14. Juni 2020, 20:43 Uhr

Lokalsport GRÖSSTE VEREINE

Landessportbunf: Turner stellen die meisten Mitglieder

Mehr Mitglieder, aber weniger Vereine: Der Landessportbund Hessen veröffentlicht seine Bestandserhebung. Eine besondere Rolle spielt Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt.
14. Juni 2020, 20:43 Uhr
Der Hessische Turnverband behauptet sich an der Spitze der 59 hessischen Fachverbände. Rund 70 Prozent beträgt der Frauenanteil bei rund 600 000 Mitgliedern im HTV. Foto: dpa

Nie zuvor waren mehr Menschen in einem hessischen Sportverein aktiv: Das ist das Ergebnis der Bestandserhebung des Landessportbundes Hessen (lsb h). Zum Stichtag 1. Januar 2020 meldeten die 7574 unter seinem Dach organisierten Vereine 2 134 686 Mitglieder. Das sind 24 575 mehr als 2019. Die Zahl hessischer Sportvereine ist hingegen weiter rückläufig. Sie sank gegenüber 2019 um 40 Vereine. Im Vergleich zum Jahr 2010 gibt es hessenweit sogar 206 Sportvereine weniger.

»Der Sport bleibt die größte und mitgliederstärkste Bürgerbewegung in unserem Land. Das ist der Verdienst aller, die sich als Übungsleiter, Betreuer, Abteilungsleiter oder Vorstandsmitglieder in unseren Vereinen engagieren«, sagt Landessportbund-Präsident Dr. Rolf Müller und hofft, dass die Corona-Pandemie daran nichts ändern wird.

Mit 262 217 Mitgliedschaften ist der Sportkreis Frankfurt der mit Abstand größte. Darmstadt-Dieburg (153 193), Main-Kinzig (132 967) und Region Kassel (130 823) folgen mit weitem Abstand. Auch das Wachstum in den vergangenen zehn Jahren kann sich sehen lassen: Rund 108 000 mehr Mitgliedschaften sind im Sportkreis Frankfurt zu verzeichnen. Fast 70 000 davon steuert Eintracht Frankfurt bei. Nur sieben weitere Sportkreise haben während dieser Zeit ebenfalls an Mitgliedern zugelegt: Darmstadt-Dieburg (+5950), Wiesbaden (+2546), Offenbach (+2173), Main-Taunus (+1857), Region Kassel (+1787), Hochtaunus (+429) und Marburg-Biedenkopf (+314). Diese Zahlen sind aber zwangsläufig ins Verhältnis mit der Entwicklung den Bevölkerung zu setzen, die in den Ballungsräumen stärker angewachsen ist als in ländlichen Regionen.

Es lohnt daher ein Blick auf den Organisationsgrad, also dem Anteil der Bevölkerung, der in einem Sportverein aktiv ist. Dort steht wie im Vorjahr der Sportkreis Vogelsberg ganz oben auf dem Treppchen: 44,1 Prozent aller Einwohner verfügen hier über eine Vereinsmitgliedschaft. Ähnlich hohe Werte gibt es in Waldeck-Frankenberg (43,6), Limburg-Weilburg (43,3) und Hersfeld-Rotenburg (42,6). Besonders gering ist die Quote hingegen in Offenbach (23,9), Wiesbaden (25,3) und der Region Kassel (29,8). Gemessen an der Zahl der zu betreuenden Vereine befindet sich der Sportkreis Main-Kinzig (559) auf dem Spitzenplatz, gefolgt von den Sportkreisen Region Kassel (462), Wetterau (448), Lahn-Dill (445), Frankfurt (422) sowie Darmstadt-Dieburg (415).

An der Spitze der 59 hessischen Fachverbände behauptet sich unangefochten der Hessische Turnverband (HTV) mit 607 544 Mitgliedern (Vorjahr 606 731) und einem Frauenanteil von fast 70 Prozent. In 2112 Vereinen (-10 gegenüber dem Vorjahr) können die unter dem Dach des HTV organisierten Sportarten betrieben werden.

In 2123 Vereinen - in zehn weniger als 2019 - wird Fußball gespielt. Insgesamt zählt der Hessische Fußball-Verband 541 759 Mitglieder (Vorjahr: 527 494), wobei der Anteil der Männer und Jungen bei 87,5 Prozent liegt. Auf Platz drei folgt der Hessische Tennis-Verband, der seit 1. Januar 2019 rund 570 Mitglieder verloren hat und nun 119 415 Mitgliedschaften in 762 Vereinen zählt. Mit 100 638 Mitgliedern (-74 gegenüber 2019) zeigt sich der Hessische Leichtathletikverband (902 Vereine) recht stabil, wohingegen der Hessische Schützen-Verband (1056 Vereine) um 687 auf 97 775 Mitglieder geschrumpft ist.

Dagegen verzeichnet der Hessische Handballverband ein Plus von 445 auf nun 84 578 Mitgliedschaften. Zuwachs gibt es unter den zehn mitgliederstärksten Verbänden auch beim Bergsteigen und Klettern. 3362 Mitglieder mehr als 2019 zeigen, dass dort das Wachstum anhält.

Auch bei den Jugendlichen (15 bis 18 Jahre) stehen Fußball und Turnen an der Spitze. Es gibt jedoch eine andere Sportart, die herausragt: Basketball. Seit 2016 sind in dieser Altersgruppe jedes Jahr rund 300 Spieler/innen hinzugekommen. Gegenüber 2010 ergibt sich gar eine Steigerung um 2109 Jugendliche auf heute 5622 Aktive.

Der Trend der Vorjahre setzt sich fort: Die Zahl der im lsb h organisierten Vereine nimmt weiter leicht ab - gegenüber dem Vorjahr um 40 auf jetzt 7574 Vereine. Insgesamt zählt der Landessportbund 206 weniger als vor zehn Jahren. Das Dauerwachstum von den 1950er bis in die 2000er Jahre, das 2012 mit 7783 Vereinen den Höhepunkt fand, ist damit wohl beendet.

Die Zusammensetzung der Vereine hat sich in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert: 69 Prozent der Vereine (5236) haben nur eine Sparte. 984 Vereine (12,5 Prozent) haben Sportarten aus zwei Verbänden im Angebot, 303 Vereine (15 Prozent) Sportarten aus drei bis fünf Verbänden. Gegenüber 2019 blieb die Rangliste der größten Sportvereine unter dem Dach des lsb h unverändert. Dass inzwischen acht Sektionen des Deutschen Alpenvereins zu den 20 größten hessischen Vereinen gehören, bestätigt die Popularität von Wandern und Bergsteigen.

1. Eintracht Frankfurt 84 910

2. TG Bornheim 31 233

3. DAV Sekt. Darmstadt 12 294

4. DAV, Sekt. Frankfurt 10 842

5. Frankfurter TG 9600

6. SV Darmstadt 98 7757

7. KSV Baunatal 7380

8. Skyliners Frankfurt 6312

9. DAV, Sektion Kassel 5908

10. DAV, Sektion Fulda 5655

DAV = Deutscher Alpenverein

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