24. April 2018, 17:00 Uhr

Tischtennis

Jeanette Möcks beschwört den Teamgeist

Jeanette Möcks spricht im Interview über den Rodheimer Teamgeist, den schon besiegelten Abstieg in die Hessenliga und die dünne Personaldecke der »Zweiten«.
24. April 2018, 17:00 Uhr
Jeanette Möcks geht ab September mit der SG Rodheim wieder in der Hessenliga an den Start. (Foto: nic)

Jeanette Möcks muss sich mit der ersten Damen-Mannschaft der SG Rodheim nach nur einer Saison wieder aus der Tischtennis-Oberliga in die Hessenliga verabschieden. Im Interview zeigt sie sich aber alles andere als unzufrieden. Ein wenig Sorgen bereitet ihr dennoch die Situation der zweiten Mannschaft.

Frau Möcks, vor nun mehr drei Jahren sind Sie vom TTC Altenstadt in die erste Damen-Mannschaft der SG Rodheim gewechselt und damit am kürzesten dabei. Haben Sie den Wechsel bereut?

Jeanette Möcks: Nein, auf gar keinen Fall. Im Gegenteil. Das war eine gute Entscheidung, wenngleich ich mit meinem alten Verein noch tief verbunden bin. Aber der Schritt war richtig. Ich wollte schon mal in einer Erwachsenen-Mannschaft spielen, in der ich selbst nicht so viel steuern und organisieren muss, sondern in der ich einfach nur Spielerin sein kann. Und hier in Rodheim bin ich wirklich von Anfang an gut integriert worden. Wobei das auch immer eine Holschuld ist – so wie im Arbeitsleben auch. Außerdem wird der Teamgeist in der Mannschaft, aber auch in der ganzen Abteilung sehr stark gelebt. Ich erinnere mich noch an unsere Meisterfeier letztes Jahr oder die letzte Weihnachtsfeier – da konnten wir wirklich fast alle Spielerinnen und Spieler mobilisieren. So was ist halt schon ganz cool und macht Spaß. Nicht zuletzt wohl auch wegen unseres engagierten Abteilungsleiters Christopher Moeller, der hier seit seinem Amtsantritt schon vieles bewegt hat. Also von daher hab ich doch alles richtig gemacht, oder?

Aber ist es nicht ein bisschen frustrierend, wenn man gerade aufgestiegen ist in die Oberliga und dann vor Saisonende bereits als direkter Absteiger fest steht?

Möcks: Nein, für mich eigentlich überhaupt nicht, ich bin ziemlich zufrieden mit meiner Leistung, und ich denke den anderen Mädels geht es ähnlich. Es ist ja immer die Frage, mit welcher Erwartungshaltung man rein geht in die Saison. Für mich hatte der direkte Wiederabstieg von Anfang an eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, als ich die TTR-Werte der Gegnerinnen gesehen habe. Gut, dass der Niveauunterschied zur Hessenliga so groß sein wird, hat uns alle ein bisschen überrascht. Aber letztlich hat es sehr viel Spaß gemacht, sich einmal die Hörner abzustoßen und auf so einem hohen Niveau zu können.

Hätte man vielleicht mit der einen oder anderen taktischen Aufstellung die Klasse am Ende doch halten können?

Möcks: Ja, das kann schon sein. Gerade in der Vorrunde haben wir vielleicht den einen oder anderen Punkt liegen gelassen, der möglich gewesen wäre. Aber wir waren halt nun einmal zu fünft und haben von Anfang an gesagt, dass jeder mal rotiert. Da haben wir den Teamgedanken über den sportlichen Ehrgeiz gestellt. Über die möglichen Konsequenzen waren wir uns im Klaren und wir können deswegen auch gut damit leben wieder zurück in die Hessenliga zu gehen.

Wie sind denn die Ambitionen für die nächste Saison in der Hessenliga?

Möcks: Naja, als Absteiger von oben möchte man nicht direkt im Niemandsland verschwinden und schon mal gar nicht gegen den Abstieg spielen müssen. Das ist wohl klar. Aber wie die Chancen stehen, um um den direkten Wiederaufstieg mitzuspielen, kann man schwer sagen, ohne die Aufstellungen der anderen Mannschaften zu kennen. Zumal uns die Erfahrung gezeigt hat, dass die größte Herausforderung darin liegt, dass alle fit bleiben.

Bleibt das Team in dieser Konstellation zusammen oder kommt gar noch eine Verstärkung?

Möcks: Also im Moment hat sich noch keine Spielerin angekündigt für die erste Damen-Mannschaft. Verstärkung könnten wir auf jeden Fall gebrauchen, da wir ja quasi nur noch zu viert sind. Svenja Köckeritz wird ihre Laufbahn auf Eis legen und erst einmal nicht mehr zur Verfügung stehen wegen ihrer Knieverletzung. Das wird meine erste Saison ohne Svenja seit über zehn Jahren, das ist schon irgendwie traurig. Aber vielleicht möchte sich uns ja noch jemand anschließen – wir sind jederzeit offen. Auch für unsere zweite Damen-Mannschaft natürlich, das wäre dann Verbandsliganiveau. Aber backen können wir uns halt keine.

Apropos, dann ist der Weggang der beiden Michels aus der »Zweiten« zum TTC Florstadt bestimmt doppelt schmerzhaft, oder?

Möcks: Natürlich ist es immer schmerzhaft, wenn zwei von fünf Spielerinnen eine Mannschaft verlassen. Ich kann das ein Stück weit nachvollziehen. Saskia kehrt zu ihrem alten Verein zurück, wo viele spielen, die sie noch von früher gut kennt. Und da Sandra vor drei Jahren ja extra auf ihren Platz in der ersten Damen-Mannschaft verzichtet hat, um mit ihrer Tochter in einer Mannschaft zu spielen, ist ihr Weggang logisch. Aber da sie ja weder bei uns noch bei den Herren als Ersatz eingesprungen sind, ist in diesem Fall tatsächlich nur die zweite Damen-Mannschaft betroffen. Hier brauchen wir dringend Ersatz, damit wir die Mannschaft nicht aufgeben müssen. Als wir vor drei Jahren zu dritt nach Rodheim gewechselt sind, hat uns der TTC Altenstadt erlaubt, die Spielklasse (damals Hessenliga) mitzunehmen, da man selbst keine Damen-Mannschaft mehr stellen konnte. Das war ein fairer Zug, weshalb mir persönlich wirklich das Herz bluten würde, wenn wir diese Klasse jetzt einfach so aufgeben müssten.

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