt worden. Inzwischen sieht es anders aus. Mit neuem Trainer (Tobias Damm für Dietmar Hirsch) wechselten die »Löwen« auf die Überholspur, holten ab dem 12. Oktober aus neun Spielen optimale 27 Zähler (42:5 Tore) und bewegen sich nach dem 8:0-Kantersieg vor Wochenfrist beim Tabellensechsten Rot-Weiß Hadamar mittlerweile mit 44 Punkten (21 Spiele) fast auf Augenhöhe mit dem schlecht in die Rest-Rückrunde gestarteten Spitzenreiter Eintracht Stadtallendorf (48 Punkte/22 Begegnungen). Beide Klubs rechnen im Rahmen des 23. Spieltages fest mit dem optimalen Ertrag: Stadtallendorf im Gastspiel beim abstiegsgefährdeten SV Steinbach, Kassel vor eigenem Publikum gegen den Ex-Regionalligisten Hessen Dreieich.

Derweil verfolgen die Wetterau-Vertreter Türk Gücü Friedberg (9./30) und FV Bad Vilbel 15./20) andere Ziele: Die beim Rangdritten FC Eddersheim gastierenden Kreisstädter wollen unter der Regie von Coach Carsten Weber ihre Position im sicheren Tabellenmittelfeld festigen, während Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic und sein Team durch Zählbares beim in Reichweite liegenden Aufsteiger TuS Dietkirchen (14./23 im Kampf gegen den Abstieg Boden gutzumachen beabsichtigen. Apropos FV Bad Vilbel: Das am letzten Samstag ausgefallene Heimspiel gegen den VfB Ginsheim ist neu terminiert worden und soll nunmehr am 24. März (Anpfiff: 20 Uhr) steigen.

TuS Dietkirchen - FV Bad Vilbel (Samstag, 15 Uhr): Ging es auf fremden Plätzen zur Sache, schlugen sich die Grün-Weißen im bisherigen Saisonverlauf durchaus achtbar. 16 Zähler nach vier Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen sind eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Weil es jedoch zu Hause nicht klappen wollte, wurden die Brunnenstädter im Gesamtklassement nach unten durchgereicht und sind akut abstiegsgefährdet. Ob die Tatsache, dass Bad Vilbels bislang einziger Heimsieg am 23. August gegen den morgigen Rivalen aus dem Limburger Stadtteil gefeiert werden durfte, als gutes Omen dient, bleibt abzuwarten. FV-Coach Amir Mustafic ist skeptisch: »Die Vorbereitung war durchwachsen, und weil die Partie gegen den VfB Ginsheim abgesagt wurde, wissen wir nicht, wo wir stehen.« Sicher sei, dass es ohne Leidenschaft und konditionelle Fitness nicht gehe: »Unser Vorrundensieg über Dietkirchen darf kein Maßstab sein. Das wird ein ganz anderes Spiel.« Personell hat Mustafic quasi die freie Auswahl. »Neuzugang Dalibor Pandza ist im Angriff gesetzt.« Ebenso unverzichtbar sei Davor Babic. »Leider musste er verletzungsbedingt drei Wochen pausieren.« Wenn’s irgendwie geht, will Mustafic ihn bringen, »denn auf der Sechserposition habe ich keine Alternativen«. - Hinspiel: 0:4.

FV Bad Vilbel: Sememy (Dolovac), Brauburger, Knauer, Alik, Grüter, Saso, Bauscher, Pandza, Huwa, Farid Affo, Atzberger, Zampach, Maksumic, Babic (?), Tochihara, Dogan, Railean, Moubarak Affo, Cichutek, Tiago.

FC Eddersheim - Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr): Dass die Mannschaft von Eddersheims Trainer Rouven Leopold hinter Stadtallendorf und Kassel im Kampf um die Hessenliga-Meisterschaft als dritte feste Größe gilt, ist für Friedbergs Coach Carsten Weber beschlossene Sache: »Die funktionieren als Team nahezu perfekt, verfügen über individuelle Klasse und können mit hoher Dynamik jeden Kontrahenten in große Schwierigkeiten bringen«, lobt er die Fußballer aus dem Hattersheimer Stadtteil über den grünen Klee. Und tatsächlich: Niederlagen der Leopold-Truppe muss man mit der Lupe suchen. Aus Webers Sicht natürlich eine feine Sache: Neben Rot-Weiß Walldorf und Eintracht Stadtallendorf gelang es auch der Türk Gücü-Elf, gegen Eddersheim zu gewinnen (2:1 am 25. August). Am Sonntag kommt’s zur Revanche, wobei dem Wetterauer Hessenligisten der 3:1-Erfolg letzte Woche über den FC Hanau 93 durchaus als Steilvorlage dienen könnte: »Der optimale Einstieg war Balsam für die teaminterne Grundstimmung«, meint der Trainer. Personalbezogen ergeben sich für Weber keine neuen Gesichtspunkte: Shelby Printemps ist gesperrt (noch drei Spiele), Erdinc Solak (Adduktoren-Anriss) und Ricardo Marra (krank) müssen ebenfalls passen. Taktische Änderungen seien, so Weber, allerdings möglich: »Nur eine Sturmspitze, dafür ein zusätzlicher Mittelfeldspieler? Eine Variante, die denkbar ist.« - Hinspiel: 1:2.

Türk Gücü Friedberg: Sahin (Kamber Koc), Weigand, Dudda, Auer, Dinler, Gürsoy, Tesfaldet, Usic, Hagley, Eren, Michel, Kwonsu Lee, Biber, Miric, Dabool, Mitrovic, Tahirovic.

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