24. Januar 2020, 12:00 Uhr

TFV Florstadt

Jetzt wird gekickert: Erster Wetterauer Tischfußballverein t gegründet

Die Wetterau hat ihren ersten Tischfußball-Verein. Drei Jahre Anlauf haben die Kickerer gebraucht. Eine elementare Sache fehlt aber noch, ehe es so richtig losgehen kann.
24. Januar 2020, 12:00 Uhr
Glücklich und zufrieden: Die Gründungsmitglieder des Tischfußball-Clubs Florstadt um den Vorsitzenden Torsten Hubert (2. v. l.), Kassenprüfer Sebastian Seckler (3. v. l.) und den zweiten Vorsitzenden Rene Stübing (5. v. l.). FOTOS: ESA

Da sitzen sie nun. Eigentlich am Ziel, aber irgendwie doch nicht. Eine Menge Arbeit liegt hinter ihnen, trotzdem gibt es noch viel zu tun.

Bevor an diesem Mittwochabend im Wöllstädter Keller von Torsten Hubert Tischfußball gespielt wird, steht eine wichtige Entscheidung an. Weiße oder schwarze Aufkleber? Wie wirkt das Logo des Tischfußballclubs (TFC) Florstadt, dem ersten dieser Art in der Wetterau, am besten? Am 29. Dezember 2019 haben die Gründungsmitglieder um den Vorsitzenden Hubert in einer Friedberger Gaststätte die Gründungsversammlung abgehalten, am Donnerstag kam die Bestätigung: der TFC Florstadt ist ein eingetragener Verein.

Die Geschichte beginnt vor drei Jahren bei René Stübing in Florstadt. Sein Vater restaurierte einen Tisch, dann nahm alles seinen Lauf. »Da waren wir schon zu Beginn ein paar Leute und sind immer mehr geworden«, erzählt Stübing. Hubert ergänzt: »Früher hat man sich zum Bierchen getroffen und ein bisschen gekickert, heute ist es umgekehrt. Mittlerweile hat jeder einen Profitisch zu Hause«, sagt der Wöllstädter, in dessen Kellerraum diesmal trainiert wird. Über dem Tisch hat Hubert eine Lampe für perfekte Lichtverhältnisse angebaut, es läuft Musik mit harten Gitarrenklängen, die Getränke sind kühl, das Knabberzeug beliebt - kurzum, es herrscht eine gesellige Atmosphäre, als sich die Tischfußballer an den Tisch setzen und ihre Geschichte erzählen.

Die Vereinsgründung stand vom ersten Treffen an im Raum. »Aber das war am Anfang immer nur Dahingeplänkel«, sagt Hubert. Im Laufe der Zeit blieben die regelmäßigen Treffen aber bestehen. Der Wille, einen Verein zu gründen, wurde immer größer. »Glücklicherweise hat Torsten gesagt, dass er den Papierkram übernimmt«, sagt Stübing in Richtung des Vorsitzenden und löst damit großes Gelächter aus. »Den haben wir tatsächlich etwas unterschätzt«, gibt Hubert schließlich zu. Er fing einfach an, sich in das Thema einzulesen und sich »Stück für Stück vorzuarbeiten«. Wertvolle Hilfe, das erwähnen Hubert, Stübing und Sebastian Seckler, der als Kassenprüfer fungiert, an diesem Abend mehrfach, kam vom Tischfußballverband Hessen.

Suche nach Raum

Die Option, sich einem bestehenden Verein als Abteilung anzuschließen, stand nur kurz im Raum. »So sind wir nun unabhängiger. Und ich kann in 50 Jahren sagen: den Verein habe ich mitgegründet«, sagt Seckler.

Er und Stübing sind die erfahrensten Kickerer in der Truppe. Sie trainieren auch regelmäßig an der Seite von international dekorierten Spielern beim VfB Rodheim/Horloff mit, einem der erfolgreichsten Vereine des Landes - dicht an der Grenze zum Wetteraukreis.

Dort werden die beiden, gemeinsam mit Maurice Mengel, auch in der kommenden Saison am Ligabetrieb teilnehmen, »um einfach mal ein Gefühl dafür zu kriegen, was da auf uns zukommen könnte«, sagt Stübing. Denn auch der Einstieg in den Spielbetrieb ist ein großes Ziel der Florstädter. »Dazu bräuchte man aber einen festen Stamm an Spielern, nur mit vier Akteuren würde man nicht über die Saison kommen«, sagt Seckler.

Tatsächlich würde eine Teilnahme am Ligabetrieb derzeit aber auch schlicht und einfach am fehlenden Vereinsraum scheitern. »Das steht ganz oben bei uns auf der Agenda«, sagt Stübing. Momentan treffen sich die Kickerer abwechselnd bei den Mitgliedern zu Hause. Für ein effektives Training, geschweige denn einen Spieltag, fehlt schlicht der Platz für Spieler und weitere Tische.

Somit ist es auch fast unmöglich, Jugendliche für den Sport zu begeistern, denn auch Nachwuchstraining soll eines Tages stattfinden. Auch der Wunsch, ein eigenes Turnier auszurichten, lässt sich nur mit einem Vereinsraum realisieren. Vorzugsweise in Florstadt, aber letztlich ist es den TFC-Jungs egal, ob sich dieser Raum dort, in Wöllstadt, Bad Nauheim oder Karben auffinden lässt.

Die Faszination des Tischfußballs liegt für die Florstädter in der Schnelligkeit und der Taktik. Und, für Neueinsteiger ein nicht unwichtiger Faktor: »Die Lernkurve ist am Anfang gigantisch«, sagt Seckler. Exemplarisch dafür steht bei den Florstädtern Volker Kröll, der erst im vergangenen Jahr zur Gruppe stieß, aber schon lange kein Kanonenfutter mehr ist.

Erste Anfragen von potenziellen neuen Mitgliedern hat es über die Social-Media Kanäle des TFC auf Facebook und Instagram schon gegeben, zudem hat sich bereits ein Fördermitglied dem Verein angeschlossen. »Die Nachfrage ist da, schließlich gibt es zwischen Rodheim und Frankfurt keinen Tischfußball-Verein«, sagt Seckler. Die Hauptsache ist aber erstmal, dass der erste Tischfußball-Club der Wetterau aus dem Keller herauskommt.

,, Früher hat man sich zum Bierchen getroffen und ein bisschen gekickert, heute ist es umgekehrt

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