Lokalsport

Meisterschaft im Garten: Wie Turnerinnen des TV Windecken der Coronavirus-Krise trotzen

Kein Training, kein Wettkampf -auch für die Turnerinnen des TV Windecken keine leichte Situation. Doch mit einer besonderen Idee haben sie ihre besten Übungen dennoch der Öffentlichkeit gezeigt.
15. April 2020, 12:00 Uhr
Philipp Keßler
Victoria Haupt vom TV Windecken zeigt am provisorischen Trainingsbalken im Garten ihrer Familie, was sie für die Einzelmeisterschaften trainiert hat. (Foto: pv/Haupt)

Dass Sportler trotz der Coronavirus-Krise nicht auf ihre Lieblingsbeschäftigung verzichten müssen, wird immer wieder berichtet. Doch der TV Windecken ist nun noch einen Schritt weitergegangen. Sieben Turnerinnen der Leistungsabteilung haben die Meisterschaften, für die sie vor der Krise lange und hart trainiert hatten, kurzerhand jede für sich im eigenen Garten durchgeführt - und Trainer Jasmin Morick hat aus den von Eltern und Geschwistern auf Video festgehaltenen Boden- und Schwebebalken-Übungen ein Video zusammengeschnitten, das der Verein nun über die Sozialen Netzwerke in der Welt verteilt - mit vollem Erfolg.

»Die Mädels sind bei solchen Aktionen eigentlich immer dabei, und auch die Eltern unterstützen alles«, erzählt Morick auf WZ-Anfrage über ihre Gruppe der Acht- bis 13-Jährigen, die sich an ihrem Aufruf beteiligt haben. Viele ihrer Schützlinge aus Nidderau und Umgebung hatten bei den Meisterschaften die Qualifikation für die hessischen Titelkämpfe eingeplant, ehe ihnen Corona nicht nur eine Trainings-, sondern auch eine Wettkampfpause bescherte.

Doch neben dem Training, das nach Plänen von Morick auch zu Hause in abgespeckter Form weitergeführt wird, sollte auch die Mühe der Erarbeitung von Choreografien für die Titelkämpfe nicht umsonst gewesen sein. Gesagt, getan: Sieben Turnerinnen machten sich teils mit Einmarsch und anschließender Siegerehrung daran, auf Matten, Linien und Hilfsbalken ihre Übungen im Garten, im Kinderzimmer oder auf der Terrasse vorzuführen - mit entsprechendem Outfit natürlich. »Das haben alle super organisiert«, lobt Morick. »Aber das ist bei den Mädels ohnehin so: Wenn sie etwas machen, dann richtig.«

Für die Zeit, in der die Turnhallen durch die Behörden gesperrt sind, hat sie ihren rund 30 Turnerinnen der Leistungsgruppe des TV Windecken vor allem Übungen für Kraft, Beweglichkeit und Stabilität aufgetragen, Kontakt wird über diverse WhatsApp-Gruppen gehalten - auch wenn natürlich alle die drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche vermissen. »Die Mädels sind sehr selbstständig, haben teilweise eigenes Equipment zu Hause und turnen sowieso auch immer viel zu Hause. Aber natürlich können wir das Training an den Geräten nicht vollständig ersetzen, und auch die Mädchen freuen sich schon sehr darauf, wenn es endlich wieder richtig losgeht«, sagt Morick.

Wann es allerdings so weit ist, weiß auch sie nicht - und hofft daher auf die kommenden Tage und die neusten Entwicklungen bei Landes- und Bundesregierung, um endlich wieder etwas mehr Gewissheit zu haben.

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