11. August 2020, 12:00 Uhr

Gold und Silber für die Wetterau

Vier Starter, zwei Plätze auf dem Podest, zwei vierte Ränge - die Bilanz der Wetterauer Athleten bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Braunschweig am Wochenende konnte sich sehen lassen - auch wenn einige Ziele nicht erreicht wurden.
11. August 2020, 12:00 Uhr
m Kampf Mann gegen Mann: Der Karbener Marc Tortell (r.) liegt im 1500-Meter-Rennen lange vorn, wird dann aber auf der Zielgeraden unter anderem vom Dauernheimer Marius Abele (2. v. r./SSC Hanau-Rodenbach) noch abgefangen. FOTO: IMAGO

Einen rausgehauen haben die Leichtathleten aus der Wetterau bei den 120. Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Braunschweig. Steven Müller von der LG ovag/TSV Friedberg-Fauerbach verteidigten seinen Vorjahrestitel über 200 Meter. Seine erste nationale Medaille im Freien holte Lukas Abele: Über 1500 Meter lief der für den SSC Hanau-Rodenbach startende Dauernheimer zum Vize-Titel. Marc Tortell (Athletics-Team Karben) verlor wenige Meter vor dem Ziel den dritten Platz. Er wurde genau wie Teamkollege Christian von Eitzen über 800 Meter am Ende undankbarer Vierter.

Bestzeit für Müller

Sprintstar Müller hielt dem Druck und der starken Konkurrenz stand und setzte sich durch über 200 Meter - dem letzten Rennen der Veranstaltung - durch. Damit verteidigte der WM-Teilnehmer von 2019 über die Strecke seine Goldmedaille aus dem Vorjahr. Im Gegensatz zu vielen anderen Athleten, bei denen im Corona-Jahr fast ausschließlich der Titel zählte und keine großen Weiten oder schnelle Zeiten, wollte der Lehramtsstudent eine neue Bestzeit angreifen. Im Halbfinale über die 200 Meter gelang ihm bei 36 Grad Außentemperatur zumindest eine Saisonbestleistung - 20,71 Sekunden bei zwei Metern Gegenwind pro Sekunde. »Daran sieht man, was von der Zeit her möglich ist, wenn Steven voll durchzieht und nicht nach 150 Metern austrudeln lässt«, analysierte Trainer Otmar Velte hinterher. Im Finale stoppte die Uhr dann bei 20,79 Sekunden. Auf den letzten 50 Metern war Steven Müller seinem größten Konkurrenten Robin Erewa (TV Wattenscheid) davongezogen und hatte seinen zweiten Freiluft-Titel in Folge feiern dürfen - und das, obwohl das Training im Vorfeld coronabedingt nicht ganz optimal ausgefallen war. Statt Schnelligkeit habe er mit seinem Trainer viel Technik und Ausdauer trainiert und neue Sachen ausprobiert, berichtete Müller.

Am Samstag war er zudem bereits die 100 Meter im Halbfinale gelaufen, finishte hier in ordentlichen 10,55 Sekunden. Nach den »Deutschen« gilt der Fokus dann schon sehr bald dem großen Ziel, den Olympischen Spielen 2021. »Uns ging es darum, bestimmte Defizite anzugehen und einiges umzustellen«, sagte Trainer Velte. »Auch wenn die Zeiten in dieser Saison nicht reichen, um sich für Olympia zu qualifizieren. Aber Steven setzt alles konsequent um und ist konstant unter 21 Sekunden gelaufen.«

Im Spurt geschlagen

»Ich hab mich auf den ersten beiden Runden im kompakten Feld an Marc Tortell gehalten«, sagte 1500-Meter-Läufer Lukas Abele nach seinem Husarenstück. »Es ist taktisch wichtig, frei laufen zu können und in einer guten Position für die letzten 200 Meter zu bleiben.« Nach 900 Metern setzten sich der spätere Sieger Marius Probst (TV Wattenscheid), Tortell und Alexander Ide (SC DHfK Leipzig) ab. Abele ging mit. »In der letzten Kurve habe ich Alex, auf den letzten 100 Metern Marc überholt und mich auf dem zweiten Platz behauptet.« Seine Zeit: 3:53,56 Minuten. Aufgewärmt hatte sich der 22-jährige Student in einem Park in der Nähe des Stadions. Hier hatte er reichlich Schatten und konnte mental etwas runterfahren - mit Erfolg.

Tortell war als Vorlaufschnellster ins Finale einzogen und dort als Zweiter auf die Zielgerade gegangen, musste aber im Schlussspurt seine beiden hessischen Dauerkonkurrenten Abele und Marvin Heinrich (LG Eintracht Frankfurt) vorbeiziehen lassen. Anschließend sagte der Karbener: »Es war heute nicht mein Tag und ich habe von Beginn an meinen Rhythmus nicht gefunden. Mehr als Platz vier war daher leider nicht drin. Ich schaue nun auf das Olympiajahr 2021.«

Von Eitzen im Pech

Sein Teamkollege Christian von Eitzen absolvierte nach dem viermonatigen Lockdown in seiner Heimat Großbritannien mit dem Vorlauf über 800 Meter am Samstag seinen ersten Wettkampf in diesem Sommer und qualifizierte sich als Zweiter souverän für das Finale am Sonntag. Dort lag er bei 400 Meter noch Kopf an Kopf mit dem späteren Sieger Marc Reuther (LG Eintracht Frankfurt) aussichtsreich in Führung. Die Mitfavoriten Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe) und Dennis Biederbick (LG Eintracht Frankfurt) drückten aber gleichfalls aufs Tempo, sodass von Eitzen 250 Meter vor dem Ziel eingeschlossen war. Bei dem Versuch, mit hohem Tempo innen eine kleine Lücke zu nutzen, kam er aus dem Tritt und trat auf den Rasen. Auf der Zielgeraden konnte er dann nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen und musste sich mit der guten Zeit von 1:48,45 Minuten und Platz vier beim deutschen Top-Event zufrieden geben.

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